Verfasst von: Enrico Kosmus | 22. Februar 2011

Vajrakilaya – Geschichte & Entstehung

In allen Tantra-Klassen des Kilaya gibt es Methoden und Manifestationen, die mit den vier Aktivitäten in Verbindung stehen – Friede, Vermehrung, Macht und Zorn – mit Vajrakilaya als Hauptgottheit. Wenn wir die Kilaya-Tantras mit einem Baum vergleichen, um ein Gleichnis zu benutzen, dann würde die Wurzel des Baumes der Körper der tantrischen Gliederung sein, die vier Unterteilungen sind. Der Stamm des Baumes wären acht zusätzliche Tantra-Untertielungen; die Zweige des Baumes zehn Tantras; die Blätter, drei; die Blüten, vier; die Früchte, vier. Da sind dann noch zusätzlich drei Hilfstantras, die verschiedene nützliche Gebete und Praktiken beinhalten, die alles vervollständigen.  Dies ergibt  auf diesen Weg insgesamt 36 Tantra-Klassifikationen des Kilaya. Wie auch immer, man kann sie nicht auf gerade diese 36 begrenzen; es gibt eine unvorstellbare Anzahl von Kilaya-Tantras und weiters zusätzliche Abteilungen darin.

Ursprung

Hinsichtlich des Ursprungs des Kilaya in dieser Welt, ist Kilaya eine der acht großen Meditationsgottheiten, die von den Buddhas und Bodhisattvas der drei Zeiten und den zehn Richtungen entstanden sind. Das Kilaya-Tantra wurde besonders von Dakini Leikyi Wangmo gepflegt. Sie gab diese Praxis an den indischen Meister Prabahati weiter, von diesem erhielt Guru Rinpoche sie. Als Guru Rinpoche nach Nepall ging um die Yangdak Chemchok Heruka-Praxis zu vollenden, gab es in Nepal Hungersnot, Krankheit und viele Hindernisse, die von den lokalen Geistern des Landes geschaffen wurden. Daher sandte Guru Rinpoche einen Boten zu Prabahati nach Indien um die Vajrakilaya-Tantras zu erbitten, da er wußte, daß diese Praxis notwendiger Weise zu dieser Zeit ausgeführt werden sollte. Zwei Träger brachen auf und kehrten mit den Bänden auf ihrem Rücken zurück. Sobald die Bände über die Grenze nach Nepal gelangten, verschwanden die Hindernisse einfach durch die bloße Gegenwart der Kilaya-Tantras in diesem Land.

Terma-Tradition

Als Guru Rinpoche in Tibet war, hatte er 25 Hauptschüler und ebenso zahllose andere Schüler. Sie alle erhielten viel Belehrungen von ihm, speziell Vollendungspraktiken und die verschiedenen Tantra-Klassen der Vollendung. Sie erhielten viele Übertragungen der Vajrakilaya-Tantras, weshalb es dazu kam, dass man verschiedene Traditionen des Kilaya kennt, wie z.B. die Gyalpo-Tradition, die Changmo-Tradition und die So-Zur-Nub-Tradition. Von all diesen kann man sagen, dass die beste Kilaya-Praxis jener Schatztext ist, der in der südlichen Richtung vom Tertön Ratna Lingpa entdeckt wurde. Sie ist deshalb die beste oder höchste Praxis des Vajrakilaya, gemäß der Tatsache, dass die Segnungen die größsten sind und es ist die nützlichste, da sie die geschwindeste ist.

Dieser Text entstammt den Belehrungen des Erw. Gyaltrul Rinpoche und des Erw. Yangthang Rinpoche über Vajrakilaya.


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