Verfasst von: Enrico Kosmus | 24. Februar 2012

Aufstellungsarbeit – Ordnen und Würdigen des Lebendigen

Die Entwicklung des möglichen Menschen beginnt bei der Erkennung der eigenen Lebensmuster. Auf dem spirituellen Weg der Entdeckung der inneren Heldin / des inneren Helden werden diese beengenden Fixierungen befreit und in gestaltende Kräfte umgewandelt. Von der Weltenschöpfung – der Erschaffung unserer inneren Welten – aus beginnt die Reise des Helden auf dem inneren Pfad durch die Dunkelheit ans Licht. Die Erfahrung dieser inneren Gestaltungskräfte ermöglicht eine Transformation unseres Wesens.

 Aufstellung und Ordnung

Familienaufstellungen beschäftigen sich mit tiefen, existenziellen Ebenen des Systems. Vielfach ist im Rahmen einer Aufstellung eine Versöhnung mit dem eigenen Schicksal notwendig. Während bei Familien-Skulpturen es um die Gegenwart geht, dringt die Aufstellungsarbeit in die Vergangenheit und auch in das Jenseits vor. Oft geht es über die einer Person bekannten Generationen hinaus. In diesem Ansatz geht es um eine ganz machende Heilung des Systems. Diese Heilung erfolgt über Ordnen, Anerkennen der Hierarchie, Respektieren der Reihenfolge, Integration von Ausgeschlossenen, Lösen von schicksalhaften Bindungen, Ablegen von Schuld, Bindungen anzuerkennen und einen Ausgleich von Geben und Nehmen herzustellen.
Die Partnerschaft kann man wählen, die Familie jedoch nicht. Die Generationenfolge der Herkunftsfamilie lässt sich nicht aussuchen, rückgängig machen oder sonst irgendwie verändern. Eine erste Klärung der Herkunftsfamilie lässt sich über ein Genogramm, den Stammbaum der Familie, erstellen. Bereits hier kann man die Beziehungen und Einflüsse der Mitglieder erkennen.
Ein weiterer Schritt ist die Betrachtung der zeitgeistigen Einflüsse auf die jeweilige Generation. Die Großelterngeneration in den 30er Jahren hat ihre Erfahrungen in einem ganz anderen Umfeld gemacht als die Elterngeneration der 50er und 60er Jahre. Rahmenbedingungen, die von existenziellen Ängsten geprägt sind, formen ganz andere Identitäten als jene, die sich in einem Feld des Überflusses befinden. Hier entstehen Identifikationen über innere Bilder, die das ganze Leben aufrechterhalten werden. Spätere Ansprüche an Eltern oder ein vermeintliches Versagen der Eltern resultiert in vielen Fällen aus einem mangelnden Verständnis um die Lebensumstände dieser Generation(en). Diese Erinnerungen, die ja doch nur ein Ausschnitt all dessen sind, was sich tatsächlich ereignete, werden in diesem Abschnitt bewusst gemacht.
Weiters sind bestimmte Generationsgrenzen zu klären. Es gibt in einer Familie drei Beziehungsebenen: Paarebene, Elternebene und Kindebene. Werden diese Ebenen nicht respektiert, kommt es zu Verwicklungen. Dabei gibt es verschiedene Rollen, die ein Kind übernehmen kann. Supermann bzw. Superfrau, königlicher Bote oder Botin, Liebhaber bzw. Liebhaberin, schwarzes Schaf, Feenkind und Nobody.

Im wissenden Feld einer Familie herrschen bestimmte Gesetzmäßigkeiten:

  • Ordnung hat die oberste Position. Sie steht sogar über der Liebe und geht dieser voraus. Zutrauen und Liebe kann sich nur im Rahmen der Ordnungsregeln entwickeln.
  • Die Mitglieder haben ein Recht auf Zugehörigkeit, wenn sie die Resonanzfähigkeit zum System aufrechterhalten.
  • Die Rangordnung innerhalb eines Systems ist gemäß der Zeitfolge der Zugehörigkeit zu einem System gegeben. Dies gewährleistet auch, dass Wachstum und Fortpflanzung möglich ist.
  • Damit aber auch eine Entwicklung und Differenzierung im Sinne einer Individuation gewährleistet bleiben, hat das Neue Vorrang vor dem Alten.
  • Krisen entstehen oft dadurch, dass der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen nicht ausgewogen ist; daher ist darauf auch zu achten. Dies ist auch bei der schamanischen Reise dadurch gewährleistet, dass der Reisende für den Hinweis auf eine Lösung des Anliegens oder Problems um eine rituelle Aufgabe für den Alltag bittet.

Es gibt aber auch Entwicklungskrisen. Diese sind dann häufiger, wenn  ein Wesen von einem Bewusstheitsgrad zu einem neuen wechselt.

  • Das Wesen eines Systems hat ein Gewissen. Wenn einem Systemangehörigen ein Unrecht getan wurde, so müssen dafür andere sühnen. Dies kann erst aufgehoben werden, wenn das Unrecht durch Erkenntnis bewusst und anerkannt und durch eine Neupositionierung des / der Beteiligten in einer sozialen Mesa die richtige Ordnung wieder hergestellt wird.
  • Von jedem Beteiligten geht ein Einfluss auf das System, dem er zugehört, aus. Es hat daher jeder Systemzugehörige das Recht, auch über eine Mesa oder andere Möglichkeiten, Einfluss auf das System zu nehmen. Dabei darf in keiner Weise einem anderen Systemangehörigen Schaden zugefügt werden.

Wenn ein Angehöriger des Systems ein individuelles Problem hat, so hat dieser selbst die Schritte für seine Lösung zu setzen. Nur wenn dieser selbst für sich nicht aktiv werden kann, kann ein rechtlich Verantwortlicher (Eltern bei kleinen Kindern oder Rechtsvertreter bei Personen, die geistig nicht in der Lage sind, für sich zu sprechen) die erforderlichen Lösungsschritte veranlassen.

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Responses

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    Hermi

    • sorry, für jobvermittlung bin ich nicht zuständig. 😉

  2. Thank you.

  3. Hallo, ich habe meine Entwicklungskrise fast hinter mir, ich weiß was ich will, bzw. was ich am Montagmorgen sagen werde, freue mich schon nach Köflach zu kommen. Bis dann. Hermi

  4. …sehr interessant,wo kann man an diesen Aufstellungen teilnehemen?
    Dr.Wolfgang Schoeneck
    Neustadt 6
    91522 Ansbach
    Deutschland

    • vielen dank für’s interesse. momentan sind keine aufstellungsworkshops geplant. ev im september. ich nehm sie unverbindlich in den newsletter auf und dann bekommen sie die termine zugesandt.


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