Verfasst von: Enrico Kosmus | 4. April 2011

Ein reines Gefäß – oder…

welche Fehler man bei Dharma-Belehrungen vermeiden soll.

Die drei Fehler des Gefäßes Bei Dharma-Belehrungen sollte man sich selbst als Gefäß sehen, in das der Dharma gelehrt wird bzw. das den Dharma aufnimmt. Bezeichnet man sich selbst als Gefäß, dann gibt es da drei Fehler des Gefäßes: 1) ein Gefäß mit einem Loch, 2) ein umgestülptes Gefäß und 3) ein Gefäß, dass Gift oder etwas Unreines beinhaltet. So in etwas sind wir und bevor wir etwas erhalten und ebenso beim Hören dieser Belehrungen müssen wir uns von diesen drei Fehlern eines Gefäßes reinigen. Indem wir während der Belehrungen Innenschau halten, können wir feststellen, ob wir ein Loch in unserem Gefäß haben. Rinnt etwas aus oder können wir es einbehalten? Hören wir wirklich zu? Sind wir aufmerksam? Ist unser Gefäß umgestülpt? Selbst wenn wir von unseren Täuschungen, Leidenschaften und Fixierungen überwältigt sind, sollten wir nicht wie ein Stein im Ozean sein. Wir sollten die Belehrungen mit reiner Motivation aufnehmen, sodass kein Gift in unserem Gefäß ist, das den Inhalt verdirbt. Egal wie rein die Milch sein mag, wenn sie mit saurer Milch vermischt wird, ist die ganze Flasche sauer. Wir müssen unsere eigenen Fehler erkennen. Wir sollten nicht denken: „Oh der Dharma hilft mir nicht. Der spirituelle Lehrer ist nicht fähig mir zu helfen. Ich habe einfach keine Verbindung. Es funktioniert nicht.“ Dieses Verhalten kann unendlich weitergehen, wohin man auch geht, wenn man denkt, dass die Fehler von außerhalb von einem selbst kommen. Dharma bedeutet zu verinnerlichen und die eigenen Fehler erkennen. Durch das Hineinnehmen des Dharmas und Anwenden im eigenen Geist, durch das Anwenden von Methode und Weisheit, kann man das Loch versiegeln, das Gefäß aufrichten oder es reinwaschen. Dies ist kein Prozess, den man nur für ein paar Tage ausführt oder für Ablauf einer bestimmten Zeremonie, weil es aufregend ist, man begeistert und inspiriert ist. Noch macht man dies für ein paar wenige Monate. Eigentlich muss man es über eine Zeitperiode lang machen. Obwohl man die Eigenschaft zum Hören, Nachdenken und Meditieren hat, kann man jemand sein, der den Dharma nach einer Zeit lang wegen eigener Wichtigkeit wieder fallen lässt. Dann nimmt man die Entschuldigung, dass die Eltern so wichtig sind oder die fühlenden Wesen sind so wichtig oder die Lehre ist so wichtig, und alles was man macht, geschieht aus diesem Grund. Aber eigentlich ist dies nicht der wirkliche Grund; es ist für einen selbst. Aber am Ende hat man dann kein Anlegen der Eltern, der fühlenden Wesen, der Lehre oder von sich selbst erfüllt. Das Schlimmste ist, wenn die ganze Zeit einfach verschwendet wurde. Die anderen können dies eigentlich sehen. Gewiss können die Lehrer, die Buddhas und Bodhisattvas diese Muster und Unfähigkeiten der Schüler erkennen, die diese Gewohnheiten nicht unterbrechen können, damit sie wirkliche Fortschritte auf dem Pfad machen. Dies müssen wir immer wieder überprüfen und etwas dagegen unternehmen. Wenn unser spiritueller Führer, der Repräsentant des Buddhas, uns darum bittet etwas nicht zu tun, sollten wir darauf hören. Dem entgegen sollten wir, wenn wir aufgefordert werden etwas zu tun, ebenso zuhören, weil dadurch werden wir in dem, was anzunehmen und aufzugeben ist, geführt. So können wir wirklich in dieser kurzen Lebenszeit auf dem spirituellen Pfad voranschreiten. Wir sollten nicht nur eine intellektuelle Akzeptanz des Dharma haben, das wie ein Flicken ist, der eines Tages abfällt oder ein Nebel, der sich auflöst sobald die Sonne erscheint. Vielmehr müssen wir den Dharma beständig in unseren Geist bringen.

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