Verfasst von: kutz | 8. Januar 2011

Die acht weltlichen Dharmas

Die Erkenntnis der acht weltlichen Dharmas ist ein wesentliches Element der stufenweisen Entwicklung von Stabilität in der Meditation (tib.: Lamrim). Diese bestehen aus vier Paaren von Gegensätzen:

• Lob oder Tadel: der persönliche Wert wird in Beziehung zu anderen Individuen vermehrt oder vermindert;
• Erwerb oder Verlust: materieller Besitz und Wohlstand werden vermehrt oder vermindert;
• Freude oder Leid: das persönliche Glück – Wohlbefinden, Gesundheit – wird vermehrt oder vermindert;
• Ruhm oder Schande: das Ansehen in der Gesellschaft wird vermehrt oder vermindert.

Meditation über die acht vergänglichen Angelegenheiten des Lebens

Alle Lebenssituationen sind in unterschiedlich intensiver Ausprägung in diesen Ereignissen auffindbar und normaler Ausdruck der Beziehungen der Lebewesen in der permanenten Dynamik der Wandelwelt. Wesentlich ist die Reaktion auf Veränderung, unabhängig davon, ob wir begünstigt oder benachteiligt durch die Situation werden. Aus der Sicht des Buddha-Dharma ist es unerheblich, ob sich ein Dharma in das positive oder negative Extrem verschiebt, beide Richtungen lenken von der Praxis der Kontrolle des Geistes ab. Da sie die Neigung zu Illusionen und damit der Entfaltung der Geistesgifte – Verblendung, Anhaftung, Ablehnung, Stolz, Eifersucht – begünstigen, stellen die acht Dharmas häufig Hindernisse, vor allem aber ein wertvolles Übungsfeld dar.
Es ist daher wesentlich, sie als Stufen anzusehen und in der Meditation ebenso wie im Alltag genau zu analysieren. Durch die Betrachtung der Essenz der vier Unermesslichen – Liebe, Mitgefühl, Freude und Gleichmut – können Situationen in Gleichmut betrachtet werden.

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