Verfasst von: Enrico Kosmus | 7. Juni 2010

Tara – die Befreierin aus Ängsten

Entweder fürchten wir uns, etwas nicht zu können oder etwas zu verlieren, oder dass man etwas nicht erreichen kann. So verfallen wir entweder in Hoffnung oder andererseits in Furcht und diese beiden sind der Grund für mannigfache Hindernisse. So ist es ganz egal, ob wir junge oder alte Menschen sehen, Kinder, arme, reiche, gewöhnliche Menschen. Sie alle leiden an der Angst. Diese Bitte um Schutz vor der Angst, die ist letztlich gesehen die Bitte um Übertragung einer bestimmten Sicht und Weisheit, die diese Angst mit der Wurzel abschneidet. Wenn es uns nicht gelingt, die Angst mit der Wurzel auszureißen, dann können wir wohl vorübergehend von der Angst frei sein, aber in der Zukunft wird sie früher oder später wieder auftauchen, wenn sie nicht vollständig herausgenommen ist. Mag es wohl so sein, dass wir heute gerade frei sind von Angst, so heißt das nicht, dass wir es morgen auch sind oder im nächsten Moment. Wenn es uns gelingt, diese Angst mit der Wurzel auszureißen, dann sind wir befreit von allen Arten von Ängsten. Um diese Angst zu entwurzeln, brauchen wir eben diese Art der großen Weisheit.
Buddhanatur ist in jedem Wesen, also auch in uns, und diese Buddhanatur ist der Dharmakaya. Um uns von der Furcht zu befreien, müssen wir diesen Wahrheitskörper vollenden oder an den Tag legen. Solange wir ihn nicht voll verwirklicht haben, genügt es nicht, zu sagen, ach, ich habe die Buddhanatur, ja, ja, ich habe den Dharmakaya. Wenn wir also vorgeben, ja, ja, wir sind ja alle Buddhas wie wir da sitzen, so wird uns das nicht tatsächlich von der Furcht befreien, eben solange wir das nur vorgeben. Um diese Furcht zu überwinden, müssen wir eben unsere wirkliche, wahrhafte Natur, den Dharmakaya verwirklichen. Gestern haben wir auch über die Natur des Raumes gesprochen. Der Raum ist seiner Natur nach rein. Die Natur des Himmels ist immer unbefleckt, ganz egal, ob da jetzt Wolken davor sind oder nicht, der Himmel selbst ist rein. Analog kann man sagen, die Natur des Geistes ist in ihrer Basis vollständig rein, ganz egal, ob jetzt störende Gemütsbewegungen auftreten oder nicht. Obwohl die Natur des Geistes von Natur aus rein ist und unbefleckt, so werden wir eben, weil wir das nicht realisieren, von den Konflikten und den Emotionen, die einander gegenüberstehen, überwältigt. Diese neurotischen Gefühle setzen einen Samen oder eine Ursache, der mit der Zeit dann reifen wird und nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung zum Tragen kommen wird. Dadurch entsteht eine Kreiswirkung, weil dadurch, dass wir die Folgen davon erleben, setzen wir wieder neue Samen und so wird es immer weiter und weitergehen und im Kreis sich unentwegt fortsetzen. Diese Art von Kreiszirkel wird „gewohnheitsmäßige Tendenzen“ genannt. Weil diese gewohnheitsmäßigen Denk-Schematas auftreten, werden sie die Ursache für weitere solche, die auftreten werden. Aus dem Samen dieser habituellen Tendenzen wächst das Gewächs des Samsara. Ursache und Wirkung lassen diese vorgeformten Meinungsgedanken entstehen und wegen dieser Neigung und diesem Zusammentreffen wandern sie im Körper. Die Geistesgifte sind nur möglich, weil wir hier im Körper verweilen. Der Körper ist gewissermaßen nur ein Behälter, ein Ozean, wo diese Tiere, diese neurotischen Haltungen sich aufhalten können. Samsara ist nicht etwas außerhalb von uns, sondern Samsara ist in unserem Körper- und Geistkontinuum.

Wie nun die Erkenntnis der Geistesnatur einen siebenfachen Schutz bietet, wurde von S.E. Nubpa Rinpoche erklärt. Wer an diesen Belehrungen interessiert ist, findet sie über die Suchfunktion unter „Tara und das Gebet um siebenfachen Schutz“ (Teil 1-3).

Wenn Ihr Erfahrungen im Erkennen der Geistnatur habt und Ihr diese mit anderen LeserInnen teilen mögt, würde ich mich über Eure Kommentare hier in „rangdrol’s blog“ freuen.


Responses

  1. das mantra der grünen tara war das erste mantra, das ich regelmäßig gechantet habe. es ist auch heute immer noch tief in meinem herzen und gibt mir tiefe ruhe und zeigt mir, dass meine ängst oft kopf gemacht sind. in diesem sinne: „om tare tuttare ture svaha“


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