Verfasst von: Enrico Kosmus | 29. September 2011

erINNERE dich… Ahnen & TantricHealing

Aufstellungen als ein Eintauchen in den Innenraum der Identität

Die Erinnerung an die Ahnen, angefangen von der individuellen Herkunft bis hin zu den nicht mehr greifbaren Strahlen der Schöpfung, bleibt für das Individuum von zentraler Bedeutung. Welche Kraft kann ein Mensch schöpfen, wenn man sich der individuellen Wurzeln nicht bewusst ist? Woran orientiert sich das Individuum in einem zeitlosen, ewigen Sinn? Die rasche Befriedigung von Wünschen, das schnelle Vertreiben von Unannehmlichkeiten ist mittlerweile zur Gewohnheit geworden. Dabei verliert sich das Individuum in den 10.000 Dingen des Alltags und zerstreut sein Erleben. Sinnfragen bleiben ungeklärt, Entscheidungsparameter werden nicht mehr wahrgenommen und ein mangelndes Gewahrsein der eigenen Handlungsfähigkeit ist die Folge. Ohnmächtiges Auflehnen gegen illusionäre Gegner, verzweifeltes Resignieren vor übermächtigen, unerfüllbaren Idealisierungen machen sich im Geist breit. Besinnt man sich wieder auf die eigenen Wurzeln, respektiert die Herkunft und den bisherigen Fluss des Lebens in Demut und Barmherzigkeit, dann tritt man wieder in die Kraft des Lebens ein. Die „Schutzgeister“ (= wohlwollende Sicht der Ahnen) können ihre Wirkung vom namenlosen Ursprung bis in die Gegenwart entfalten.

Ahnen & Familienordnung

Im Rahmen der Bewusstseinsentwicklung haben die Ahnen eine besondere Bedeutung. Sie sind die materiellen, sozialen und feinstofflichen Wurzeln unseres Lebens. Die Ahnen haben Schöpferfunktion. Sie schaffen die Welt, in der wir leben und sie gestalten die Bezugssysteme, die Ordnung der Welt. Sie bilden den Fluss des Lebens. Bei einer spirituellen Behandlung sehen Mantra-Heiler die Auswirkung der Handlungen von Ahnen oft über einen langen Zeitraum. Sieben Generationen in die Vergangenheit forschen sie oft nach Ursachen, die für eine gegenwärtige schwere Erkrankung Auslöser gewesen sein kann.

Ahnen & Identität

Aus spiritueller Sicht gehen wir davon aus, dass unsere Identität nicht nur auf unsere genetischen Ahnen beschränkt bleiben kann. Wir müssen auch die Einflüsse aus der Entwicklungsgeschichte der nichtmenschlichen Reiche der Schöpfung sowie von allen Bereichen der Kunst, Politik, Wissenschaft und Kultur berücksichtigen. Sie alle formen an der Identität mit. Die Familiengötter, als geistige Ahnen, sind in Zuflucht, Schutz und Quelle für das Individuum. Diese bilden die Grundlage für die individuelle Identität. In der Form der Rückbindung erkennt man bereits zwei Arten von Ahnenwesen. Die personalen Ahnen sind jene, die für unsere unmittelbare Identität mit den uns bekannten Ich-Strukturen herangezogen werden. Diese personalen Vorfahren sind unsere Eltern, Großeltern und ev. Urgroßeltern; eben all jene Familienmitglieder, die wir persönlich gekannt haben, ihre Entscheidungen und ihre Taten miterlebt haben. Die transpersonalen Ahnen sind all jene, die im Dunkel der Sippengeschichte verschwinden, aber auch auf die wir uns geistig beziehen. In archaischen Kulturen beinhaltet dies auch Tiere, Pflanzen, Steine und sogar Landschaftsformationen (speziell Berge oder Gewässer).

Aufstellungen – das Yantra der sozialen Macht

Aus spiritueller Sicht betrachtet, ist das Familienstellen eine Form der Befriedung der Ahnengeister, die ansonst weiterhin Opferungen verlangen würden. Opferungen sind jene fehlgeleiteten Handlungen, die das eigene Glück beeinträchtigen. Sie sind niemals herzliche Gaben zu Ehren der Wesen, sondern beinhalten ein unbewusstes Maß an Aggression und Rache. Tantrische Heiler, Schamanen, Ngakpas und Yogis, die Begleiter des Geistes ins Jenseits, haben Rituale entwickelt, die diese Verstrickungen mit den ruhelosen Geistern lösen können. So werden z.B. Schicksalsfäden durchgeschnitten, Seelen mittels Verhandlungen umgestimmt oder es wird ihnen ein Platz zugewiesen. All dies sind Handlungen, die im modernen Familienstellen ebenso anzutreffen sind. Ein ruheloser Geist kann allerdings auch die Kraft eines Menschen rauben. Dies kommt einem Verlust der Seele bzw. Seelenaspektes gleich. Diese Kraft lässt sich durch ein Ritual wieder einfangen und in den Körper des Betreffenden zurückbringen. Man „inspiriert“ somit wieder. Dies kann durch Rückgabe von bestimmten Objekten genauso wie durch das Einhauchen in den Körper erfolgen.

Methode & Pfad

Beratung und Therapie beruhen auf dem Wissen um das heilige bzw. heilende Wort. Das bewusste Verwenden von Sprachmuster, Wiederholungen etc., welches in vielen Psychotherapien benutzt wird, hat seinen Ursprung im Mantra und in den heiligen Gebeten. Die tantrischen Heiler sprechen aufgrund ihrer wesenhaften Sichtweise der Welt mit Wesen (Geistwesen, Himmelswesen, Dämonen, bösen Geistern, Erdwesen etc.). Für den Berater oder Therapeuten ist dies durch die symptomorientierte Betrachtung alles ein Ausdruck des geistigen Erlebens des Patienten/Klienten. Rituale fanden auch bei Beratern und Therapeuten in den vergangenen Jahren eine vermehrte Verwendung. Übergangsrituale zum Wechsel von einem Lebensstadium in ein neues, Begrüßungsrituale für neue Aspekte des Lebens und Verabschiedungen von alten Dingen werden heutzutage in der Therapie- und Beratungsszene eingesetzt. Diese rituelle Gestaltung rührt vom Wissen um Yantra (Ordnung des Raumes) und Mudra (Ausdruck durch Handlung). Die in den letzten Jahren immer beliebter gewordene Aufstellungsarbeit (Familie, Gruppen, Organisationen etc.) verwendet die Aspekte von Ordnung (Yantra), Körperhaltung wie z.B. Verneigung (Mudra) und lösende Sätze (Mantra).

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