Verfasst von: Enrico Kosmus | 23. April 2017

Die Perlenhalskette

Aus dem Tantra „Die Perlenhalskette“ (tib., mu tig phreng ba):

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„Obwohl die Wirklichkeit unvorstellbar ist,
hat das makellose Bewusstsein drei Aspekte.
Obgleich es viele Grundlagen der Täuschung gibt,
ist es spontan vollendet und mitfühlend.
In sich selbst zu verweilen, ist die drei Kayas, Familien und das makellose Bewusstsein.
Der Ort des Buddha-Geistes ist im Zentrum des Herzens.
Der Pfad sind die vier Nadis, Wind verursacht Bewegung.
Es gibt vier Tore des Erscheinens: die Augen usw.
Das Feld ist der Himmel frei von Wolken.
Die Praxis ist Trekchö und Thögal.
Der Maßstab ist der Yoga des vierfachen Vertrauens.
Der Bardo ist das Zusammentreffen von Mutter und Kind.
Die Stufe der Befreiung kommt erstmals.“

Mehr dazu in Christopher Wilkinsons Buch.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 19. April 2017

Fundament des Berges

meditation-2214532_1280Die Bildung eines stabilen Fundaments ist am Stufenpfad zur Befreiung essentiell. Auch wenn ein Haus durch sein Dach und seine Mauern beeindrucken mag, so ist doch sein Fundament die Grundlage für seine Stabilität. Hier dazu ein paar inspirierende Worte aus Dudjom Rinpoches „Richö“ (Berg-Dharma):
Was die wirkliche Bereinigung deiner Natur angeht, so sind dies die allgemeinen Aspekte der vier Gedanken die den Geist wandeln, dann die außergewöhnlichen sind die Zuflucht, das Erzeugen von Bodhicitta, die Bereinigung der Verschleierungen und die zwei Ansammlungen. Wenn man jedes einzelne davon gemäß der Kommentare gewissenhaft praktiziert hat, bis man sie wirklich erfahren hat, dann sollte man das sehr besondere Guru-Yoga berücksichtigen, das die wesentliche Essenz der Praxis ist und sich darin anstrengen. Wenn man das nicht macht, dann wird das Wachstum sehr langsam sein und selbst wenn es ein wenig anwächst, wird es von Hindernissen gefährdet sein und wahres Verständnis wird nicht in der Lage sein, in deinem Wesen Geburt anzunehmen.
Wenn du also mit einfacher, aber eifriger Hingabe betest, dann wird die Übertragung der Realisation des Herzgeistes des Gurus, das ein außerordentliches Verständnis ist und sich mit Worten nicht ausdrücken lässt, gewiss in dir Geburt annehmen. Wie Lama Shang Rinpoche sagte: „Um Ruhe, Erfahrungen und tiefe Konzentration zu fördern, so sind das allgemeine Dinge. Aber sehr selten ist die Realisation, die durch die Segnungen des Gurus geboren wird, welche durch die Kraft des begeisterten Vertrauens entsteht.“
Daher hängt die Geburt des Verständnisses in deiner Natur über die Bedeutung der Großen Vollkommenheit von diesen Vorbereitungen ab. Das hat auch Je Drigung gemeint, als er sagte: „Andere Lehren betrachten die Hauptpraxis als tiefgründig, aber hier sind die vorbereitenden Praktiken, die wir als tiefgründig ansehen.“
Aus den Answeisungen für die Dharma-Praxis der Klausur auf dem Berg [Richö; tib., ri chos] des Dudjom Rinpoche Jigdral Yeshe Dorje. Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2014). Möge es von Nutzen sein!
Verfasst von: Enrico Kosmus | 16. April 2017

Sind Buddhisten weltfremd?

levitation-1287234_1920Nichts zu tun ist weder Ziel noch Zweck im Dharma. Denn Bodhicitta – der höchste Erleuchtungsgeist – ist von Mitgefühl und Höchster Erkenntnis geprägt. Nächstenliebe, man kann ja auch Barmherzigkeit dazu sagen, findet sich z.B. im tibetischen Begriff „snying rje„, was unter anderem „snying“ beinhaltet, das wiederum für „Herz„, aber auch „Geist“ steht. Diese Warmherzigkeit bzw. dieses Mitgefühl kann nur dann wirklich seine altruistische Wirkung entfalten, wenn die Begrenztheit durch Vorstellungen und Konzepte erloschen ist. Schließlich glauben ja manche, ihre Nächstenliebe wäre ein Segen für andere, ist jedoch bloß Ursache für Abhängigkeit und Verstrickung (siehe Helfersyndrom).
Mitgefühl ist im Buddhismus überhaupt ein breites Thema, da doch das Mahayana auf den Bodhisattva-Gelübden und der höchsten Geisteshaltung zur Befreiung aller Wesen beruht. Wie schon erwähnt, ist das eben Bodhicitta. Und die gesamten Schriften des Mahayana beruhen auf den zwei Säulen von Mitgefühl und Höchster Erkenntnis (Weisheit; Skt., prajna; tib., shes rab). Und das Mitgefühl umfasst ausnahmslos alle fühlenden Wesen. Und Untätigkeit bzw. Nichtstun kann man da auch niemandem vorwerfen, da alle Handlungen eben der Befreiung aller fühlenden Wesen gewidmet wird.
Und der Buddhismus bietet ein vielfältiges Methodenset entsprechend der unterschiedlichen Veranlagungen der Wesen. Selber denken gehört da auch zum Programm. Vordenker sind recht hilfreich, weil sie die Verfahren von Logik und Prüfung darlegen können. Die eigenen Gedanken und Erkenntnisse bar jeden methodischen Vorgehens folgen doch nur den gewohnheitsmäßigen Bahnen. Somit sind sie von Anhaftung und Ablehnung bestimmt. Daher wird auch nicht einfach den Lehrern nachgeredet, sondern sie geben einem Werkzeuge in die Hand, mittels derer man die Aussagen auch auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen kann. Naja, findet sich eh auch bei jedem wissenschaftlichen Verfahren heutzutage so.
Und was die Kompromisslosigkeit angeht… Buddha und jeder seiner Nachfolger, die den Pfad zur Befreiung auch ernst nehmen, sind einfach kompromisslos dabei. Da taucht niemand bloß einen Zeh in das Meer der Erkenntnis.

 

Verfasst von: Enrico Kosmus | 13. April 2017

Der Nutzen des Vajra-Guru-Mantras

ཨོཾ་ཨཿཧཱུྂ་བཛྲ་གུ་རུ་པདྨ་སིདྡྷི་ཧཱུྂ༔

OM AH HUM VAJRA GURU PADMA SIDDHI HUM //

Dilgo Khyentse Rinpoche:
„Es wird gesagt, dass die zwölf Silben des Vajra-Guru-Mantras den gesamten Segen der zwölf Arten der Lehre enthält, die von Buddha gelehrt wurde, die die Essenz seiner 84.000 Dharmas ist. Daher ist die Rezitation des Vajra-Guru-Mantras gleich dem Segen der Reztiation oder dem Praktizieren der gesamten Lehre des Buddha. Der Weisheitsgeist von Padmasambhava ist in der Form des Mantras manifestiert. Diese zwölf Silben sind eigentlich die Emanation seines Weisheitsgeistes und sie sind mit seinem ganzen Segen ausgestattet. Das Vajra-Guru-Mantra ist Padmasambhava in der Form des Klangs. Wenn du ihn also mit der Rezitation der zwölf Silben anrufst, dann ist der Segen und Verdienst, den du erlangst enorm. In diesen schweren Zeiten ist es angebracht, Zuflucht zum Vajra-Guru-Mantra zu nehmen.“

Trulshik Rinpoche:
„Für die Praxis der Annäherung wird gesagt, dass man das Mantra von Guru Rinpoche 1.200.000 Mal rezitieren soll. Wenn wir diese 1.200.000 Rezitationen durchführen können, dann werden wir den Segen von Guru Rinpoche erhalten, so sagt man. Man sagt auch: „Mit zehn Millionen Siddhis wird man an einem Ort der Vidyadharas wiedergeboren werden.“ Das bedeutet, wenn du das Vajra-Guru-Mantra zehn Millionen Mal rezitierst, dann wirst du in einem Bereich der Vidyadharas wiedergeboren. Es wird sogar gesagt, wenn du die Ansammlung von 1.200.000 Mal sieben Mal rezitierst, dann wirst du gleich wie Guru Rinpoche in diesem Leben werden. Durch das zehn Millionen malige Rezitieren des Mantras (wörtlich „100.000 mal 100.000 Mal“), wirst du die Stufe erreichen, von der du nicht mehr umkehrst. Daher ist der Nutzen der Rezitation des Vajra-Guru-Mantras wirklich unvorstellbar.“

Besonders interessant in diesem Zusammenhang sind Praktiken auf Padmasambhava, bei denen nach dem 14-Silben-Mantra des Gurus bestimmte Aktivitätsmantras angehängt werden. Die Guru-Puja aus dem Dharma-Zyklus des Maha-Ati von Dudjom Lingpa ist voll davon.
Ferner sind besonders wirkungsvolle Sadhanas von Padmasambhava, bei denen er die Versammlung aller Vidyadharas darstellt. In diesem Kontext ist er nicht nur von acht seiner Emanationen umgeben, sondern auch von den acht Vidyadharas. Eine bekannte Meditationspraxis findet sich im Zyklus des Longchen Nyingthig, bekannt als „Rigdzin Düpa“ und auch eine verfasst von Dudjom Lingpa, genannt „Rigdzin Düpa Dechen Namrol„. Hier essenziert man das gesamte Mandala in der Meditation des Gurus.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 10. April 2017

Das Flammenschwert der Dakini

moon-625450_1280Wie wunderbar! – Die sichtbare Manifestation der Dharmata – der wahren Natur der Wirklichkeit – ist überragend, das unermessliche Anwachsen der Erfahrung,
das Erreichen des vollen Umfangs des Sambhogakaya zeigt sich in der Dharmata Erschöpfung jenseits von Konzepten, dem Ort des Besiegers von Mara [Dudjom Lingpa].
Zum untrennbaren, ursprünglich reinen Gewahrsein bete ich, führt mich zum jugendlichen Vasenkörper.

Dies hat Dudjom angesichts gläubiger Leute geschrieben.

Zum ursprünglichen wahren, vollkommenen Buddha, die glorreiche Verwandlung der illusorischen Manifestation des wundersamen Ausdrucks,
dem Bodhisattva, der das Siegesbanner der Lehren errichtet hat, dem seegeborenen Vajra, der die Scharen der bösartigen Maras besiegt hat,
dem Herrscher und König, dem andere unterworfen sind, zu diesen drei unvorstellbar Gütigen bete ich!
Möget Ihr für mich und andere zusammen mit unserem Gefolge in all meinen Leben die höchste Zuflucht sein, der wir folgen!

Das ist von Dudjom Dorje.

Aus den gesammelten Werken von Dudjom Lingpa; Band 14 (pha), Seite 449
© Übersetzung: Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2014)

Verfasst von: Enrico Kosmus | 6. April 2017

Samaya des Padmasambhava

Man stellt sich vor, dass im Raum vor einem, sitzend auf einem Löwenthron, Lotus und Mondsitz sich Guru Padmakara in Zahor-Kleidung befindet, umgeben von den Linien-Gurus, wie auch jenen der mündlichen Linie der Individuen.
Die mündliche Linie der Individuen ist die dritte Folge in der Übertragung der Lehren des Mahayoga, Anu und Ati der Niyngma-Linie. Das ist beispielsweise die Übertragung des Mahayoga vom König Indrabhuti I. (von Zahor) an Kukuraja, von dem an Indrabhuti II. usw. bis zu ihrer Einführung in Tibet durch Vimalamitra und Padmakara. Jene des Atiyoga entspringt bei Surativajra oder Prahevajra (im Tibetischen Garab Dorje genannt) von Oddiyana und ging weiter zu Manjushrimitra, Shri Singha etc. bis zu Vimalamitra.

Das Zahor-Gewand

Die Zahor-Kleidung wird deshalb so genannt, weil sie ihm vom König von Zahor (einem Königreich im Nordosten Indiens, in der heutigen Gegend von Bhagalpur, im Osten der etwas bekannteren Gegend, die Rajghir, Bodhgaya und Nalanda umfasst) gegeben wurde, der versuchte, Padmakara auf dem Scheiterhaufen zusammen mit seiner Tochter, der Prinzessin Mandarava, zu verbrennen. Nachdem er aufgrund des Zeugnisses der wundersamen Kräfte Vertrauen in Padmakara entwickelt hatte, brachte der König ihm die Prinzessin und sein ganzes Königreich dar. Im Besonderen gab er Padmakara das königliche Gewand des Königs von Zahor, was hauptsächlich die große Seidenrobe war, die normalerweise von Padmakara über dem Rest der anderen Gewänder getragen wird und der königliche Hut, der eine Geierfeder oder eine Pfauenfeder an seiner Spitze hatte. Diese Art des zeremoniellen Hutes wurde für gewöhnlich unter den indischen Machthabern als ihr Zeichen getragen. Das genaue Aussehen des königlichen Hutes von Zahor ist ungewiss, daher gibt es viele, etwas abweichende Darstellungen davon. Aber das ist das am bekannteste Gewand, in dem Padmakara dargestellt wird.

Das Samaya des Padma (aus dem Weißen Lotus von Mipham)

Als ich, der Lotus, der alle Dinge trägt, in Versenkung in der weiten, uranfänglichen Weite ruhte, wurde ich vom Vajra-Klang, dem Spiel der letztendlichen Wirklichkeit angerufen, einer selbstentstandenen Melodie in sieben Zeilen.
Ich erhob mich in der grenzenlosen Pracht des Sambhogakaya offenbarte ein Aufgebot an Buddhas und ihre den Raum durchdringenden Felder, geschmückt mit fünffacher Gewissheit.
Dann beschworen mich die fünf überragenden Mütter der letztendlichen Weite mit einem siebenzeiligen Lied, für das Gute der Wesen zu wirken. Und daher erhob sich ein Lotus auf seinem Stamm im Milchozean des Feldes höchsten Glücks.
Ich ward manifest, bekannt als Thöthreng, Schädelgirlande, in fünffacher Linie. Mein Leben und meine Taten jenseits des Vorstellbaren.
Und dann riefen hundert Millionen Weisheits-Dakinis mit einer einzigen Stimme zu mir, dass ich die Lehre des Geheimen Mantras verkünden möge, beauftragten mich mit dem siebenzeiligen Lied, in diese Welt zu kommen, dem Feld, das Shakyamuni zähmte.
Und so in Orgyens Land, der Wiege der Mantras, auf dem Dhanakosha-See auf einem wundersamen Lotus, der sich auf seinem Stamm erhob, erschienen aus dem Feld der Glückseligkeit kam ich. Als „Seegeborener Vajra“ bin ich daher bekannt. Unvergleichliche Wunder enthüllend, sind meine wundersamen Formen unendlich.
Für die Dakinis und Dakas des Sees brachte ich die geheime Essenz der großartigen geheimen Lehren hervor: einhundert Millionen Tantras, Agamas und Upadeshas des Magischen Netzes von Padma, um den Lebenden zu helfen und allen die noch kommen werden, gemäß ihrer verschiedenen Neigungen. Diese Lehren wurden alle von mir in Sadhanas über mich, dem Guru zusammengefasst – der Verkörperung der drei Wurzeln.
Das Gebet in sieben Zeilen ist die Wurzel all dieser Sadhanas. Als Grund symbolisieren diese Zeilen die sieben Arten des Bewusstseins; als Pfad repräsentieren sie die sieben Zweige der Erleuchtung; und wenn die Frucht erlangt wird, sind sie vollkommen als die sieben heiligen Reichtümer des Letztendlichen.
Wenn ihr mich also einfach anruft mit dieser Melodie des Vajra-Klanges, dann kann ich, Padma, nicht helfen, aber ich komme zu euch. Ich werde euch meinen Segen geben und die Ermächtigung der großen ursprünglichen Weisheit gewähren. Die Vielzahl der Gottheiten der Drei Wurzeln werden sich wie Wolken versammeln, um die ungehinderten, allgemeinen und höchsten Verwirklichungen zu gewähren.
Und in eurem Leben und in eurer Meditation oder in euren Visionen eurer Träume werdet ihr mir begegnen. Wirbelnde Regenbögen aus Licht werdet ihr sehen und süße Düfte riechen und himmlische Klänge hören und das sanfte Klopfen der Damaru. Euer Körper, eure Rede und euer Geist werden mit Segnungen durchtränkt, ihr werdet in einem einzigen Satz Erleuchtung erlangen durch die Tugend der Stärke eures Gewahrseins. Die acht Klassen der stolzen Geister werden eurem Worte untertan.
Ihr alle, die mit mir verbunden sind, werden die Macht meines Segens erlangen, und um rasch die Verwirklichung als Vidyadharas zu erlangen, werdet ihr niemals von mir – dem Lotusgeborenen – getrennt sein. SAMAYA!
Die Drei Wurzeln verkörpere ich selbst, die Vajra-Form entstanden aus dem See, erschienen als ein magisches Netz an Emanationen. Wenn ihr zu mir gemäß eurer Bestrebungen betet, werde ich euch die Verwirklichungen gewähren, die dem entsprechen.
Ihr, die ihr nun König und Untertanen seid Und zum Wohle meiner Schüler, die noch kommen, lehre ich mit Liebe die Essenz meines Herzens. Nicht enthüllt, sondern als ein tiefgründiger Schatz muss sie nun verborgen bleiben. In üblen Zeiten, die kommen, wird mein eigener Schüler erscheinen und zu dieser Zeit, ausgestattet mit Weisheit, durch die Kraft von Vairocanas Gebet, wird er diese Methode für das Zähmen der Wesen offenbaren, in symbolischen Lettern aus Licht schimmernd. Dies wird weit und breit als eine Quelle der Hilfe für die fühlenden Wesen sein. SAMAYA!

Dies ist eine Zusammenstellung aus dem Könchog Chidu von Jatsön Nyingpo und dem Weißen Lotus von Mipham Rinpoche. Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus). Möge es nützlich sein!

Verfasst von: Enrico Kosmus | 1. April 2017

Gefühlsverzerrungen durchtrennen

ChodChöd ist die Praxis um die Ich-Anhaftung oder auch Ich-Illusion, die die Grundlage der Unwissenheit und die neurotischen Gefühlsverzerrungen die, welche auch die vier Maras genannt werden, abzuschneiden.

Diese vier Maras sind :

  1. der Mara des Greifbaren (eigentlich unser 6-faches Sinnesbewusstsein in unserem Geist. Unsere 6 Sinne: Augen, Ohren, Nase, Zunge, Haut und Gedanken greifen nach Form, Klang, Geruch, Geschmack, Berührung und Vorstellung. Diese Sinnesobjekte verwirren den Geist: das ist der erste, der blockierende Mara.
  2. der Mara des Nicht-Greifbaren: er hängt nicht von äußeren Objekten ab, sondern ist im Geist selbst. Ein Gedanke löst den anderen ab in einem nicht abreißenden Strom mentaler Aktivitäten.
  3. der Mara der Erhöhung. Wenn wir glücklich sind oder erregt, dann will unser Geist in diesen freudigen Gefühlen verharren.
  4. der Mara der Ich-Anhaftung bzw. Ich-Aufblähung, er ist die Wurzel der anderen drei Maras.

Alle dualistischen Gedanken und quälenden Emotionen, die durch sinnliche Begierden verursacht werden, endlose Gedankenketten und Anhaften an freudvolle Gefühle sind nach Machig Labdön im Göttersohn Teufel (devadatta mara) enthalten. Sie sind die Wurzel des Samsara, die es abzuschneiden gilt.
Dabei umfasst das Chöd die 6 Paramitas:

  1. seinen Körper zu opfern ist Großzügigkeit.
  2. Ihn zu geben ohne Anhaftung und Bedingung ist die Praxis des Ethischen Verhaltens.
  3. Ihn darzubringen ohne Furcht und Faulheit ist die Praxis der Geduld.
  4. Freudig zu Geben ist die Praxis der Ausdauer.
  5. Ihn einsgerichtet zu geben ist die Praxis der einspitzigen Konzentration
  6. und wenn man Mahamudra während dieser Opferung realisiert, ist es die Praxis der transzendentalen Weisheit.

Der Endzweck des Chöd besteht darin, durch die Zertrümmerung der zwanghaften Ich-Fixierung, den Praktizierenden aus dem Gefängnis der dualistischen Sichtweise zu befreien. Man tritt so durch Einweihung und Praxis direkt in die nackte Präsenz der Natur des Geistes ein.
Die Natur des Geistes, das in jedem Wesen angelegte Erleuchtungspotential, ist weder an Ethnie noch an Religion gebunden und kann daher von jedem spirituell Strebenden, allerdings erst nach langen Vorübungen schließlich realisiert werden.
Diese nackte Präsenz ist das Einfache, das schwer zu machen ist. Das „Ich“ muss nicht, ja kann gar nicht verschwinden. Es ist von vornherein nie vorhanden, sondern geschieht – entsteht illusorisch – durch einen Mangel an Gewahrsein, ein Ergreifen, ein Benennen und Daran-Festhalten. Es ist einfach ein Konstrukt, einfach ein Vorgang des „Ich“-Denkens, „Ich“-Sagens und des Handelns zum „Ich“-Vorteil. Wir stellen dieses „Ich“ als Bezugspunkt für unsere gesamte Welterfahrung auf und versuchen über mannigfaltige Weise – besonders über Emotionen – uns ein „Ich“-Gefühl zu vermitteln. Dadurch fühlen wir uns dann auf eigenartige Weise lebendig. Aber dieses Ego-Konstrukt ist sehr fragil und unbeständig. Daher versuchen wir es so krampfhaft festzuhalten. Aber es ist nichts da, was zu halten wäre. Wir versuchen lediglich an Meinungen – über uns, die Anderen, die Welt etc. – festzuhalten. Der Mensch verweilt so in der zyklischen Existenz, weil er die ursprüngliche Bewusstheit in die Begrifflichkeit des Verstandes verwandelt hat. Dieses begriffliche Haften gilt es wieder in den lichthaften Urzustand zurückverwandeln.
Verbleibt man unabgelenkt im meditativen Zustand, folgt den auftauchenden Gedanken nicht, dann können diese das ursprüngliche Bewusstsein auch nicht verdunkeln, da sie ja keine Substanz haben und man eben nicht daran festhält. Wie Wellen und deren Schaumkronen wogen sie auf dem Ozean des Geistes auf und ab, sind nicht getrennt von ihm, sondern von einer Essenz.
Es gilt also hier vorerst im Rahmen der Einweihung einen Samen in den Bewusstseinsstrom des Einzelnen zu pflanzen, der dann durch sein eigenes Bemühen und das Zusammentreffen der günstigen Umstände zur Erleuchtung führen muss.

Die Worte des Tsa Ugh Rinpoche als Einleitung zur Chöd-Einweihung „Das Öffnen des Himmelstores“.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 29. März 2017

An die Dakini Yeshe Tsogyal

YesheTsogyalQuelle der Zuflucht, die Drei Juwelen und drei Kayas, Gottheit, Lehrer der drei Linien und Versammlung der Meditationsgottheiten und Dakinis, Ozean aller eidgebundenen Dharma-Schützer, Herrscher hunderter Buddha-Familien – Lama bitte blickt auf mich!
Möge ich nicht einmal für einen Moment getrennt sein. Nehmt mich unter Euren Schutz, darum bete ich. Segnet mich, damit ich der Anhaftung an Samsara überdrüssig werde.
Möge ich von nun an, so lange ich lebe, keinen festen Aufenthaltsort mehr haben, als die drei Tore des Überragenden.
Möge durch das Aufgeben aller weltlichen Aktivität, der unerschütterliche Zustand erlangt und die Stufe eines furchtlosen Vajra-Halters erlangt werden!
Mögen durch die sofortige Praxis des Mahayoga die drei Tore in die drei Vajras reifen!
Mögen durch die sofortige Praxis des Anuyoga die drei Kayas in der großen Vereinigung befreit werden!
Mögen durch die Verjüngungspraxis des Extrahierens der Essenz der Vitalenergien des Himmels die befleckten Erlebnishaufen in den Regenbogenkörper befreit werden!
Mögen durch die sofortige Praxis der klar offenbarten Lehren des Trekchö die ursprüngliche Reinheit der Großen Vollkommenheit befreit werden!
Mögen durch die sofortige Praxis des geheimen Pfades von Thögal über die vier Visionen die geschickten Mittel von Erfahrung und Realisation erlangt werden und mögen die Zeichen des Fortschritts auf dem Pfad in Übereinstimmung mit Tantra, Übertragungen und Kernanweisungen alles und unverfälscht erlangt werden.
Mögen derjenige, der erfährt und das Feld der Erfahrung sich rasch stufenweise ausbreiten und so die essentiellen Punkte des Pfades ohne Fehler verstanden und so in den jugendlichen Vasenkörper befreit werden. Mögen die Buddhas und alle Bodhisattvas der drei Zeiten alle Geistübertragungen der nichtbegrifflichen Weisheit selbst heute schon auf meinen eigenen Geist übertragen bevor ich den Regenbogenkörper des großen Übergangs erlange und möge ich so den vollkommenen Buddha Vishuddha erlangen.
Mögen ich und alle fühlenden Wesen in Verbindung mit mir die allumfassende uranfängliche Grundlage des Zustandes der Erleuchtung erlangen!

Nachdem dieses Wunschgebet praktiziert wurde, wird das richtige Mantra wie beschrieben, angesammelt. Diesen Yoga der Illusion hat der Dudjom Dorje als Antwort auf die aufrichtige Bitte des gelehrten Sohnes Tshultrim Gyamtsho aus dem himmlischen Schatzhaus der Dharmata entnommen. GE’O! SARWA MANGALAM!       

Wunderbarer Sohn! Zusammen mit dem Segen der Siegreichen und durch die unfehlbahre Wahrheit des wechselseitig bedingten Entstehens möge ich durch die völlig reine Kraft meiner reinen Motivation und meines Strebens rasch alle Zustände rasch verwirklichen!

Aus dem Dudjom Terchö; Band 16 (ma), Seite 43 – 44
© Übersetzung: Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2014)

Verfasst von: Enrico Kosmus | 18. März 2017

Sektiererei im tibetischen Buddhismus? – Ein Survival-Handbuch!

Von Thekchok Dorje

castle-1255846_1920Wenn du dich in den vielen sektiererischen Fallen des tibetischen Buddhismus nicht verfangen willst, benutze bitte deinen Verstand! Das ist der tiefgründigste Rat, der vom Dalai Lama rund um die Welt viele Male erteilt wird. Mit anderen Worten – sei klug!
Buddhismus ist nun 2.500 Jahre alt und die tibetische Tradition ist etwas mehr als 1.100 Jahre alt. Das ist eine große und komplexe Religion, mit vielen philosophischen Schulen, Traditionen, Zweigen, Variationen und Sekten. Um in der Lage zu sein, sektiererisches Verhalten zu vermeiden, muss man lernen, den echten Dharma zu finden. Das ist nicht einfach, da viele sektiererische Lehren über die Jahrhunderte gelehrt wurden.
Hier folgt nun mein Versuch, dieses Thema nun ein wenig mit einfachen Worten zu erklären. Ich werde auch versuchen, auf ein paar andere schwierige Punkte hinzuweisen, die damit zusammenhängen. Hoffentlich wird es von Nutzen sein, besonders für neue Dharma-Praktizierende.

Haupttraditionen des Buddhismus (Yanas, Fahrzeuge)

Die Einteilung gemäß der Tibeter ist:

  • Hinayana
  • Mahayana
  • Vajrayana

Das Hinayana besteht auf dieser Erde nicht mehr. Die Theravada-Tradition ist viel mehr als nur Hinayana und sollte nicht als solches identifiziert werden.
Das Mahayana teilt sich in zwei Sektionen: das Mahayana der Sutras und das Mahayana der Tantras (Vajrayana). Die Tradition des Zen ist viel mehr, als nur das Mahayana der Sutras, aber wurzelt darin.
Dzogchen ist auch Vajrayana, da unterhalb der neunten Dzogchen-Stufe die Sub-Yanas eigentlich Tantras sind.
Es gibt eine starke Tendenz in tibetischen Schulen, das Vajrayana zu verherrlichen und die (sozusagen) „niederen“ Yanas zu diskreditieren, indem darauf hingewiesen wird, dass nur das Vajrayana dich zur vollen Buddhaschaft in einem Leben führen kann. Sie bezeichnen Mahayana und Theravada als untergeordnete Methoden und sagen, dies sei etwas für Menschen mit geringeren Fähigkeiten. Das ist ein falsches Denken und sehr sektiererisch. Glaubt ihr wirklich, liebe Leute, dass ein älterer Mönch der Theravada-Tradition, der den gesamten Palikanon der Sutras auswendig aufsagen und aus seinem Gedächtnis eine vollständige Erklärung geben kann, weniger fähig ist als ein Praktizierender des Vajrayana, der bloß eine Mala des Mantras täglich aufsagen kann? Klar, die Methoden sind verschieden für unterschiedliche Arten von Menschen, aber keine ist überlegen. Das ist eine falsche Art des Denkens.
Alle buddhistischen Traditionen wurden vom Buddha Shakyamuni gelehrt und alle führen zur Erleuchtung. Daher sollten gemäß der tantrischen Gelübde (samaya) die Praktizierenden des Vajrayana alle Lehren des Buddha mit der selben Achtung respektieren.
WARNUNG! Wenn Lehrer oder langjährig Praktizierende sagen, dass ihr Yana oder Dharma besser ist, überlegen oder höher als andere, dann ist das ein Warnhinweis für sektiererische Manipulation.

Schulen des tibetischen Buddhismus

Es gibt viele. Im Allgemeinen unterscheiden wir fünf Hauptschulen, die sich wiederum aus vielen Zweigen und Untergruppen zusammensetzen:

  • Nyingma (auch „Schule der Alten Übersetzungstradition“ genannt);
  • Sakyapa;
  • Kagyupa;
  • Jonangpa;
  • Gelugpa.

Alle Schulen des tibetischen Buddhismus haben ihre Wurzeln in der alten indischen Klosteruniversität Nalanda. Daher ist – wie vom Dalai Lama oftmals ausgesprochen – der tibetischen Buddhismus die buddhistische Tradition Nalandas. Einige Schulen wurden später durch die Lehren vieler großer Meister erweitert, daher auch die Unterschiede.
Bön ist eine spirituelle Tradition, aber keine buddhistische Tradition Tibets, die aber in hohem Maße von den Dzogchen-Lehren beeinflusst ist. Der Dalai Lama sagt über Bön: „Bön ist die älteste tibetische Tradition Tibets und da sie die angestammte Quelle der tibetischen Kultur ist, spielt sie eine bedeutende Rolle indem sie die Tibets einzigartige Identität formt. Daher habe ich konsequenterweise die Wichtigkeit des Bewahrens dieser Tradition betont.“
WARNUNG! Wenn Lehrer oder langjährig Praktizierende sagen, dass ihr Yana oder Dharma besser ist, überlegen oder höher als andere, dann leuchtet das Alarmlämpchen rot wegen sektiererischer Manipulation.

Die höchsten Dharma-Systeme gemäß dem Vajrayana

  • Madhyamaka – der Mittlere Pfad: Mittel der Dharma-Studien, um mittels Erkenntnis, Studium, Kontemplation und Meditation die höchste Realisation zu erlangen;
  • Mahamudra – das Große Siegel: im Allgemeinen ein Stufenpfad durch meditative Erfahrung;
  • Dzogchen – die Große Vollkommenheit: der direkte Pfad durch direkte meditative Erfahrung.

Alle Systeme bringen dasselbe Resultat, aber von unterschiedlicher Richtung. Realisiert man eines, dann bringt das die Verwirklichung aller anderen zur selben Zeit (zitiert aus dem Mahamudra-Gebet des 3. Karmapa). Daher gibt es kein besseres oder schlechteres System.
WARNUNG! Wenn Lehrer oder langjährig Praktizierende sagen, dass ihr Yana oder Dharma besser ist, überlegen oder höher als andere, dann leuchtet das Alarmlämpchen rot wegen sektiererischer Manipulation.

Nicht vermischen

Das wird sehr oft von langjährig Praktizierenden den jüngeren Dharma-Praktizierenden gesagt, die glauben, dass das Mischen der Lehre einer Tradition mit anderen Traditionen den Anfängern auf diese Weise schadet, da sie es nicht verstehen würden und verrückt werden oder die Dharmapalas (machtvolle Wesen, Beschützer des Buddhismus) beleidigen würden.
Nun gut, wir sind kluge Leute… Wir sind zum Buddhismus gekommen, weil wir Erkenntnis und Erleuchtung suchen. Viele von uns haben zumindest die Pflichtschule abgeschlossen, mit schwierigeren Fächern als den Unterschieden zwischen den tibetischen Traditionen oder Gottheiten.
Lerne einfach von verschiedenen Lehrern. Das ist tatsächlich nicht gefährlich. Sei klug! Die Dharmapalas sind glücklich, wenn du weiser wirst!
Auf einer sehr fortgeschrittenen Stufe der Meditationstechniken wählen die Yogis/Yoginis oft einen Pfad oder eine Tradition, aber das hat einfach ganz praktische Gründe. Sie haben keine Zeit, etwas anderes zu praktizieren, weil es entlang des Pfades eine Menge zu tun gibt.
WARNUNG! Wenn du hörst, „vermische die Traditionen nicht“, dann leuchtet das Alarmlämpchen rot wegen sektiererischer Manipulation.

Bodhicitta

Das ist eine der wichtigsten Lehren des Buddha. Im Grunde die wichtigste für alle Traditionen. Im Theravada übt man sich auch darin, Mitgefühl zu entwickeln. Aber der Hauptfokus findet sich dabei natürlich im Mahayana (einschließlich dem Vajrayana).
Es gibt keine Vajrayana ohne Bodhicitta! Wer immer dir anderes erzählt, manipuliert dich. Tantrische Techniken wurden für den Zweck der rascheren Realisation des Ziels der Erlösung [Befreiung] des Bodhisattva angenommen. Da führt kein Weg daran vorbei. Es gibt das relative und absolute Bodhicitta, das zweite sind die Lehren über Shunyata. Wie der 3. Karmapa schrieb: „Im Ausdruck der liebenden Güte ist die Wahrheit ihrer wesentlichen Leerheit nackt und klar. Die Einheit ist der überragende, fehlerlose Pfad.“ Daher bezeichnet die Leerheit des absoluten Bodhicitta keinen Mangel an Mitgefühl auf relativer Ebene.
WARNUNG! Wenn du hörst, dass Vajrayana oder Dzogchen dem Mahayana überlegen sei oder dass Mitgefühl etwas für sentimentale Menschen wäre, dann leuchtet das Alarmlämpchen rot wegen sektiererischer Manipulation.

Guru

Das kann ein eigener Punkt zu diesem Thema sein.
Wer kann Guru sein?
Einteilung, die auf Alter beruht:

  • voll ordinierter Mönch
  • alterer Mönch oder ältere Nonne
  • ein älterer Yogi-Praktizierender.

Einteilung, die auf Studium beruht:

  • Acharya – ein Magister der Philosophie in buddhistischen Studien
  • Geshe/Khenpo – ein Doktor in höheren buddhistischen Studien

Einteilung basierend auf dem Grad der spirituellen Verwirklichung:

  • Lama (Lehrer) – gewöhnlich eine Person mit großer meditativer Erfahrung
  • Tulku – eine Person, die als wiedergeborener Meister anerkannt wurde, die in ihrem früheren Leben Guru war
  • Rinpoche – ein Titel, der einigen Lamas, Geshes, Khenpos oder Tulkus verliehen wird, wenn sie eine hohe Stufe der Verwirklichung erlangen (Bitte bedenke, einige Tulkus werden aus Respekt Rinpoche genannt, ungeachtet ihres Grades der Verwirklichung).

Wie man einen authentischen Guru erkennt:
Der Buddha hat Rat gegeben, wie man einen guten Dharma-Lehrer erkennt – Udayi Sutta: Über Udayin
Qualitäten eines Mahayana Guru
Auf verschiedene Arten:
Es gibt keine Regel, dass man nur einem Guru folgen darf, im Gegenteil, du kannst von vielen Gurus lernen und wenn du nach einiger Zeit wünscht, einen auszuwählen und ihm oder ihr zu folgen, dann wähle einen der für dich der gütigste war (Freigiebig im Dharma) und behandle alle anderen mit Respekt und Dankbarkeit.
WARNUNG! typisch für Alarmstufe Rot:

  • „Folge keinen anderen Lehrern, nur mir.“
  • Aus persönlichen Gründen um Geld bitten oder auch um seine oder ihre Aktivitäten zu unterstützen.
  • Ich muss so offensichtliche Dinge wie kriminelle Handlungen, sexuellen Missbrauch etc. nicht erst besonders erwähnen.

Linie

In allen Traditionen des Buddhismus ist die Linie wesentlich. Deshalb sind wir sicher, dass die Übertragung der ursprünglichen buddhistischen Lehren bis heute eine ungebrochene Überlieferungslinie haben. Frage daher immer die Lehrer oder den Guru nach seiner Linie und wie diese mit dem Buddha verbunden ist. Allgemein sind die meisten Linien gut bekannt und haben eine große Anzahl an Vertretern, somit kannst du das einfach überprüfen. Sei vorsichtig bei Gurus, die behaupten, dass sie direkte Visionen oder Lehren vom Buddha haben. Das kann gelegentlich richtig sein (beispielsweise bei tibetischen Termas), kann aber auch oft falsch sein. Gurus, die wirklich direkte Übertragungen und Visionen haben, sind entweder Tertöns (einer der früheren 25 Schüler von Padmasambhava) oder sie haben einen hohen Grad der spirituellen Realisation durch ihre früheren Bemühungen erlangt, daher ist es einfach zu prüfen, wo sie zuvor studiert und was sie erreicht haben.
WARNUNG! Wenn du hörst, dass der Lehrer Visionen vom Buddha oder Gottheiten hat, aber stattdessen eine gewöhnliche Person ohne einen Lehrplan aus früheren Bemühungen und buddhistischer Ausbildung in Sutras und Tantras ist, dann leuchtet das Alarmlämpchen rot wegen sektiererischer Manipulation. Dasselbe trifft auf Gurus zu, die behaupten, sie würden keine Linie benötigen oder ihre Linie wäre neu.

Hingabe

Wie der Dalai Lama oftmals sagt, Buddhisten sollten eine kluge Hingabe haben, basierend auf Prüfung und Erfahrung. Er geht sogar noch weiter, indem er sagt, „spioniere deinen Guru aus“. Nur wenn du dir zu 100% sicher bist, dass er das Verhalten einhält, rechte Disziplin usw. und seine/ihre Lehren deinen Geist wandeln, nur dann lasse Hingabe entstehen. Jede andere Art der Hingabe ist wie das Stehen auf dünnem Eis, ein einfacher Schritt führt zum Einbrechen.
Hingabe zum Buddha, den Yidams [Mediationsgottheiten], Dakinis und Dharmapalas sollte auf der Grundlage eines Verständnisses erfolgen, dass sie erleuchtete Eigenschaften deines eigenen Geistes darstellen.
WARNUNG! Wenn du hörst, du solltest Vertrauen haben und kein Bedarf an Studien besteht, Mitgefühl entwickeln oder zu meditieren, dann ist das eine Art des Buddhismus, die einfach zur Anbetung einer Gottheit verkommt und dann sollten die Alarmglocken wegen sektiererischer Manipulation laut schrillen.

Samaya

Das Samaya (tib., dam tshig) ist ein Set an Gelübden oder Vorsätzen, das den Eingeweihten eines esoterischen Ordens im Vajrayana-Buddhismus als Teil der Abhisheka-Zeremonie (Ermächtigung oder Einweihung) gegeben werden, die ein Band zwischen dem Guru und dem Schüler schafft.
Die Samaya-Gelübde sind sehr wichtig, sie richtig einzuhalten, ist schon ein Pfad an sich. Jede Ermächtigung hat ein Samaya, egal ob es nun im Detail erklärt wird oder nicht. Frage daher immer den Lehrer nach dem Samaya, das mit einer speziellen Ermächtigung verbunden ist und wenn notwendig, frage nach den Einzelheiten. Mache dir Notizen zum Samaya und erinnere dich jeden Tag an sie und versuche sie rein zu halten.
Es gibt zwei Verhaltensweisen, die man bei Lehrern in Bezug zum Samaya antreffen kann:

  • Ein Lehrer mag das Samaya nicht vor der Ermächtigung erklären und überrascht die Schüler dann mit einer plötzlichen Verpflichtung.
  • Ein Lehrer kann viel zu viele Samayas besonders in Bezug auf die tägliche Praxis oder die Mantra-Wiederholung geben, sodass man sich für einen bestimmten Zeitraum jeden Tag verpflichten muss, um diese Verpflichtungen zu erfüllen.

Ich möchte nicht behaupten, das wären Signale für sektiererische Manipulation, aber man sollte darüber nachdenken und vorsichtig dabei sein. Viele Samayas zu halten, kann schwierig sein, wenn man Laienpraktizierender ist und arbeiten oder der Familie helfen muss.
WARNUNG! Wenn der Lehrer dir Samayas gibt, die den Bodhicitta-Gelübden widersprechen, dann ist das ein Warnsignal für sektiererische Manipulation. Ein Samaya sollte dein Liebe, dein Mitgefühl und deine Weisheit vermehren, und nicht gegen sie sein.

Dharma

Der Dharma bzw. die Lehren des Buddha sind sehr tiefgründig. Wie könnte der Dharma ohne Lehrer verstanden werden? Somit besteht ein Dilemma – wem kann man mehr trauen? Unserer eigenen Intuition und unserem Verständnis oder einem Lehrer vertrauen, der den Dharma erklärt?
Der Dalai Lama sagt, dass es heutzutage sehr schwierig ist, einen reinen authentischen Lehrer zu finden. Daher sagt er, mehr dem geschriebenen Dharma zu vertrauen – den Schriften – Sutras, Tantras und Kommentaren. Andererseits sagt er auch, dass buddhistische Logik und Praxis auf dem Konzept beruhen, dass die Dharma-Schriften fehlerlos sind. Er empfiehlt persönliche Überprüfung und durch Erfahrung herauszufinden, ob die Dharma-Schriften richtig sind. Das ist ein ziemlich wissenschaftlicher Ansatz.
WARNUNG! Die Lehren des Gurus müssen auf dem geschriebenen Dharma beruhen (mit Ausnahme der persönlichen meditativen Erfahrung). Frage immer nach der Quelle der Lehren, sei es Sutra, Tantra oder Kommentar. Wenn ein Guru die genaue Quelle nicht nennen kann, aber dennoch behauptet, das wäre buddhistische Lehre, dann ist das ein Warnzeichen für sektiererische Manipulation.

Sangha und „Dharma-Polizei“

Sangha oder die Versammlung der Praktizierenden ist ein breiter Begriff und wird sowohl dafür verwendet, um die Arya Sangha – die kostbaren Wesen wie den großen Bodhisattvas etc. zu beschreiben, wie auch einfach die Versammmlung oder die monastischen oder yogischen Praktizierenden und die Laien.
Es gibt ein allgemeines Missverständnis dabei, die Mönche und Nonnen als Sangha zu bezeichnen, aber nicht die Yogis oder Laien. Naja, eigentlich ist das die Sicht des Theravada. Aus Sicht des Vajrayana gehören auch Yogis und Laienpraktizierende zur Sangha und halten oft Samayas, die dieselben sind wie die Monastischen.
„Dharma-Polizei“ ist ein Begriff, der verwendet wird, um ältere Praktizierende zu beschreiben, die einen Trieb zur Kontrolle verspüren, ob du deine Verpflichtungen erfüllst oder nicht. Die deine Samayas und deine Moral überprüfen. Lass sie das bitte nicht tun! Das ist nicht ihr Geschäft! Wie du die Samayas hältst und was du machst, ist eine Angelegenheit deines eigenen Geistes und vielleicht deines Gurus. Niemand anderer hat das Recht, dich darum zu bitten.
WARNUNG! Wenn du den Eindruck hast, dass ältere Praktizierende sich zu viel dafür interessieren, was du machst oder nicht machst und versuchen, das zu beeinflussen oder zu steuern, dann sollten die Alarmglocken wegen sektiererischer Manipulation schrillen.

Zeitalter des Niedergangs und Weltuntergang

Ja, wir leben in einem Zeitalter des Niedergangs (manchmal „Kaliyuga“ genannt), das einen signifikanten Einfluss auf unsere Emotionen und unsere Wahrnehmung hat. Dennoch sollten wir das Universum nicht für unsere Fehler verantwortlich machen. Samsara ist Leiden, egal welches Yuga oder Zeitalter ist. Wir können Erleuchtung in jedem Yuga erlangen, das spielt keine Rolle.
Einige Lehrer im Westen lieben es, diese Information über das Kaliyuga zu sehr zu verwenden, indem sie etwas wie eine biblische Apokalypse oder eine andere Art von Weltuntergang daraus machen. Weil es ist einprägsam und Westler lieben diese Vorstellung. Tatsächlich wissen wir aber nicht, ob wir unseren Atem in den nächsten zehn Minuten aushauchen oder nicht. Sich über Weltuntergänge zu sorgen, macht also überhaupt keinen Sinn.
In ein paar Sutras erklärt der Buddha eigentlich, wenn jemand wahres Mitgefühl während des Zeitalter des Verfalls entwickelt, dass der angesammelte Verdienst für diesen millionenmal größer ist, als wenn jemand das während eines anderen Zeitalters macht. (Quelle erforderlich)
Daher verstehen wahre Praktizierende das Zeitalter des Niedergangs als Gelegenheit und nicht als Katastrophe. Bitte erinnere dich daran!
WARNUNG! Wenn ein Lehrer oder eine Gruppe viel zu viel über das Zeitalter des Niedergangs spricht, also ob sie Leute in die Depression stürzen möchten, dann ist das ein Warnhinweis für sektiererische Manipulation.

Tibeter

Tibetische Menschen sind wirklich sehr nett, Zeitalter buddhistischer Praxis ist in ihrem Blut. Dennoch sind sie Menschen mit Emotionen und Karma. Ja, es gibt heilige Tibeter, aber es gibt auch Mörder und Kriminelle unter ihnen. Genauso wie in jeder anderen Nation.
Auch nicht alle Tibeter praktizieren den Dharma, nicht alle Tibeter haben ein Wissen über den Dharma. Bleib einfach weise, nicht naiv!
Keine Gefahr.

Die „Tibetische Sache“

Da wir den Dalai Lama lobpreisen, sind wir ein bisschen in die tibetische Angelegenheit verwickelt, ob es sich nun um Unabhängigkeit des Landes oder Menschenrechte geht. Jedoch in die tibetische Sache involviert zu sein, sollte nicht Hass oder Wut den chinesischen Menschen gegenüber erzeugen. Und es ist beleidigend, alle Chinesen für das tibetischen Leiden verantwortlich zu machen. Das ist ein Missverständnis und sehr leidvoll für unsere chinesischen Brüder und Schwestern.
Keine Gefahr.

Klösterliche Wohltätigkeitsorganisationen

Wenn wir unser Geld westlichen Wohltätigkeitsorganisationen spenden, dann prüfen wir die Organisation und den Fall sehr genau, oder? Wir würden nicht einen Euro geben, ohne uns zu vergewissern, dass es für etwas Rechtmäßiges ist. Warum sollten wir das nicht auch im Falle von buddhistischen Wohltätigkeitsorganisationen tun? Nur weil jemand Roben trägt, macht das die Person noch nicht ehrbar und gut. Wohltätigkeit sollte sichtbar sein und ihre Finanzen offenlegen oder ihren jährlichen Tätigkeitsbericht veröffentlichen oder es sollte möglich sein, das zu überprüfen, falls erforderlich. Ehrlich Leute, seid nicht naiv.
Keine Gefahr.

Geschäfte mit dem Dharma

Wir sind oft Melkkühe für alle mit dem Dharma verbundenen Geschäfte, einschließlich der Lehren selbst. Da gibt es das falsche Verständnis unter den Westlern, dass wir für etwas zahlen müssen, um es wert zu schätzen. Das ist so verkehrt. Basierend auf diesem falschen Verständnis werden wir seit den 1970ern gemolken, indem wir privates Glück in Indien und anderen Ländern finden. Ich spreche nicht über die goldenen Dächer der Klöster. Ich spreche über Familien der Lehrer, die wie Millionäre leben. In Asien werden buddhistische Veranstaltungen oft gesponsert. Die Leute geben Geld, um es anderen zu ermöglichen, gratis an den Lehren teilzunehmen. Das wäre großartig, wenn wir das im Westen auch fördern könnten.
WARNUNG! Wenn dein Lehrer oder die Gruppe zu viel Geld für die Lehren oder die Veranstaltungen bittet, ohne eine gute Begründung, dann ist das ein Warnsignal für sektiererische Manipulation.

Gefährliche Sekten

Ja, es gibt sie. Es gibt gefährliche tibetische buddhistische Sekten. Erinnert euch daher an diese Hinweise und prüft. Seid klug!
Ich möchte hier keine Gruppe nennen und blamieren, aber wenn ihr nach gefährlichen tibetischen buddhistischen Sekten und Lehrern such, dann werdet ihr genügend Information erhalten.

Verfasst von Thekchok Dorje; europäischer Dharma-Schüler und Vajrayana-Rime-Praktizierender seit 1993
Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2017). Möge es von Nutzen sein!
Das englische Original findet sich Hier und HIER.

Verfasst von: Enrico Kosmus | 15. März 2017

Tibetan Buddhism sectarianism – a survival guide

by Thekchok Dorje

buddha-1768481_1920If you don’t want to be caught by many sectarian traps in Tibetan Buddhism please utilize your intelligence! This is the most profound advice given many times around the world by His Holiness Dalai Lama. In other words – be smart!
Buddhism is 2500 years old and Tibetan tradition more 1100 years old. This is large and complex religion with many philosophical schools, traditions, branches, variations and sects. To be able to avoid sectarianism one need to learn how to find true Dharma. This is not easy, many of sectarian teachings are taught for centuries.
Below is my attempt to explain a little about this topic in simple words. I will also try to address some other difficult topics related. Hope it will be useful especially for new Dharma practitioners.

1. Major Buddhist traditions (=yanas =vehicles):

Classification according to Tibetans is:

  • Hinayana
  • Mahayana
  • Vajrayana

Hinayana does not exist anymore on the Earth.
Theravada tradition is much more than Hinayana and should not be identified as such.
Mahayana divides into two sections: Mahayana of sutras and Mahayana of tantras (Vajrayana).
Zen tradition is much more than Mahayana of sutras, but roots are there.
Dzogchen is Vajrayana too, as lower of 9 Dzogchen sub-yanas are in fact tantras.
There is strong tendency in Tibetan schools to glorify Vajrayana and discredit “lower” (as they say) yanas, by pointing out that only Vajrayana can bring you to full Buddhahood in one life time. They call Mahayana and Theravada lower methods and say it’s for people with lower capacities. This is wrong thinking and very sectarian. Do you guys honestly think that senior monk of Theravada – who memorized whole Pali Canon of sutras and can give full explanation from his memory – has less capacity than Vajrayana practitioner who can barely chant one rosary of mantra daily? Yes methods are different for different kind of people, but none is superior – this is wrong way of thinking.
All Buddhist traditions were taught by Buddha Shakyamuni and all leads to enlightenment.
Actually there is less known concept of Ekayana (one vehicle) which says all traditions are in fact one path which leads to full enlightenment.
Also according to tantric vows (samaya) Vajrayana practitioners should respect all teachings of Buddha with the same regard.
Warning signal – if teacher or fellow practitioners are saying their Yana or Dharma is better, superior or higher than others – this is a warning of sectarian manipulation.

2. Schools of Tibetan Buddhism

There are many. In general we distinguish 5 major schools – they contain many branches and sub-traditions:

  • Nyingmapa (called also old school),
  • Sakyapa,
  • Kagyupa,
  • Jonangpa,
  • Gelugpa,

All schools of Tibetan Buddhism have their roots in ancient Indian University of Nalanda. Therefore as often spoken by Dalai Lama – Tibetan Buddhism is in fact – Nalanda Buddhism tradition. Some schools were enriched later by teachings of many great masters – therefore differences.
– Bon is spiritual non Buddhist tradition of Tibet highly influenced by Dzogchen teachings.
HH Dalai Lama says this about Bon: „Bon is Tibet’s oldest spiritual tradition and, as the indigenous source of Tibetan culture, played a significant role in shaping Tibet’s unique identity. Consequently, I have often stressed the importance of preserving this tradition.”
Warning signal – if teacher or fellow practitioners are saying their tradition or Dharma is better, superior or higher than others – this is a warning red alert of sectarian manipulation.

3. The highest Dharma systems according to Vajrayana:

  • Madhyamika – middle way – means of Dharma studies to achieve highest realization via knowledge, study, contemplation and meditation,
  • Mahamudra – great seal – gradual path through meditative experience,
  • Dzogchen – great perfection – immediate path through direct meditative experience,

All systems bring the same result but from different angle. Achieving one brings realizations of all of them at the same time (quote from 3rd Karmapa’s Prayer of Mahamudra) – therefore there is no better or worst system.
Warning signal – if teacher or fellow practitioners are saying their system or method is better, superior or higher than others – this is a warning red alert of sectarian manipulation.

4. “Don’t mix”

This is spoken very often to new Dharma practitioners by fellow practitioners, who believe mixing teaching of one tradition with other traditions can harm beginners in this way that they cannot comprehend and can get crazy, or offend Dharmapalas (powerful spirits – protectors of Buddhism).
Well, but we are smart people… We came to Buddhism because we seek knowledge and enlightenment. Most of us finished at least secondary school, with more difficult subject than differences between Tibetan traditions or deities.
Just learn from different teachers – there is no danger really! Be smart! Dharmapalas will be happy if you get wiser!
At very advanced level of meditation techniques yogis/yoginis often choose one path or tradition, but this is due to simple practical reason – there is no time to practice something else, there is a lot to do anyway on one path.
Warning signal – if you hear “don’t mix” traditions – this is a warning red alert of sectarian manipulation.

5. Bodhichitta

Bodhichitta or „enlightenment-mind” is the mind that strives toward awakening and compassion for the benefit of all sentient beings.
This is one the most important teachings of Buddha. The most important for all traditions actually. Theravada too trains to develop compassion. But of course major focus is in Mahayana (including Vajrayana).
There is no Vajrayana without Bodhichitta! Whoever tells you otherwise is manipulating you.
Techniques of tantra are adopted for purpose of faster realization of soteriological goal of Bodhisattva. No other way around. There is relative and absolute Bodhichitta, second one are teachings about Sunyata. As 3rd Karmapa wrote – “In expressions of loving kindness, the truth of its essential emptiness is nakedly clear. This unity is the supreme unerring path”. Therefore emptiness of absolute Bodhichitta does not justify lack of compassion on relative level.
Warning signal – if you hear that Vajrayana or Dzogchen is above Mahayana or that compassion is for sentimental people – this is red alert of sectarian manipulation.

6. Guru:

This can be one separate topic on the issue.

Who can be Guru?
Classification based on seniority:

  • Fully ordinate monk,
  • Senior monk/nun,
  • Senior yogi practitioner,

Classification based on studies:

  • Acharya – Master of philosophy in Buddhist studies,
  • Geshe/Khenpo – PhD in Buddhist higher studies,

Classification based on level of spiritual realization:

  • Lama (teacher) – usually person with great meditational experience,
  • Tulku – person to be recognized as reincarnated master – who was Guru in previous life,
  • Rinpoche – title given to some Lamas, Geshes, Khenpos or Tulkus when they achieve high level of realization (Please note – some tulkus are called Rinpoche out of respect despite their level of realization).

How to recognize authentic Guru:
Buddha advice how to recognize a good Dharma teacher – Udayi Sutta: About Udayin
https://www.facebook.com/notes/mahakala/buddha-advice-how-to-recognise-a-good-dharma-teacher-udayi-sutta-about-udayin/436771289706844

Qualities of a Mahayana Guru:
https://www.facebook.com/notes/mahakala/qualities-of-a-mahayana-guru/969632546420713

One versus many:
There is no rule that you need to follow only one Guru, on the contrary you can learn from many Gurus, and after sometimes if you wish to choose one and follow him/her closely – choose one who was the most kind for you (generosity of Dharma) and treat all others with respect and gratitude.
Warning signal – typical red alerts:
“Don’t follow other teachers, only me”
Asking for money for personal use,
asking for money for supporting his/her activities,
I don’t have to mention obvious like criminal activities, sexual abuse etc.

7. Lineage:

In all traditions of Buddhism lineage is essential. This way we are certain that transmission of original Buddha teachings are passed in unbroken lineage until today. Therefore always ask teachers or Guru about his lineage and how it connects to Buddha. In general most of lineages will be well known and have large number of representatives so you can easily check. Be cautious about Gurus who claim they have direct visions or teachings from Buddha. This may be true on occasion (for example Tibetan termas) but often can be false. Gurus who actually have direct transmitions and visions are either Tertons (one of former 25 disciples of Padmasambhava) or they achieved high level of spiritual realization through their previous effort, therefore it’s easy to check who they study with before and what they achieved.
Warning signal – if you hear that teacher had visions from Buddha or deities, but it rather ordinary person without curriculum of previous effort and Buddhist education in sutras and tantras – this is red alert of sectarian manipulation. The same goes for Gurus who claim they don’t need lineage or their lineage in new.

8. Devotion:

As HH Dalai Lama often says, Buddhists should have smart devotion, based on observation and experimentation. He goes even further by saying “spy on your Guru”. Only if you are 100% sure he keeps conduct, right ethics and his/her teachings changed your mind – only then give rise to devotion. Any other kind of devotion is like standing on thin ice, simple step can crack it.
Devotion towards Buddha, Yidams, Dakinis, and Dharmapalas should be based on understanding that they represent enlightenment qualities of our own mind.
Warning signal – if you hear that you should have faith and no need to study, develop compassion or meditate – this kind of Buddhism becomes just simple deity worshipping and this is red alert of sectarian manipulation.

9. Samaya:

The samaya (Tib: damtsig) is a set of vows or precepts given to initiates of an esoteric Vajrayana Buddhist order as part of the abhiṣeka (empowerment or initiation) ceremony that creates a bond between the guru and disciple.
Samaya vows are very important, to keep them correctly is a path itself. Every empowerment have samaya, whenever they are explained in details or not. Please always ask teacher about samaya connected with specific empowerment and ask for details if necessary. Make notes on samaya and remember them every day and try to keep pure.
There are two behaviours which one can meet from teacher in regards of samaya:

  • teacher may not want to explain samaya before empowerment and after surprise student with sudden commitment,
  • teacher can give too many samaya especially in regards of daily practice or mantra repetition, so that one will have to commit certain amount of time every day to fulfil these commitments.

I wouldn’t say these are signals of sectarian manipulation but something to consider and be cautious about. Keeping many samayas may become difficult if you are lay practitioner and need to work or help family.
Warning signal if teacher is giving you samaya to do which are against Bodhichitta vows this is red alert of sectarian manipulation. Samaya should enrich your love, compassion and wisdom, not go against them.

10. Dharma:

Dharma or teachings of Buddha are very profound. However Dharma cannot be understood without teacher. So there is a dilemma – whom to trust more? Our own intuition and understanding or trust teacher who explains Dharma?
His Holiness Dalai Lama says that these days it is rather difficult to find pure authentic spiritual teacher therefore he says trust more written Dharma – scriptures – sutra, tantra and commentaries. On the other hand he also says, that Buddhist logic and practice is based on concept that Dharma scriptures are unmistaken. He suggests personal investigation, and through experimentation to find out whenever Dharma scriptures are correct. This is pretty much scientific approach.
Warning signal – Guru’s teachings must be based on written Dharma (with exception of personal meditative experience). Always ask for source of teachings, which sutra/tantra or commentary. If Guru cannot point the exact source but still claims this is Buddha teachings – this is red alert of sectarian manipulation. 

11. Sangha and „Dharma police“:

Sangha or gathering of practitioner is wide term and is both used to describe Arya Sangha – precious beings like great Bodhisattwas etc. as well as just gathering or practitioners monastic, yogic and lay.
There is common misunderstand in regards of treating monastic as Sangha, but yogic or lay not. Well actually this is Theravada view. From Vajrayana point of view Yogi and lay practitioners are sangha too, and often keeps samaya vows which are the same noble as monastic.
“Dharma police” is term used to describe senior practitioners who have an urge to control whenever you fulfil your commitments or not. Checking your samaya and your ethics. Please don’t let them! This is none of their business. How you keep samaya and what you do is a matter of your own mind and eventually your Guru. Nobody else have right to ask you about that.
Warning signal – if you feel your fellow practitioners are taking too much interest in what you are doing or not doing, and try to influence this or control – this is red alert of sectarian manipulation.

12. Degeneration age and dooms day:

Yes we are living in degeneration age (sometimes called Kali-Yuga) which has significant impact on our emotions and perception, however we should not blame cosmos for our wrong doings. Samsara is suffering no matter what Yuga or age is. We can achieve enlightenment in whatever Yuga, it doesn’t matter.
Some teachers in the west love to overuse information about Kali-Yuga making from it something similar to biblical apocalypse or any other dooms day – because it’s catchy and westerners loves this idea. In fact we don’t know if we will be breathing in next 10 minutes, worrying about dooms day makes no sense at all.
In fact in some sutras Buddha explained that if someone develops true compassion during degeneration age, their accumulated merit is million times bigger than doing the same during different age (source required).
So real practitioners see degeneration age as opportunity, not disaster. Please remember this!
Warning signal – if teacher or group talks about degeneration age too extensive, like they would like to put people in depression – this is red alert of sectarian manipulation.

13. Tibetan people:

Tibetan people are indeed very nice, ages of Buddhist tradition is in their blood. However they are still people with emotions and karma. Yes there are holy Tibetans but there are also murderers and criminals among them – like in every other nation.
Also not all Tibetans practice Dharma, not all Tibetans have any knowledge about Dharma too. Just be wise, not naïve.
No warning signal

14. Tibetan cause:

Since we praise Dalai Lama we are a little bit involved in Tibetan cause, whenever it is about independence of the country or human rights. However being involved in Tibetan cause should not generate hatred or anger towards Chinese people. And it is abuse to call all Chinese people responsible for Tibet sufferings. This is misunderstanding and very harmful for our Chinese brother and sisters.
No warning signal

15. Monastic charities:

When we offer our money to western charities we are checking very well organization and cause, aren’t we? We won’t give $1 without making sure it’s for legitimate cause. Why wouldn’t we do it in case of Buddhist monastic charities? Somebody wearing robes doesn’t make that person honest and good. Charities should be visible and have their financials or annual report of activities published or available to be investigated if requested. Honestly friends don’t be naïve.
No warning signal

16. Dharma business:

We are often milk cows for all Dharma related businesses including teachings itself. There is this wrong understanding about westerners – that we need to pay to appreciate something. That is so wrong. Based on that wrong understanding we are milked since 1970ties founding private fortunes in India and other countries. I’m not talking about golden roofs of monasteries. I’m talking about families of teachers living like millionaires. In Asia Buddhist events are often sponsored, people give money to allow others to come to the teachings for free. That’d be great if we could promote this in the west too.
Warning signal – if your teacher or group is asking too much money for teachings or events – without good justification – this is red alert of sectarian manipulation.

17. Dangerous sects:

Yes – they are there – there are dangerous Tibetan Buddhist sects – therefore please remember about this guide and check. Be smart!
I will not name and shame any group here, but if you search for dangerous Tibetan Buddhist sects and teachers you will get enough information.

Author: Thekchok Dorje; European Dharma student and Vajrayana Rime practitioner since 1993

Special thanks to Thekchok Dorje, who’s running the Facebook page „Mahakala“ where you find the original source. With his consent this text is available here too and in future also translated in German.

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