Verfasst von: Enrico Kosmus | 29. November 2011

Wie der Meister Padmasambhava den Dharma im Land des Schnees verbreitet

Als Buddha Shakyamuni Avalokiteshvara die Aufgabe übertrug, die rückständige Land von Tibet zu zähmen, blickte Avalokiteshvara auf das barbarische Land und vergoss Tränen des Mitgefühls. Aus diesen Tränen wurden die Göttinnen Ganga und Gangchungma geboren. Eines Tages stahl die Göttin Gangchungma ein paar himmlische Blumen und aufgrund ihres Verfalls an Verdienst, war sie bei ihrem Tode nicht mehr in der Lage, eine Wiedergeburt als Gott anzunehmen und fiel in den Menschbereich. Sie wurde als die Frau Dechogma, die Tochter von Sale aus der Jardzinma-Kaste, wiedergeboren.
Aus Avalokiteshvaras Tränen wiedergeboren, hatte sie ganz natürlich großes Vertrauen in den Dharma und so gab sie den Bau eines prächtigen Stupas in Boudha nahe Kathmandu in Nepal in Auftrag. Jedoch starb sie vor Vollendung des Stupas. Ihre vier Söhne gelobten, den unfertigen Stupa zu vollenden und aus Ehre zu ihrer Mutter und aus höchstem Vertrauen in den Dharma sprachen sie heilige Gebete aus der Tiefe ihres Herzens. Nach Vollendung des Stupa beteten sie hingebungsvoll, dass sie als Dharma-König, als gelehrter Khenpo, als mächtiger tantrischer Meister und als Botschafter, der diese drei zusammenbringt, wiedergeboren werden. Die Legende besagt auch, dass während der Errichtung des Stupas ein weiser Esel dabei beschäftigt wurde und die Gebete der vier Söhne mithörte. Während er diese hörte, dachte sich der Esel: „Ich habe so viel für sie gearbeitet und sie erinnern sich in ihren Gebeten nicht einmal an mich! Ich werde alles unternehmen, um die Früchte ihrer Gebete zunichte zu machen.“
Entsprechend ihres Strebens wurde ein Sohn als Trisong Detsen – der 38. König von Tibet – und eine Inkarnation von Manjushri wiedergeboren. Ein Sohn wurde als des Königs Botschafter, der sowohl den großen Khenpo Shantarakshita wie auch den tantrischen Meister Guru Padmasambhava aus Indien einlud, die die Wiedergeburten der beiden anderen Söhne waren. Guru Padmasambhava erinnerte sich seines vergangenen Strebens, nahm die Einladung an und auf seinem Weg unterwarf er alle leidbringenden Götter und Dämonen von Tibet und machte sie zu treu ergebenen Wächtern des Dharma. Nach ihrer Zusammenkunft in Tibet errichteten der König, der Guru und der Khenpo zusammen Tibets erstes großes Kloster in Samye und statteten es mit Statuen vollständig aus. Zusätzlich gaben sie die Mönchsgelübde an die ersten sieben tibetischen Mönche, standardisierten die Übersetzungsmethoden, überwachten die Übersetzungen der meisten Sutras und Tantras aus dem Sanskrit ins Tibetische und so wurde in Tibet zum ersten Mal eine Tradition des Studiums, der Kontemplation und Meditation begründet, wodurch der Buddhadharma in Tibet wie die Strahlen der Sonne erstrahlte.
Der Esel wurde später als Langdharma, der 41. König von Tibet, wiedergeboren und er hatte in der Folgezeit einigen Erfolg im Auslöschen des Dharmas in Tibet.
Nicht einmal den Raum eines Pferdehufes auslassend, wanderte Guru Padmasambhava durch das ganze Land von Tibet und segnete alle Berge, Seen und Höhlen als Orte der Verwirklichung. Besonders in der Region von Ngari im oberen Tibet segnete er 20 Berghöhlen. In Ü-Tsang segnete er 21 heilige Orte der Verwirklichung. In Dokham segnete er 25 heilige Orte, ebenso wie die drei königlichen Schatzplätze im oberen, mittleren und unteren Tibet, die fünf Provinzen, die drei Täler, eine Insel usw. Zusätzlich um die Wesen in Zukunft zu zähmen verbarg Guru Padmasambhava 18 verschiedene Arten von Schätzen, die Schatztexte, materiellen Reichtum, heilige Bilder usw. enthielten und gab ausführliche Prophezeiungen für die zukünftige Manifestation dieser Schätze, einschließlich der Schatzfinder und Beschützer der Schätze, genauso die Zeit deren Offenbarung.
Weiters wurden die erleuchteten Aktivitäten zum Wohle der fühlenden Wesen durch Guru Padmasambhavas acht Manifestationen wie folgend ausgeführt:

Padmavajra, Vajra des Lotus, durchtrennte die Wurzeln der fünf Gifte.
Padmaraja, König des Lotus, förderte den zeitweiligen und letztendlichen Nutzen der fühlenden Wesen.
Padmasambhava, der Lotusgeborene, segnete mit Vertrauen ausgezeichnete Wesen.
Dorje Drolo zähmte die Yakshas und Arroganten.
Suryaprabha, die Strahlen der Sonne, lehrte die Essenz des geheimen Mantras.
Sakyasimha, der Löwe der Sakyas, führte Wesen auf Pfad der Befreiung.
Simhanada, Löwengebrüll, vernichtete die äußerlichen Angreifer auf Nicht-Buddhisten.
Und Dhimanvaruchi, die höchst weise Liebe, ergoss Lehren aus Sutra und Mantra.

Die Ergebnisse von Guru Padmasambhavas Handlungen beinhaltete, dass 25 Schüler die Befreiung und acht weitere Schüler den Regenbogenkörper erlangten. Zusätzlich erlangten drei Millionen Schüler Stabilität in der Erzeugungsstufe des Tantra, 100.000 Schüler zeigten Zeichen der Verwirklichung, 90.000 Schüler erlangten den unbefleckten Illusionskörper und 80 Millionen Schüler hatten eine Verwirklichung. Nachdem er diese großen Aktivitäten vollendet hatte und wusste, dass seine Anwesenheit auf der Erde um Wesen zu zähmen, sich erschöpft hatte, ging er ins südwestliche Universum der magischen Kannibalen, um den Wesen dort zu helfen und die Erde von ihrem Leid zu beschützen.
Von Guru Padmasambhava wird gesagt, dass er für 3.600 Jahre in Indien lebte, um die Lehren des Buddha hochzuhalten und den fühlenden Wesen zu nützen. Aber was seinen Aufenthalt in Tibet angeht, gibt es viele unzuverlässige Versionen, die behaupten, er wäre drei Jahre, sechs Jahre, 30 Jahre usw. dort gewesen. Trotz dieser Unterschiede blieb er gemäß seiner eigenen Kama-Lehren für 50 Jahre und drei Monate dort, die Bedeutung der Lehren unmittelbar manifestierend, um den zahllosen fühlenden Wesen auf unvorstellbaren Weisen entsprechend ihrer Wünsche und Veranlagungen zu nützen. Dies ist eine verlässliche und vertrauenswürdige Tatsache.

Durch die Güte, die so weit wie der Raum ist, diente Guru Padmasambhava den Wesen der Götter, der Menschen und jenen im Naga-Bereich. Sich seiner vergangenen Anstrengungen zu erinnernd, mit unendlich tiefgründigen Schatzlehren und materiellem Reichtum, nützte er speziell den Wesen des Schneelandes von Tibet.

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