Verfasst von: Enrico Kosmus | 23. März 2012

…warum wir praktizieren…

In beiden Kulturen gibt es eine große Sache, die gleich ist – es ist dieser Übeltäter: die Erwartung. In östlichen Kulturen wie eben in Bhutan gibt es vielleicht blinde Hingabe, aber sie alle haben eine Erwartung. In der westlichen Kultur sind sie vielleicht skeptisch und weltlich, aber hier gibt es auch eine Erwartung. Und diese Erwartung, obwohl sie sich unterschiedlich manifestieren mag, hat grundlegend nur eine Natur und diese ist, dass alle glücklich sein wollen. Und das ist auch der Grund, warum die Dinge falsch laufen.
Buddhist zu sein und den Dharma zu praktizieren, hat nichts mit dem Glücklich sein zu tun. Wenn man den Dharma praktiziert, um glücklich zu sein, dann ist das, als ob man das Gegenteil davon macht, einfach das Gegenteil. Erleuchtung hat nichts mit glücklich oder unglücklich sein zu tun. Und beide Kulturen kommen zu mir um glücklich zu sein. Das ist wirklich die Quelle allen Missverständnisses.
Erwartung! Ich glaube, dass ist ein großes Problem. Natürlich, die Motivation ebenfalls. Ihr wisst, die Motivation, weshalb wir den Dharma praktizieren, weil die meisten von uns den Dharma aus einer sehr begrenzten Motivation heraus praktizieren – sie wollen glücklich sein, wollen sich entspannen, wollen kräftiger sein oder was auch immer. Wenn ihr dies macht, werdet ihr enttäuscht werden, weil wir in Samsara leben und wirklich glücklich zu sein, ist einfach schwierig. Aber der letztendliche Zweck für den Dharma ist nicht dafür, er ist für die Erleuchtung. Und ich glaube, das ist mein wichtiger Rat. Wenn ihr den Dharma praktiziert, dann praktiziert ihn für die Erleuchtung, nicht für Rechte, nicht für die Freiheit, nicht für die Gerechtigkeit, nicht für Heilung, nicht dafür, um sich in einer weltlichen Art besser zu fühlen.

(Aus einem Interview mit Dzongsar Khyentse Rinpoche mit Andrew Cohen.) english version by Teong Hin Ooi

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Responses

  1. …..hab wirklich lange nachgedacht, definiere Erleuchtung so, wenn man seine eigene Mitte gefunden hat, sich nicht von Situationen mitziehen läßt, mitfühlend und selbstsicher mitten im Leben steht, auch die Meinung und Ansichten seiner Mitmenschen respektiert (soll nicht heißen – alles für Gut befinden ). Es ist sicher ein Balanceakt, sich nicht aus der Mitte ( Ruhe ) bringen zu lassen, möchte es bildlich gesehen mit zwei Waagschalen vergleichen – versuchen in keine dieser Schalen Platz zu nehmen – sondern die Mitte sein – wenn das gelingt – meine ich – ist man der Erleuchtung schon ein Stückchen nähergekommen.

  2. Erleuchtung……
    dieses Wort ist für die Hermi nicht zu definieren – Hermi leuchtet wenn sie spricht – oder schreibt – dies ist egal – Hermi denkt – spricht – schreibt gleich. Hermi entwickelt im Herzen Wärme, die dann in Form von Worten heraus wollen.
    In ihr kommt eine innere Kraft hoch wenn es um Themen geht, die den Menschen betreffen – Ängste – Sorgen – unterstützen mutig zu sein, alles Themen wo der Hermi was einfällt. Natürlich gibt es auch Themen wo Hermi in sich geht und nachdenken muß – oder einfach Sachen, welche bei ihr nichts auslösen, wenn sie in sich geht lächelt und spricht sie nicht mehr, geht meistens nach Hause – in die freie Naur – mit Fluß und Bäumen und unbedingt Sonnenlicht, dort sammelt sie wieder ihre Kräfte und kann wieder lächeln. Aber Erleuchtung – gibts dafür ein anderes Wort – daß den Inhalt beschreibt, oder müßen wir die Antwort darauf selber in uns suchen ?

  3. ………Erleuchtung bedeutet für die Hermi………….
    immer wenn die Hermi zu sprechen anfängt bzw. zu schreiben – bei der Hermi ist das das Gleiche, sie schreibt wie sie denkt und spricht auch genau so,wenn die Hermi also warm wird – im Herzen – dann entwickelt sich in ihr Energie und eine Kraft und das spürt sie am ganzen Körper – es fällt ihr dann soviel ein was sie unbedingt loswerden möchte, am liebsten ist es ihr natürlich, wenn es einen Gesprächspartner gibt – der auch seine Meinung kundtut – alleine sprechen ist nicht erfüllend – sie braucht unbedingt Menschen die mit einem Thema beginnen – das wiederum löst bei ihr was aus, und sie fängt an zu sprechen – aber nicht bei allen Themen ist das so –
    Auslöser, welche ihr etwas auslösen sind immer – Themen um das menschsein – ein bißchen „Lebenshilfe“ vermitteln ist ihr Thema,………
    …… es gibt aber auch viele Sachen die sie unberührt lassen, dann allerdings zieht sie sich in sich zurück und lächelt kaum – von lachen ganz zu schweigen – dann geht sie heim – in die Natur raus – und denkt nach – wenn sie dann viel Sonne gesehen hat und Luft und Wasser – dann hat sie wieder ihre innere Kraft zurück.

  4. ……… Erleuchtung, Verständnisstufe…………

    …Erleuchtung, dieses Wort könnte ja das Wort des Jahres werden – man hörts überall – ich bin auf der Vorstufe der ersten Verständnisstufe – .
    Es ist halt so, dass man sich oft selber was vormacht, was anderes von sich gibt – als man in sich spürt – irgendwo geschrieben gestanden – sich selbst vertrauen lernen – aus sich herausgehen – sich seinen eigenen Fesseln, die man sich selbst angelegt hat befreien – zu sich selber stehen – ist das dann Erleuchtung?

  5. bitte erkläre die bedeutung des wortes „erleuchtung“…

    • es ist gleichbedeutend mit befreiung oder auch verlöschen – nirvana. je nach verständnisstufe wird es unterschiedlich erklärt. es ist im grunde nichts anderes als das erkennen der wesensnatur – offen/weit, lichthaft/deutlich klar, ungehindert erscheinend – und das ruhen darin…
      wenn du einen geschmack davon bekommen möchtest, lies doch auch den post „die offenbarung des dorje drolod“ oder eben über die „buddhismus in einer nußschale: die vier siegel des dharma“ – besonders das vierte siegel beschreibt’s treffend.

      • vielen dank! einen kleinen geschmack davon habe ich nun, ein funke ist übergesprungen 🙂

  6. ….Erwartung: ich für mich, meine, ganz persönliche lebenseinstellung ist, nichts zu erwarten, es kommen alle Situationen, probleme, freudige und traurige anlässe sowieso,etwas von jemanden zu erwarten halte ich für nicht sehr sinnvoll, endet sicherlich in einer Enttäuschung. Manchmal erwarte ich zwar nicht, stelle mir aber andere kulturen irgendwie vor, vorstellen – träumen ist auch nicht hilfreich – selber miterleben – ist mein motto – wirklich das beste ist natürlich – nicht nur zuhören – und sich berieseln lassen – mitmachen – aktiv sein – sich trauen seine Stimme hören zu lassen – es gibt kein richtig oder falsch, es is wies is, sei wies sei, ………………………………..


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