Verfasst von: Enrico Kosmus | 26. Januar 2011

Dudjom Lingpa – eine kurze Lebensgeschichte

Während Traktung Dudul Dorje (die 14. Inkarnation in der Linie der Kyabje Dudjom Rinpoches) das Fest des Anwachsens des Dharmas in Guru Rinpoches „Palast des Lotuslichts“ genoss, bat Guru Rinpoche persönlich Dudul Dorje, nach Ost-Tibet zu gehen, um den hingebungsvollen Wesen dort zu dienen, durch die Bitte seiner spirituellen Gefährtin Yeshe Tsogyal, indem er sagte: „Unter deinen Schülern wird es 3.000 Leute geben, die mit der glücklichen karmischen Verbindung zu dir ausgezeichnet sind. Über 500 vorzügliche Leute werden Erleuchtung in ihrer Lebenszeit erlangen. Die 25 Könige und Untergebenen werden dich unterstützen. Zehn Tertöns werden zusammen mit dir erscheinen und ebenso sieben esoterische Meister werden als deine Kinder und Enkelkinder geboren werden.“

Der große Tertön Dudjom Lingpa, ebenso bekannt als Garwang Dudjom Pawo, wurde im Jahre 1835 im unteren Tal von Ser in Ost-Tibet inmitten von Regenbogenlicht geboren. Sein Vater war Aten aus dem Klan der Nub aus der Linie der Ah-chak Dru, während seine Mutter Po-Dzog war, aus der Linie der Mutsha-ga. In der geheimen Bedeutung war sein Körper die Manifestation von Drokben Khyechung Lotsawa (einer der ursprünglichen 25 Schüler von Guru Rinpoche), seine Rede war die Manifestation von Yeshe Tsogyal und sein Geist war die Manifestation von Guru Rinpoche selbst.
Dudjom Lingpa wurde mit der Gabe großer Weisheit und spiritueller Kraft geboren. Von früher Kindheit an zeigte er schon seine „wahre natürliche Macht“, was nur sehr wenige große Meister konnten.
Obwohl er die meiste Zeit unter gewöhnlichen Leuten lebte, war Dudjom Lingpa nur selten von den Buddha-Feldern getrennt. Er erhielt nur begrenzte Belehrungen und Übertragungen von menschlichen Lehrern, einschließlich Lama Jigme, Lama Jamyang, Kathok Chak-tsa Tulku und Patrul Rinpoche. Dennoch erhielt er endlose Belehrungen von den verschiedenen Buddhas und erleuchteten Wesen seinen beständigen „reinen Visionen“. Tatsächlich beschützten eine Menge Buddhas, erleuchtete Wesen, Dakas und Dakinis ihn beständig, sorgten sich um ihn und versorgten ihn sowohl spirituell als auch körperlich.
Dudjom Lingpa war mit einem kräftigen Körper ausgestattet, hatte eine dunkle, rotbraune Hautfarbe, ein halbzornvolles Gesicht, zusammen mit einem offenen und machtvollen Blick. Er trug gewöhnlich weiße tantrische Roben mit Schmuck und Ohrringen. Er hatte gewöhnlich einen Teil seines Haares zu einem Knoten hochgebunden, während das übrige Haar locker herabhing.
Während seines Lebens stand Dudjom Lingpa vielen Hindernissen von verschiedenen negativen Kräften gegenüber, aber war in der Lage, sie alle zur Unterstützung für das Verbreiten des Heiligen Dharma zu wenden. In seinen späteren Lebensjahren war er nicht bei guter Gesundheit, aber er war in der Lage, viele kranke Leute durch seine spirituelle Macht zu heilen, manchmal auch nur durch eine einzige Geste.
Während er geradeaus blickte, wagte nicht einmal der am meisten nahe stehende Schüler von Dudjom Lingpa vor ihm zu gehen, wegen der großen Kraft und Macht seines starrenden Blicks. Es wurde gesagt, dass die Laienanhänger in Golok mit den Worten beteten: „Oh! Der Körper von Dudjom“, statt wie man in gewöhnlichen Gebeten zu Körper, Rede und Geist des Lamas betet, was bezeichnend für die große charismatische Präsenz seines Körpers als etwas außergewöhnliches für die Leute war.
Im Alter von 23 zog Dugjom Lingpa von seinem Geburtsplatz im Ser-Tal ins Tal von Mar um. Dort blieb er für lange Zeit unter dem Schutz der Gili-Familie und so wurde er als der Gili-Tertön bekannt.
Dann im Alter von 25 offenbart Dudjom Lingpa zwischen den Felsen von Ba-ter im Mar-Tal den „prophetischen Führer“ (kha byang), welcher alle Anweisungen enthielt, wie er seine eigenen Schätze (ters) entdecken und offenbaren sollte. Im selben Jahr begann Dudjom Lingpa mit Hilfe des „prophetischen Führers“ seine eigenen großen „Erd-Schätze“ (sa-ters) aus Ngala Tak-tse im Ser-Tal zu entdecken und zu offenbaren.
Von da an entdeckte Dudjom Lingpa insgesamt 20 Bände von diesen verborgenen Belehrungen, die im 9. Jahrhundert von Guru Rinpoche selbst versteckt wurden, ebenso viele heilige Objekte wie auch „Geist-Schätze“ (gong-ters) und „Erd-Schätze“ (sa-ters). Diese wurden als „die Neuen Schätze von Dudjom“ (Dudjom Tersar) bekannt.
Es wurde überliefert, dass Dudjom Lingpa von seinen zwei berühmten Zeitgenossen Jamyang Khyentse Wangpo und Jamgon Kongtrul, dem Großen, eingeladen wurden, um seine „Neuen Schätze“ (Tersar) in ihre Sammlung der „kostbaren Schätze der Termas“ (Rinchen Terdzod) einzufügen, aber lehnte ihre freundliches Angebot höflich ab, indem er folgendes sagte: „Wo immer das Rinchen Terdzod sich verbreiten wird, wird das selbe mit meinem Tersar geschehen.“
Außer zwei kurzer Besuche im Tal von Dza-chukha verbrachte Dudjom Lingpa sein Leben gänzlich an drei Hauptorten, namentlich: im Tal von Ser, im Tal von Do und im Tal von Mar in Ost-Tibet.
Im Alter von 46 Jahren zog Dudjom Lingpa erneut nach Lama-rong und an andere Plätze im oberen Tal von Ser. Schließlich im Alter von 54 ging er in die Schlucht von Li im oberen Tal von Do, wo er die Einsiedelei von Dartsang Kalzang Gon errichtete, die dann zum Aufenthaltsort für den Rest seines Lebens wurde.
Am Ende seines Lebens war es Dudjom Linpas Absicht, das heilige Land von Pemakod im Kongpo-Tal in Zentral-Tibet zu entdecken und zu besuchen, was eines von vier großen Verborgenen Ländern ist, die von Guru Rinpoche als vorborgene Orte für die treuen Dharma-Praktizierenden im dunklen Zeitalter gesegnet wurden. Aber er war nicht in der Lage dies zu tun, und so sagte Dudjom Lingpa voraus, dass sein Nachfolger dort geboren und es selbst entdecken wird.
Weiters wurde ebenfalls vorhergesagt, dass der Nachfolger von Dudjom Lingpa, dass „Milliarden von Wesen, die mit ihm in Kontakt kämen, allein durch Sehen, durch Erinnerung, durch Berührung und durch die Erfahrung befreit würden, und dass sie im Königreich von Shambhala wiedergeboren werden.“ Damit verstarb Dudjom Lingpa im Jahre 1904 und wurde als Kyabje Dudjom Jigdral Yeshe Dorje (1904 – 1987), als Dudjom Rinpoche II, in Pemakod wiedergeboren.

Dudjom Linpa hatte acht Söhne:

  1. Tersay Drimed Özer (1881 – 1924), ein großer Gelehrter und Terton, dessen Gefährtin die berühmte Weisheitsdakini Sera Khandro Dewai Dorje (1899 – 1952) war;
  2. Jigme Tenpe Nyima (1865 – 1925), der dritte Dodrupchen Rinpoche;
  3. Khyentul Dzamling Wangyal (1868 – 1907), ein Tulku von Do Khyentse (1800 – 1866);
  4. Tulku von Cheyo Rigdzin Chenmo, der schon in der Kindheit verstarb;
  5. Tulku Lhachen Topgyal (oder einfach Tulku Lhatop);
  6. Tulku Pema Dorje (der im Dodrupchen-Kloster lebte);
  7. Patrul Namkhai Jigme, der Tulku von Patrul Rinpoche; und
  8. Tersay Dorje Dradul (1891 – 1959), der der Nachfolger von Dudjom Lingpa in der Einsiedelei von Dartsang Kalzang Gon wurde.

Daneben gab es noch 13 Schüler des großen Tertön Dudjom Linpa, die den Regenbogenkörper erlangten, und dann gab es noch andere von seiner Linie, die die selben Verwirklichungen erlangten, wie sie von Kyabje Dudjom Rinpoche in seinem Werk „Die Grundsätze und Geschichte der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus“ niedergeschrieben wurden.

Die 17 Wiedergeburten von Dudjom Rinpoche

1. Nuden Dorje: der Lehrer von 1000 Prinzen, die vor zahllosen Jahrhunderten gelobten, Buddhaschaft zu erlangen
2. Shariputra: der Hauptschüler von Buddha Shakyamuni, bekannt für seine intellektuelle Weisheit
3. Saraha: Dichter und Yogi, der erste der Mahasiddhas
4. Krshnadhara: Hauptminister von Indrabhuti von Uddiyana
5. Humkara: einer der acht Vidyadharas; Halter des Yangdag Thug der Dakinis
6. Kheu Chung Lotsawa: Übersetzer und einer der 25 tibetischen Schüler von Padmasambhava
7. Smritijnana: einer der indischen Gelehrten (Panditas) in Tibet
8. Rongdzom Pandita: Gelehrter und Verfasser des Nyingma Kama
9. Dampa Deshek: Gründer des Kathog-Klosters in Kham
10. Lingje Repa: Gründer der Drukpa Kagyu Linie
11. Chogyel Phakpa: Neffe von Sakya Pandita, Herrscher von Tibet, Lama bei Kublei Khan
12. Drumkhar Nagpopa: ein Khampa-Yogi, der 18 Jahre im Dunkelretreat meditierte
13. Hewa Chojung: ein Magier und Unterwerfer der Feinde des Dharma aus Kham
14. Trakthung Dudul Dorje: der Tertön, der Kathog wiederbelebte
15. Gyeltse Sonam Detsen: Abt des Kathog-Klosters
16. Dudul Rolpa Tsal: Yogi, Lehrer von Jigme Lingpa
17. Dudjom Lingpa: geboren in Chagkong in Kham in einer Familie von Tantrikas des Gili-Klans; Gili-Tertön, Phurba-Tertön; bekannt für seine magischen Kräfte und sein zornvolles Gesicht
18. Dudjom Jigdrel Yeshe Dorje (1904 – 1987): ein Ngakpa aus Pedmakod, der die Ngakpa-Tradition wiederbelebte und das erste „offizielle Oberhaupt der Nyingma-Tradition“

Die Lebensgeschichte der spirituellen Lehrer ist gewissermaßen eine Vorlage, wie die spirituelle Entwicklung stattfindet. Darüber hinaus zeigt sich in der Lebensgeschichte der Meister auch noch das Spiel der drei Kayas. Möge das Lesen der Geschichte alle Wesen inspirieren, das unübertroffen Ziel – die vollständige Buddhaschaft zum Wohle aller – anzustreben und zu verwirklichen.

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Responses

  1. Lebensgeschichte – spirituellen Lehrer …………………..
    …………… hab gestern im Internet geblättert, kam zu „Tenga Rinpoche“ ?, unlängst verstorben – hab ja sein Bild gesehen als er sieben Stunden tot war, es ist total fazinierend – wie kann man so lebendig aussehen –
    …. es is so – hab ja schon mehrere tot Menschen gesehen – hab aber kein Bild mehr im Kopf davon –
    warum hab ich sein unglaublich schönes Gesicht vor Augen?

  2. ……….. war gestern Abend bei einem sehr schönem Abend willkommen und durfte mitpraktizieren, sofern ich halt irgendwie mit den vielen Schriften beim Umblättern noch mitgekommen bin, neben mir saß eine ganz liebe Dame, hat mich jedes zweite mal unterstützt weil, die Hermi mit den vielen Blättern offensichtlich doch überfordert war,…… so eigentlich wollte ich was anderes loswerden,………..
    ….Gastgeber hat mir am Beginn des Abends ein Foto von einem verstorbenen Mann gezeigt, hab leider den Namen vergessen, dieser Mann saß – war glaube, bereits sieben Stunden tot,……………..
    dieser Mann hatte einen Gesichtsausdruck wie ein Baby wenn es schläft und lächelt, ich hab schon toten Menschen ins Gesicht gesehen, aber soetwas ist so beeindruckend möchte fast sagen – einfach schön – er strahlt so eine Erfülltheit – Zufriedenheit – Glücklich – , sein Hals sah aus als ob er noch atmet, er war sieben Stunden tot – und strahlt Leben aus,…….

    ich weiß wie Menschen aussehen wenn sie mehrere Stunden tot sind, weil früher war es in unseren Breitenkreisen üblich, zu Hause aufgebahrt zu werden, ja und als Kind ist man halt mitgegangen zu dem Beten – im Haus des Verstorbenen,…….. ich glaub bei uns darf niemand mehr zu Hause aufgebahrt werden -weil ja der Tod so aus dem Leben ausgegrenzt wird, als ich klein war, war es normal – jemand stirbt auf einem Bauernhof – alle kommen zusammen – der Körper des Verstorbenen mit unter ihnen – was ich perönlich nicht verstehe – was ist der Unterschied ? ein Mensch lebt – alle mögen ihn, trauen ihn, freuen sich an ihm – gleicher Mensch stirbt – warum hat man dann vor dem gleichen Menschen Angst,…………..vielleicht ist es doch die eigene Vergänglichkeit – die einem gespiegelt wird,………………………… bitte einen Komentar dazu abgeben, möchte hören was andere Menschen darüber denken,………………………..
    ……… have a nice day ………

  3. …. fazinierent….


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