Verfasst von: Enrico Kosmus | 10. September 2010

Ursprünglicher Geist

Begibt der Mensch sich auf den Pfad des Herzens, so ist zunächst einmal die Besinnung auf das eigene wahre Wesen bedeutsam. Man hört auf sein Herz. Was ist einem wichtig im Leben, was ist von Bedeutung? Was hat angesichts der Vergänglichkeit des Individuums dennoch Dauer?

Das Wissen um die eigene Vergänglichkeit ruft jedem Menschen die Einzigartigkeit seines Wesens und somit seines Lebensauftrages ins Bewusstsein. Die Gewissheit der Endlichkeit der Individualität verleitet alle Menschen im Laufe ihrer unzähligen Geburten immer wieder zu unheilsamen Handlungen. Aus Angst vor dem Vergehen der Eigenexistenz werden unaufhörlich Aktivitäten zur Selbstbestätigung gesetzt.
Da die Geburt im Menschenreich sehr kostbar ist, sollte dieses erworbene Leben sinnvoll genutzt werden. Weltliche Ablenkungen, die den Geist zerstreuen, sollten daher bleiben gelassen werden. Dies bedeutet aber nicht, dass man in seinen spirituellen Übungen eine rigide Strenge mit sich und seiner Umwelt walten lassen sollte. Ruhe und Aktivität in ihrem natürlichen Wechsel dienen der Entwicklung in hohem Maße. Eine leistungsorientierte Spiritualität ist wieder nur ein Ausdruck einer Ich-Fixierung, wenn auch diesmal in einem Engelskleid.
Die Besinnung, die in der Ausrichtung des Geistes liegt, ist die Berührtheit des Herzens im Angesicht der Vergänglichkeit und das Wissen um das Nicht-Vorhanden-Sein einer unabhängigen Existenz. In dieser Zuflucht wird die Verbundenheit mit allem verspürt. Nicht unsere Erfolge und Niederlagen, nicht unsere Güter, Ideen und Meinungen können wir am Ende des Lebens auf die Reise der großen Wandlung mitnehmen.
Es sind aber die Taten, die bestimmte Eindrücke in unserem Geist hinterlassen haben. Verlöschen wird durch das Nicht-Ur-Teilen erlangt. Die Sinne nehmen dabei das Dasein in seiner reinen Form auf und der Geist lässt das Urteilen. Dies ist auch mit der oftmals zitierten „Armut im Geiste“ gemeint. So wird diese Wesensessenz in gelassener Wachheit und Gegenwärtigkeit erlebt.

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Responses

  1. Lieber Enrico,

    „Eine leistungsorientierte Spiritualität ist wieder nur ein Ausdruck einer Ich-Fixierung, wenn auch diesmal in einem Engelskleid.“

    SUPER auf den Punkt gebracht!!!!!

    Danke für deinen Blog, ich finde ihn wunderbar.

    Liebe Grüße

    Christine


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