Verfasst von: Enrico Kosmus | 6. Oktober 2010

Der spirituelle Pfad als Wesensentfaltung

Der spirituelle Weg ist eine Evolution des inneren spirituellen Wesens. Dabei tritt der Suchende in unterschiedliche Landschaften des bewussten Seins ein. Es begegnen ihm allerdings auch verschiedene Zustände. Während Zustände oder Phasen flüchtigen Charakter haben und auch Gnadengeschenke darstellen können, sind Stufen von bleibender Wesensart. Es gibt unzählige Darstellungen von der Entwicklung der menschlichen Seele. In den meisten Schriften wird sie als siebenstufiger Pfad oder eine Reise durch sieben Täler bzw. über Berge beschrieben. Ausgehend von einer niederen, unreifen Qualität soll die Seele den Weg zur Ganzheit finden. Das spirituelle Wesen des Menschen beschreitet so den Weg zur Vollkommenheit.

Lebens(ver)lauf

Der Pfad der Seele ist ein Weg des Empfindens und der geistigen Eindrücke. Im Unterschied zur äußeren Geschichte verläuft die Seelengeschichte in anderen Entwicklungsschritten. Als eine Entfaltung des Lebensauftrages – der Berufung bzw. Lebensvision – hängt sie vom Wechselspiel zwischen Seelenkraft und Lebensumständen ab. Die sich darin ergebenden Unterschiede und/oder Gemeinsamkeiten hindern oder fördern auf dem Pfad der Seelenentwicklung.
Wesensanteile, Wesensaspekte und Seelenkräfte wollen ins Dasein gebracht werden. Die verschiedenen spirituellen Traditionen bieten Landkarten für eine Beschreibung der Herkunft wie auch des weiteren Fortgangs der Seelenbiographie. Spirituelle Traditionen weisen wiederholt auf diese Ganzheit des Lebens hin. Der Tod wird dabei nicht als die endgültige Zerstörung des Individuums angesehen, sondern gilt als eine Form des Übergangs und der Wandlung des Bewusstseins. Allerdings sind in diesem Zwischenzustand Prägungs- wie auch Befreiungsmöglichkeiten gegeben. Je nach dem Grad des Bewusstseins kann man sich von vergangenen Taten befreien oder sich aufs Neue noch tiefer verstricken.

Lebenswirklichkeit

Die menschliche Wirklichkeit wird durch den inneren Dialog aufrecht gehalten. Durch das Gewahrwerden dieses Dialogs erkennen wir die Wirklichkeit, in der jeder von uns lebt. Liebende Güte bzw. Freundlichkeit bilden das Fundament dieser Praxis zur Transformation des Herzens. Durch das Erkennen und Annehmen der vorhandenen Wirklichkeit, werden die Wirkkräfte des Geistes erfahren.
In jedem negativen, hemmenden Gefühl steckt gleichzeitig auch sein heilsames Potential. Wenn Zorn nicht Befreiung beinhalten würde, könnte man ihn nicht transformieren. Diese heilsamen Qualitäten in den Gefühlen zu entdecken und durch Verständnis zu verwandeln, ist Ziel.
Achtsamkeit und Gewahrsein bilden die methodischen Grundlagen für eine Wandlung der Herzensqualitäten. Übungen zur Reinigung des Körpers, der Rede und des Geistes führen zu einem Wachsen am Pfad des Herzens. Dabei kann der ursprüngliche Geist erfahren werden. Kommt das diskursive Denken zur Ruhe, dann kann Friede im Herzen entstehen. Dies führt zur Befreiung zum Wohle aller Wesen.

Die Verbindung zum Herzen

Damit wir uns aus diesen Verstrickungen befreien können, ist es notwendig unser eigenes Potential zu erkennen. Wir erkennen dadurch unseren eigenen Wert und unseren Platz im Leben.
Ein Spruch in den Weisheitstraditionen lautet: „Wie im Kleinen, so im Großen.“ Wichtig ist zuerst einmal ein achtsame Beziehung zu uns(erem) SELBST zu finden. Wenn wir in unserem Inneren Sicherheit und Kraft gefunden haben, so können wir dies auch nach außen weitergeben. Daher ist die Verbindung zum Herzen – als Synonym für den/die „Löwen“ in uns allen – von großer Bedeutung.

Vorleben & Nachwirkung

Vorleben und mögliche Leben nach dem Tode werden meist unter dem Blickwinkel des Ich-Bewusstseins gesehen. Doch ist das Ich eine Ansammlung von Identitätsmerkmalen und eigentlich ein beständiger Prozess der Identifikation. Dieser Prozess geht zwar ständig weiter, doch die Bestandteile, mit denen man sich identifiziert, wechseln.
Das Wort „Herkunft“ beschreibt eine Kraft, die wo herkommt. Die Ahnen sind eben diese Herkunft. Was wirkt nun alles zusammen, damit das Individuum entsteht und auch weiter bestehen kann? Zunächst sind die Eltern und die Großeltern als die unmittelbaren Vorfahren für eine körperliche und psychosoziale Identifikation wichtig. Der Zeugungsakt ist für die körperliche Gestaltung und Ausformung selbstverständlich.
Die psychosoziale Identifikation erfolgt durch den Einfluss der eigenen Entscheidungen und der Handlungen der Vorfahren. In diesem Erlebnisrahmen erkennt das Individuum seine ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Allerdings  sind diese Grenzen über die Familienmythen willkürlich durch die sozialen Gewohnheiten definiert, sodass wir alle, wenn wir ein ernsthaftes Wachstum zu unserer wahren Bestimmung anstreben, diese Familienmythen transzendieren müssen.

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Responses

  1. …hab ich schon vorher gelesen gehabt……. 🙂

  2. ………. vorleben – Leben nach dem Tod ……….., gibt es da vielleicht auch noch was dazwischen (???), das gelebt werden darf, man hört und lernt in unseren ‚Breitenkreisen in der Religion ständig nur vom Leben nach dem Tod, jetzt kommt ja wieder die österliche Zeit, alles dreht sich nur um Tod – Qual – Matryrium – Kreuzigung – Auferstehung,……… warum reden alle immer vom Leben nach dem Tod? In meiner Perspektive vom Leben gibts nämlich auch ein Leben vor dem Tod – und das ist ja entscheident wies uns nach dem Tod ergeht. Das Leben ist doch da um gelebt zu werden,mit allem drum und dran – traurige, lustige, schöne, nette, furchtbare Dinge gibts alles, man darf es annehmen, ……………. aussuchen nur die tollen Dinge – ist Wunschdenken – wirds nicht spielen,……
    soziale Gewohnheiten – Familienmythen – man hört ja so viele Menschen reden, oft ist es so, viele Menschen wollen ihr eigenes Leben verwirklichen, trauen sich aber nicht, weil was könnte man damit Vater und Mutter antun, werden sie mich dann nicht mehr lieben, wenn ich meinen eigenen Weg gehe und nicht den ihren,…… hört man aber älteren Generationen zu, hört man hie und da, vor allem bei älteren Frauen heraus, sie leben erst richtig seit ihr Mann gestorben ist, wollte vielleicht vor vielen Jahren was anderes in ihrem Leben, hat sich nie getraut – weil ja eben – bis der Tod uns scheidet – so nun ist das eben im Leben, man tut halt alles, damit ja die Nachbarn nur nicht schlecht hinterm Rücken über einen Reden, und erst die Verwandschaft, oft vergißt man aber, dass alle anderen gar nicht über einen reden – weil die selber genug um die Ohren haben, wenn sies aber doch tun, ja dann lügen sie sich selber an, und verdrängen Sachen, sehen bei allen anderen alles, – vor der eigenen Türe kehren – hätte Priorität, hat man alles super nicht nur außen rum, sondern auch innen drinnen, ja dann kann man reden – wenn man sonst nichts weiß – vielleicht übers Wetter – über die Blumen – …………………………………………………….. .
    Ich weiß, es gibt ein Leben vor dem Tod und das will gelebt werden,……………………………………………………………………………………… aus.


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