Verfasst von: Enrico Kosmus | 5. Januar 2011

Schöpfergott oder Geist geschaffen

Unlängst hat eine interessierte Leserin von rangdrol’s blog die Frage nach Spiritualität und der Gemeinsamkeit der Religionen gestellt. Da sie wie viele LeserInnen dieses Blogs in einer Kultur aufgewachsen ist, die mit einem Schöpfergott das Dasein erklärt, wollte sie wissen, wie dies nun im Buddhadharma aussieht. Auch wollte sie wissen, welche Bedeutung den Göttern in der Kosmologie des Dharma zukommt.

Schöpfergott oder Geist geschaffen?

Nun, im Buddhadharma gibt es keinen Gottglauben und somit auch keinen Schöpfergott. Im Dharma sieht man die Schöpfung als eine wandelnde Abfolge, als ein sich immerfort drehendes Kreisen – oder als ein illusionsgleiches Ausdrucksspiel des wechselseitig bedingten Entstehens. Generell gibt es sechs Klassen von Wesen im Daseinskreislauf. So kennt man Geburten im Höllenbereich, bei den Hungergeistern, als Tier, als Mensch, als eifersüchtiger Gott oder als Gott im Begierde-, im Form- oder im formlosen Bereich. Die Ursache für jede Art dieser Geburten liegt in ganz bestimmten Geisteshaltungen. Niemals wird eine Wiedergeburt bzw. das Schaffen einer Erlebniswelt von einem Schöpfergott bewirkt. Niemals erfolgt die Wiedergeburt durch einen Willkürakt eines Schöpfergottes. Sondern nur die gewohnheitsmäßige Fortsetzung von Geisteshaltungen schafft die erlebte Welt.

Kosmologie des Erlebens

Wie kann man nun anfangs damit umgehen? Welche Botschaft liegt für einen da drinnen? Nun ist es sicher so, dass der Dharma mehrere Zugangsebenen bietet. Meditation an sich wie auch die Erkenntnis der Geistnatur sind grundsätzlich sinnvoll und nützlich. Auch widersprechen sie keinem Gottglauben. Also kann man diese Praktiken dazu auch betreiben.
Weiters ist das Bhavanachakra – das Rad des Lebens (der Daseinskreislauf) – ein bedeutsames Konzept. Während es in den Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam) einen Schöpfergott mit einem linearen Entwicklungsweg gibt, so ist dies im Buddhadharma ein wiederholtes Erschaffen von (Welt)Erlebnissen. Als Menschen haben wir diese sechs Daseinsbereiche in uns und leben mit ihnen. Eine Geburt im Höllenbereich (acht heiße, acht kalte, Ein-Tages-Hölle, Avici-Hölle) ergibt sich durch Hass. Eine Geburt als Hungergeist ergibt sich durch große Gier und durch Geiz. Eine Wiedergeburt als Tier ist das Ergebnis von Dummheit, Ignoranz, Dumpfheit – geistiger Stumpfheit. Eine Geburt als Mensch ergibt sich durch leidenschaftliches Anhaften. Eine Geburt als Gegengott ist das Resultat von Neid und Eifersucht. Auch die eifersüchtigen Götter sind hohe Wesen, die in ihren früheren Zeiten auch viel Gutes bewirkt haben, aber jetzt noch immer im Streit mit noch höheren Wesen um die Bequemlichkeit des Lebens sind. Konkurrenzdenken ist ihr bestimmender Faktor. Und eine Geburt als langlebiger Gott ist das Ergebnis von Stolz. Im Allgemeinen kann man die Götter im Buddhadharma als hohe Wesen ansehen. Eine Geburt im Götterbereich ist von großen Annehmlichkeiten, von äonenlangem Leben, Jugendlichkeit, Schönheit etc. gekennzeichnet. Wenn das positive Karma, dass diese Wiedergeburt bewirkt hat, aufgebraucht ist, dann verfallen diese Wesen (Götter) und werden schlagartig alt, die Blumengirlanden verwelken, ihr Körpergeruch wird übel, die Freunde verlassen sie und sie sehen den Ort ihrer nächsten Wiedergeburt, der definitiv niedriger sein wird. Daran leiden sie lange Zeit – eigentlich 700 Menschenjahre lang.

Landkarte des Geistes

Wenn man diese Geistesgifte pflegt, dann erschafft man diese Erlebnisräume (= Welten, Daseinsbereiche). Manchmal wird dies auch psychologisch betrachtet. So findet man bei Menschen mit Wahnvorstellungen oft das Geistesgift Hass zugrunde liegend. Sicherlich kennt ihr auch Menschen, die völlig abgehoben und arrogant sind, nichts mit dem Leben der Menschen zu tun haben; einfach über den Dingen stehen. Diese leben mit dem Bezug zum Götterbereich. Nun tja, Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall…
Wahrscheinlich kennt ihr auch den brennenden oder sogar den eiskalten Hass. Diese Arten der Ablehung des Lebens lassen unser Leben verzehren, verbrennen. Oder sie machen unser Herz eiskalt und unbarmherzig.
Kennt ihr nicht auch diesen Zustand, dass man vor lauter Gier den Hals nicht voll bekommt? Oder das Gefühl, dass man nichts mit anderen teilen mag? Dies sind Erlebnisvarianten der hungrigen Geister, die man schon jetzt als Mensch erfährt.
Manchmal ist man vielleicht blind fürs Wesentliche im Leben. In Dumpf eingezwängt und von den Trieben gesteuert, führt vorbei an jeglicher Inspiration. Zwar mag dieser Zustand ruhig und geordnet sein, aber die Möglichkeiten, die das Leben bietet werden nicht erkannt oder nicht ausgeschöpft. Leben in der Sippe, Einfügen in die Hackordnung, Karrierestreben, Fortpflanzen und Pension – welche Perspektive liegt darin? Bis auf den Genuss der Pension ist dieser Zustand dem Tierreich verwandt.
Wer von uns kennt nicht den Zustand, mit anderen im Wettstreit zu liegen, besser zu sein? Eifersüchtig auf den Besitz oder die Errungenschaften anderer zu schielen, anderen ihre Erfolge nicht zu gönnen, aber auch die eigenen Grenzen und Handlungsfähigkeiten nicht wirklich zu respektieren – all dies korrespondiert mit der Welt der eifersüchtigen Götter.
Wie ihr seht, handeln wir alle – ausnahmslos – immer wieder aus unseren geistigen „Einbahnstraßen“ heraus und gestalten unsere Erlebniswelt. Um den Zusammenhang von unserer Motivation und der ergebenden Erlebniswelt nochmals zu verdeutlichen folgt diese kurze Übersicht: Hass führt zur Schaffung der Hölle – egal ob heiß oder kalt; Gier und/oder Geiz schaffen ruhelose, hungrige Geister; Dumpfheit und/oder Ignoranz führt in die Erlebniswelt eines Tieres; leidenschaftliches Anhaften schafft die menschliche Erlebniswelt; Konkurrenz, Neid und/oder Eifersucht, Missgunst schaffen eifersüchtige Götter im Streit um den Nektar des Lebens; Stolz, Abgehobenheit aber auch zu langes Verweilen in formloser Versenkung führen zu Wiedergeburten im Götterbereich.

Konsequenz

Wenn wir also mal darüber nachdenken und die Geistesgifte als Ausgangspunkt für eine Inkarnation sehen, also für wiederholte missliche und quälende Lebenserfahrungen, dann hat dieses Konzept der sechs Daseinsbereiche einen bedeutenden Wert. Darüber hinaus zeigt es aber auch auf, dass ein angenehmeres Leben, wenn es nicht zur Befreiung (Erlösung von geistig-emotionalen Qualen) genutzt wird, immer zu irgendeiner Art des Leidens führt. Diese Idee wird von vielen Religionen – egal ob mit oder ohne Gottglauben – geteilt. Und das ist eigentlich die Essenz der Religionen – nämlich brauchbare Antworten auf Lebensfragen zu bieten. Für manche ist das Gotteskonzept wichtig, für andere ein gottfreies Konzept. Wesentlich sind die Lebensfrage und das einsichtsvolle Finden der Antwort (im Herzen).

Wenn auch Ihr Erfahrungen in diesem Zusammenhang habt, würde ich mich über Euren konstruktiven Kommentar hier freuen.

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Responses

  1. …Geistesgifte – Erlebniswelt……………
    .. oft schon gehört – das Leben macht nur Spass, wenn man dies oder jenes tut bzw. erlebt oder anschaut – meine damit – oftmaliges Gespräch – gestern abend vor dem Fernseher gesessen – super .. keine Ahnung – irgendwas halt, was Menschen halt so anschauen – viele Menschen unterhalten sich stundenlang über Fernsehsendungen – in denen alle zwei Minunten von imaginären Zuschauern gelacht wird. Da wird, anderen beim Lachen zugeschaut – mitgelacht – Frage stellt sich – über was lachen diese eigentlich?
    …….. die Natur bietet so viele Gelegenheiten – zu lächeln – schau mal zu – wenn der Wind bläst,.. Laubbäume – es bewegen sich nicht alle Blätter – sondern nur die – welche im richtigen Winkel zur Windrichtung hängen – so ein Naturschauspiel – ist eine Welt zum Erleben, der Geist wird frei, ist zwar kein Grund zum Losbrüllen und lauthals lachen….. aber zum staunen und lächeln.

  2. ………………………… blind fürs wesentliche im Leben……………………, oft passiert es, man ist halt nur Mensch – steigern uns in Sachen rein – oft ist es Arbeit – kann aber auch unermüdliches Vereinsleben – oder die selbstauferlegte Bürde allen helfen zu müssen – besser wäre natürlich viele Menschen unterstützen zu dürfen.
    ja oft hat man die Wertigkeit verloren – abschätzen können wie viel ist es mir wert, z.B.: irgendjemand arbeitet viele viele Stunden in der Woche – damit er im Sommer dann für drei Wochen sonstwohin auf Urlaub fahren kann, dieser Mensch hat vielleicht Kinder daheim – die mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen wollten – aber die können halt nicht anders und gehen viel arbeiten damit sie den Kindern super Urlaub, oder sonst was bieten können, Wertigkeit im Leben – hinterfragen – ist es uns wert, das ganze Jahr über unermüdlich für Urlaub oder sonstiges hinzuarbeiten – oder das ganze Jahr über ein paar Stunden für seine Lieben übrig zu haben – was ist uns mehr Wert,……………..
    Zeit ist überhaupt das Wertvollste, das man verschenken kann, abwiegen – über Wertigkeit mal nachdenken, jeder bei sich selbst……….

    ………… have a nice day………………………..

  3. ………………………………. sie widersprechen keinem Gottglauben – diese Praktiken dazubetreiben…………………………………,

    …………. nachdem wir alle Erwachsen sind, seit vielen Jahren womöglich schon,….. dürfen wir alle selbst entscheiden welchen Lebensweg wir gehen wollen – wenns für den einen paßt Gottglauben und praktizieren – wunderbare Kombination – für den anderen Menschen paßt halt etwas Anderes in dem er Erfüllung findet, …. das ist ja das Schöne am Mensch sein – wir sind erwachsen _ wir dürfen uns aussuchen – was spürt sich für mich richtig an,……….
    das darf auch in der Familie so ein, wenn Vater vielleicht an Gott glaubt – Mutter eigene Philosopie vom Leben hat, Tochter kath. ist, aber ihre beste Freundin Muslimin, Sohn sich überhaupt keine Gedanken drüber macht, hauptsache zu Ostern, Weihnachten gibts Geschenke, ……………. das ist ja das Geschenk – Mensch sein zu dürfen – wir dürfen spüren – was will ich – und wir dürfen, das auch sagen, wir dürfen eigene Meinung haben, wir dürfen auch Fehler machen, nur aus Fehlern lernt man, und wer keine Fehler macht, werfe den ersten Stein…….. .

    ………… geistige Einbahnstraße,…………………….irgendwo steht geschrieben, in Einbahnstraßen darf man nicht umdrehen und zurückfahren – darf man doch, muß man halt Strafe zahlen wenn man erwischt wird, (Lehrgeld), man soll sogar umdrehen wenn man drauf kommt es war doch nicht der Weg, welcher paßt, umdrehen diese paar Meter zurückfahren – ja und da kommt man auf dem Lebensweg an eine Kreuzung – die besteht nicht nur aus zwei Straßen, das ist vielleicht eine riesige Kreuzung – gibts heutzutage kaum mehr – sagen wir halt Kreisverkehr dazu – ja einfahren in den Kreisverkehr – einen Pfad auf dem Kreis des Lebens wählen – vielleicht ist dieser der Richtige – ja man spürt sofort nach ein paar Meter – paßt es für mich oder nicht – nicht ewig lang weiterfahren – sofort umdrehen – Chance daß man erwischt wird, ist geringer ( nicht schon wieder Lehrgeld zahlen ), ja und dann probiert man den nächsten Lebensweg – paßt auch nicht umdrehen ( ah hm ich hab schon einpaarmal in der Einbahnstraße umgedreht und wurde nicht erwischt – aber sowas soll man nicht verschreien ), ja zurück auf den Kreisverkehr des Lebens – ja nur im Kreisvehrkehr herumfahren bringts natürlich auch nicht, da wird man nämlich schwindelig, muß sich übergeben, dann auch zu Homopathen oder zu sonst wem ist ja jetzt nicht Thema……, es kommt der Weg wo man schon nach ein paar Zentimeter spürt, ja das is es , das ist dann der Lebensweg den man geht, lange vielleicht bis wieder eine Weggabelung kommt – vielleicht nur zwei Wege sind – man darf sich entscheiden – und wenn man ein Gespür für sich selber hat – nimmt man sowieso nicht den falschen Weg – braucht nicht umzudrehen – geht einfach weiter – ja und wenns eine Sackgasse ist, – ja dann frag ich halt – ob ich über die Wiese gehen darf – bis zur nächsten Straße des Lebens – es gibt keinen richtigen oder falschen Weg im Leben, ja und wenn es eine Sackgasse ist, ja dann klettere halt über den Stacheldrahtzaun darüber ( vorsicht dass man sich nicht dabei die Strumpfhose zerreißt), dass das Leben immer lustig und einfach ist – das steht nirgends geschrieben – nur Herausforderungen machen uns stärker, Fehler uns schlauer, andere Menschen kennenzulernen kann uns ein Tor aufmachen in eine neue Welt – es ………………………………………………
    ……………………………………………………………………….
    …………………………………………………… aus. 🙂

    … jetzt is mir glatt noch was eingefallen, ja es gibt auf dem Computer eine EntfernenTaste – da kann man alles löschen – blöderweise verwechsle ich den Computer mit meiner ach so geliebten alten Schreibmaschine – die hatte aber keine Entfernen taste – und finde diese Taste auch jetzt nicht -so damit kann ich das Geschrieben jetzt auch nicht löschen ……………… man ist ja nicht verpflichtet alles zu lesen was wo geschrieben steht……………………
    ……………………………………..
    ……………………….have a nice day………………………

  4. Hi,…………………..hab gestern schon ganz lange über das Wort Hass, nachgedacht, heute morgen les ichs wieder, ehrlich in mir löst sich nichts aus bei diesem Wort ,…….. klar gelesen hab ich schon oft darüber – irgendwann mal gelesen – Hass ist unerfüllte Liebe, meiner Meinung nach hat sicher den Ursprung in ganz jungen Kindertagen, aber darüber hab ich schon mal was gesagt, will mich nicht wiederholen,……….., selber gespürt hab ich dieses Gefühl noch nie – weil wenn man sich selbst, wenigstens ein bißchen lieb hat, dann hasst man nicht – und bringt auch niemanden Hassgefühle entgegen,………………..und sich selbst lieb haben kann man wenn man sich selbst akzepiert, ja ich weiß schon – ursprünglich wäre Ideal – Mutter und Vater hätten einen so sein lassen wie man war, aber die waren ja auch nur Menschen und haben sicherlich ihr Möglichstes getan,…………………………………………
    aber wir haben alle die Chance, wir sind ja alle Erwachsen – wir dürfen jetzt ja wir selber sein, wir brauchen nicht mehr den Eltern alles Recht machen wollen, die haben ihr Leben gelebt und wir leben unseres.

    Anhaften,besitzergreifen ……., muß mich ja selber mal bei der eigenen Nase nehmen, ich spreche immer von meinen Kindern, meinem Hund usw…
    Das ist halt mein Dialekt, ich weiß ganz genau – diese Kinder die ich geboren hab gehören mir nicht, die gehören niemanden, ich darf sie nur ins Erwachsen werden begleiten, gehören tun sie niemanden, wenn sie klein darf man sie behüten, dann aber nur mehr unterstützen, Dinge selber zu machen – selber mal das Spielzeug wegräumen – selber sich den Kopf anhauen dürfen,… wie heißts so schön wenn sie klein sind gib ihnen Wurzel und wenn sie groß sind Flügel,… oder so ähnlich, ……..

    ja und finden die Antworten im Herzen,… is eigentlich ja auch nicht schwer – ich sehs halt so – wenn irgendeine Entscheidung ansteht – und seis nur, ah weiß nicht – was für welche Schuhe zieh ich heute an – ich machs immer so – das erste Gefühl was kommt – kommt vom Herzen – das ist das Richtige, nicht lange darüber nachdenken – grübeln bitte sowieso nicht – das Erste Gefühl ist das Richtige, alles andere Wankelmüdige, da hinterfragen wir uns schon wieder – bin ich richtig – was sagen alle anderen dazu,….. ist ja total egal was alle anderen dazu sagen,
    aber wie schon gesagt ich bin auch nur ein Mensch und muß mich jetzt aufbrezel – weil ich auch zur Arbeit muß – was könnten die Kolleggen dazu sagen, wenn die Hermine ihr Gesicht schon wieder nicht zusammengeräumt hat.
    ….have a nice day……:)

  5. hallo enrico,

    danke für deine antwort 🙂

    nein, das wunschgebet kenne ich leider nicht. der buddhismus war nur kurze zeit mein weg, dann verschlug es mich mehr richtung nondualismus/advaita. (auch wenn ich gerne mal bei dir hier quer lese)
    generell finde ich es interessant, wie sich die „großen“ lehren (oder konzepte) gleichen – auch wenn die meist westlichen mainstream-institutionen das eine oder andere „abgewandelt“ haben. durch „wege zur befreiung“ lassen sich die geistesgifte nicht unbedingt anreichern 😉
    wer sucht, der findet heisst es ja so schön. und wer bereit ist, wird auch den weg finden, der ihm weiter hilft. doch gerade an der bereitschaft (das ego) los zu lassen mangelt es ja bekanntlich. vermutlich hat auch das seine ursache, denn vertrauen in den „ursprung“ kommt nicht von jetzt auf gleich. http://de.spiritualwiki.org/Hawkins/Skala#toc2 beschreibt die stufen recht schön; der buddhismus hat dafür sicherlich seine eigene sprache.
    und wie heisst es so schön: „die sprache ist nur das symbol eines symboles“ – gehen wir also gemeinsam weiter praktisch die wege, die alle ans gleiche ziel führen.

    herzliche grüsse,
    thomas

    ps. auch die inkarnationen sind ja teil der illusion

  6. hi enrico,

    deine aussage, dass nur die geisteshaltung die erlebte wirklichkeit erschafft gefällt mir, zumal sie eben den „schöpfergott“ außen vor hält.
    was mir persönlich in deinem text fehlt ist die ursachenkette. christlich könnte man das entstehen der geistesgifte ja im irrglauben, man habe sich von gott getrennt, sehen (der apfel und das einschlafen unter dem baum…). wie sieht das der buddhismus?
    ein mangelgefühl (in der essenz ist ja alles angst) muss ja eine ursache haben, also subjekt und objekt; betrachter (der sich vor allem als betrachter erkannt hat) und etwas von sich selbst getrenntes.
    dies schliesst ja schon den irrglauben ein, dass geist getrennt sein kann. würde sich der geist als eins erkennen, käme er nicht auf die idee, dass jemand anders (als er) etwas besitzt, was man dann lieben/hassen/neiden/.. kann.

    wenn man nun alle geistesgifte als folge des trennungsgedankens aus der einheit ansieht, sind es dann nicht einfach nur rufe nach liebe (dem wunsch, wieder in die einheit zurück zu kehren)?
    psychologisch gesehen also an den denkmustern des mangels arbeitet, die dann zorn,gier, neid etc. erzeugen? wenn ich erkenne, dass es keinen mangel gibt; einen „raum“ der vollkommenheit finde, bin ich bereit, meine sicht der (getrennten) welt los zu lassen. ich kann kann aufhören, „bilder“ zu machen, da mein „innerer projektor“ immer ruhiger wird (stichwort geistesfrieden, stille) und kann mich so immer mehr auf die „wirklichkeit“ einlassen. so wird auch nach und nach das „ich“ immer mehr verschwinden.

    liebe grüsse,
    thomas

    • lieber thomas,
      vielen dank für deinen interessanten kommentar. eigentlich wollte ich noch eine antwort hier posten, aber dein kommentar hat mich zu mehr inspiriert und so werde ich in den nächsten tagen dazu etwas im blog bringen. eine frage: kennst du das „wunschgebet samantabhadras“? das beschreibt die ursachenkette und weltschöpfung auf sehr klare weise.
      die „denkmuster des mangels“ basieren im grunde auf einer großen illusion. daher sind auch die gifte illusorisch, einfach ein täuschung, wie ein traum – und doch real wirksam… wie ein traum eben.
      dir alles liebe,
      enrico


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