Verfasst von: Enrico Kosmus | 31. März 2011

Jnanasutra (Yeshe Do)

Im Lande von Kamashila in Ost-Indien wurde Jnanasutra in eine kastenlose Chandala-Familie hineingeboren. Teil der Pflichten der Chandalas war, als Henker zu wirken und daher wurde Jnanasutras Vater Zhiwailak – die Friedliche Hand – genannt. Jnanasutra wurde ein gelehrter Mönch und reiste nach Bodhgaya. Dort traf er auf Vimalamitra und Vajrasattva erschien ihnen beiden und wies sie an, nach Zentralasien zum Bodhi-Baum-Tempel zu gehen, um Sri Singha zu treffen. Jnanasutra befolgte Vajrasattvas Hinweis erst, nachdem sein Freund Vimalamitra mit den ruhmreichen Zeichen des Erfolgs aus Zentralasien zurückgekehrt war. Wiederum lehrte Sri Singha die drei äußeren Zyklen der Geheimen Belehrungen, aber diesmal genehmigte er Weitergabe der Texte. Nach zwölf Jahren war Jnanasutra darauf vorbereitet, Sri Singha zu verlassen, aber sein Meister bemerkte: „Ich habe dir nichts gegeben!“ Dadurch trat Jnanasutra sofort in den höchsten konzeptfreien Gewahrseinszustand ein und er blieb und bat den Meister um die gesamte Übertragung. Sri Singha lehrte ihn den aller geheimsten Zyklus des Geheimen Grundsatzes und gab ihm nach und nach nicht gestützt die einführenden Ermächtigungen und ebenso viele Meditationsaktivitäten, wie die Methode, Samsara von Nirvana zu trennen. Schließlich nach sieben Tagen, nachem Sri Singha ihn verlassen hatte, um den König von Khotan zu besuchen, sah Jnanasutra, wie Sri Singha vor ihm am Himmel erschien und wusste, dass der Meister verstorben war. Als endgültiges Vermächtnis seines Meisters erhielt er eine Fingernagel große Schatulle, die die Verse, genannt die „Sieben Nägel“ (Zerbu Dunpa), enthielt und die Anweisung die Herzessen der Anweisungen des Geheimen Grundsatzes aus der Säule im Glückverheißenden Tashi Trigo Tempel zu nehmen und am Leichenplatz von Bhasing in Indien zu meditieren.
Gemäß dem letzten Auftrag seines Meisters kehrte Jnanasutra an den Leichenplatz von Bhasing zurück und lehrte die Herzessenz-Lehre (Nyingthig) von der allesumfassenden Natur des Geistes sowohl den weltlichen als auch den überweltlichen Dakas und Dakinis. Er übertrug seinem Freund – und gegenwärtigen Schüler – Vimalamitra, den allergeheimsten Zyklus der Herzessenz und gab ihm die Bücher der gesamten mündlichen Tradition. Schließlich erlangte er einen Lichtkörper und verschwand, ohne irgendetwas zurückzulassen.

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