Verfasst von: Enrico Kosmus | 30. August 2010

Der achtfache Pfad des Buddha-Dharma

Der achtfache Pfad der Befreiung beinhaltet alle Lehren des Buddha-Dharma. Zunächst hat Buddha die Belehrungen gegeben über die vier edlen Wahrheiten, dann hat er die Belehrungen zu Prajnaparamita gegeben und dann schließlich hat er Vajrayana gelehrt. Das ist ein stufenweiser Weg um die Wesen von da, auf welcher Stufe sie sind, langsam voranzuführen, zum Ziel zu führen. So hat Buddha zunächst die vier edlen Wahrheiten gelehrt, zuerst hat er die Wahrheit der Leiden erklärt und dann die Wahrheit von den Ursachen der Leiden, was unsere störenden Gefühle sind und er sagt, zunächst müssen wir die Leiden erkennen, die Wahrheit von Leiden erkennen und er sagt, das sind die Ursachen der Leiden, die müssen wir aufgeben. Das ist genau wie Maitreya sagt, z.B. wenn wir eine Krankheit haben, zunächst müssen wir erkennen dass wir krank sind und dann müssen wir die Ursache für diese Krankheit aufgeben. Und um uns von dieser Krankheit zu heilen, müssen wir die entsprechende Medizin nehmen und diese entspricht dem Dharma, denn Dharma heilt uns letztlich von unseren Leiden. Und Buddha sagt, wenn wir die Ursachen der Leiden aufgegeben haben, dann erreichen wir das Ende aller Leiden, das müssen wir erkennen und um zu dem Ende dieser Leiden zu gelangen, da gibt es einen Weg und diesen Weg müssen wir gehen.
  1. Rechte Anschauung = die Vier Edlen Wahrheiten (Wahrheit vom Leid, Wahrheit von der Ursache des Leides, Wahrheit von der Beendigung des Leides und die Wahrheit vom Pfad, der zur Beendigung führt);
  2. Rechte Gesinnung = frei von Begierde, Übelwollen und Gewalttätigkeit;
  3. Rechte Rede = frei von Lügen, Geschwätz, Verleumdung und Schimpfen;
  4. Rechtes Handeln = Unterlassen von Töten, Stehlen und sexuellem Fehlverhalten;
  5. Rechter Lebenserwerb = einen schlechten Lebenserwerb (durch Betrug, Wahrsagerei, gieriges Zusammenraffen, Handel mit Waffen, Lebewesen, Fleisch, berauschenden Getränken, als Schlächter, Vogelsteller, Jäger, Fischer, Räuber, Henker, Gefängniswärter) aufgibt und den Unterhalt in der rechten Weise erwirbt;
  6. Rechtes Streben = die bereits entstandenen unheilsamen Regungen aufgeben, die noch nicht entstandenen unheilsamen Regungen nicht entstehen lassen, die bereits entstandenen heilsamen Regungen vermehren und die noch nicht entstandenen heilsamen Regungen zum Entstehen bringen;
  7. Rechte Kontemplation = besonnene Betrachtung des Körpers, der Empfindungen, des Denkens und der Phänomene;
  8. Rechte Versenkung = Verweilen in den Versenkungsstufen

Wenn wir dann wirklich praktizieren wollen, beginnen wir damit, die vier allgemeinen Grundlagen dafür zu bilden; diese Vorbereitung besteht darin, dass wir zunächst nachdenken über den kostbaren Menschenkörper, den wir besitzen und seine Möglichkeiten, weiter, dass wir diesen wunderbaren Menschenkörper nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung haben, denn wie alle anderen Phänomene ist dieser Menschenkörper vergänglich und alle inneren und äußeren Phänomene hängen ab von Ursache und Bedingung, das entspricht alles dem Gesetz von Karma. So denken wir darüber nach, und schließlich erkennen wir, dass im gesamten Existenzkreislauf Leiden und Schwierigkeiten vorherrschen und dass die Momente von Freude sehr gering und sehr selten sind und durch diese Gedanken wenden wir uns von Samsara ab. Wir erkennen, dass das keine verlässliche Grundlage ist und versuchen einen Zustand zu erreichen, der frei von den wiederkehrenden Erfahrungsmustern der zyklischen Existenz ist. Es ist zunächst notwendig zu erkennen, dass der Existenzkreislauf, das Samsara, voller Leiden und voller Schwierigkeiten ist und wenn wir wirklich darüber nachdenken, uns darin vertiefen, dann entwickeln wir ein Gefühl, dass wir den Existenzkreislauf verlassen wollen, das ist ein Gefühl von Entsagung – wo sollen wir dann hin?  Wir müssen uns klar werden darüber, dass es Mittel und Wege gibt, die Befreiung von diesen Leiden zu erlangen, dann bewegen wir uns auf diesem Weg. Und dazu ist es nötig, dass wir Vertrauen haben, dass es möglich ist die Befreiung, die Erleuchtung zu erlangen, denn Vertrauen ist ein direktes Gegenmittel zum Zweifel, Zweifel ist eins der größten Hindernisse, um auf dem Weg voranzukommen. Zweifel ist wie eine Nadel mit zwei Spitzen, damit kann man nicht nähen. Und genau so ist Zweifel ein zweifacher Geist, geht einmal in die eine Richtung, dann in die andere Richtung, damit kommen wir nicht vorwärts.

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