Verfasst von: Enrico Kosmus | 15. März 2010

herzensGEIST – Die Offenheit des geistigen Raumes

Viele Menschen begeben sich auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Mit dem Finden dieser eigenen Identität schöpft man Sicherheit. Die Orientierung im Leben ist abhängig von unserer inneren Landkarte. Die Frage nach dem Bezugsrahmen und den Standards im Leben will beantwortet werden. Weisheit bedeutet, mit einem Gefühl von Ausgewogenheit eine Perspektive im Leben zu finden. Aus der gewonnenen Kraft entsteht die Fähigkeit zu handeln. Die gewonnenen Erfahrungen wollen auch umgesetzt und ins tägliche Leben integriert werden. Mit dem Wissen um die Lebensvision kann man den individuellen Platz im Leben einnehmen und bewusst leben.
Die Dharma-Tradition geht davon aus, dass es eine tiefe menschliche Weisheit, mit der die Probleme der Welt überwunden werden können, tatsächlich gibt. Diese Weisheit gehört weder einer bestimmten Kultur oder Religion, noch stammt sie nur aus dem Westen oder nur aus dem Osten. Wesentliche emotionale Aspekte des Herz-Geistes sind Liebe, Ehre und Respekt. Gar viele Probleme resultieren aus einer falschen verstandenen Ausrichtung gerade dieser drei Qualitäten. Oftmals werden diese emotionalen Aspekte als Objekte außerhalb gesucht bzw. an Personen oder Dingen montiert. Aber gerade im Prozess der Bewusstwerdung ist es wichtig, diese Ausrichtung auch auf das eigene Wesen auszudehnen. Ein liebevoller, ehrlicher und respektvoller Umgang mit sich und seinen Bedarfen ist notwendig. Das Regulieren des Herz-Geistes geschieht bei den Energieübungen durch das In-Ruhe-Treten. Der Geist wird von jeglichen ablenkenden Gedanken befreit. Durch diese Entspannung tritt der Ausübende in einen heilvollen Bewusstseinszustand ein. Negative Erregungsbildungen im vegetativen Nervensystem können dadurch ausgeschaltet werden, und die inneren Organe können sich von selbst regulieren.
Selbst
-Bewusstsein ist der erste Schritt, mit dem die negative Spirale von Ohnmacht, Verzweiflung und Destruktion durchbrochen wird. Begibt der Mensch sich auf den Pfad des Herzens, so ist zunächst einmal die Besinnung auf das eigene wahre Wesen bedeutsam. Man hört auf sein Herz. Was ist einem wichtig im Leben, was ist von Bedeutung? Was hat angesichts der Vergänglichkeit des Individuums dennoch Dauer? Das Wissen um die eigene Vergänglichkeit ruft jedem Menschen die Einzigartigkeit seines Wesens und somit seines Lebensauftrages ins Bewusstsein. Die Gewissheit der Endlichkeit der Individualität verleitet alle Menschen im Laufe ihrer unzähligen Geburten immer wieder zu unheilsamen Handlungen. Aus Angst vor dem Vergehen der Eigenexistenz werden unaufhörlich Aktivitäten zur Selbstbestätigung gesetzt. Da die Geburt im Menschenreich sehr kostbar ist, sollte dieses erworbene Leben sinnvoll genutzt werden. Weltliche Ablenkungen, die den Geist zerstreuen, sollten daher bleiben gelassen werden. Dies bedeutet aber nicht, dass man in seinen spirituellen Übungen eine rigide Strenge mit sich und seiner Umwelt walten lassen sollte. Ruhe und Aktivität in ihrem natürlichen Wechsel dienen der Entwicklung in hohem Maße. Eine leistungsorientierte Spiritualität ist wieder nur ein Ausdruck einer Ich-Fixierung, wenn auch diesmal in einem Engelskleid.
Die Besinnung, die in der Zufluchtnahme liegt, ist die Berührtheit des Herzens im Angesicht der Vergänglichkeit und das Wissen um das Nicht-Vorhanden-Sein einer unabhängigen Existenz. In dieser Zuflucht wird die Verbundenheit mit allem verspürt. Nicht unsere Erfolge und Niederlagen, nicht unsere Güter, Ideen und Meinungen können wir am Ende des Lebens auf die Reise der großen Wandlung mitnehmen.
Es sind aber die Taten, die bestimmte Eindrücke in unserem Geist hinterlassen haben. Verlöschen wird durch das Nicht-Ur-Teilen erlangt. Die Sinne nehmen dabei das Dasein in seiner reinen Form auf und der Geist lässt das Urteilen. Dies ist auch mit der oftmals zitierten „Armut im Geiste“ gemeint. So wird diese Wesensessenz in gelassener Wachheit und Gegenwärtigkeit erlebt.

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