Verfasst von: Enrico Kosmus | 25. September 2012

Die Philosophie des Dienens

Wenn wir die Drei Erhabenen Methoden auf alles, was wir tun, anwenden – selbst auf so etwas Gewöhnliches wie das Kopieren eines Stapels Papier für ein Dharma-Zentrum – dann sammelt man nicht nur Verdienst an, sondern das Unterfangen wird eigentlich zu einer Paramita – das Fotokopieren als eine vollendete Handlung. Ihr denkt vielleicht: „Wie kann eine Fotokopie alle fühlenden Wesen erleuchten?“ Offensichtlich beauftragt ein buddhistisches Zentrum einen nicht damit, die Worte von Donald Rumsfeld zu kopieren. Es hat etwas mehr mit dem Dharma zu tun, etwas, das auf die eine oder andere Art für die fühlenden Wesen nützlich ist. Wenn zehn Leute ein Papier lesen, dass ihr kopiert habt und einer von ihnen – wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde – ein echtes Verständnis des Dharmas hat, dann ist der Same der Buddhaschaft schon gepflanzt. Und das ist alles wegen eurer Fotokopie.
Die Ansammlung von Verdienst ist keiner Weise durch Traditionen begrenzt, wie das Entzünden von 100.000 Butterlampen oder das Arbeiten in einem Zentrum. Wenn ihr Schüler des Vajrayana seid, deren Meister euch beauftragt, die Worte Donald Rumsfeld 200.000 Mal zu kopieren, dann wird das Fertigstellen der Aufgabe auch mehr Verdienst sammeln. Wir Menschen halten weiterhin an der Form fest und es ist für uns einfacher zu akzeptieren, dass das Schrubben des Bodens von einem Tempel Verdienst ansammeln wird. Also macht es einfach.

Unterweisung von Dzongsar Jamyang Khyentse Rinpoche

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Responses

  1. kein zweifel

  2. Lieber Enrico,
    ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Vajrayana Schüler
    von seinem Meister den Auftrag bekommen könnte, Schriften von Donald Rumsfeld zu vervielfältigen – auch wenns nur ein Beispiel ist.
    Donald Rumsfeld löst im ersten Moment in mir den Gedanken – Krieg aus.
    Buddhismus = Frieden
    lg Hermi

    • egal, was es bei dir auslöst, letztendlich ist’s tinte auf papier… du hast viel vorstellungskraft in die eine, aber nicht in die andere richtung…

      • .. vorstellungskraft in die eine, aber nicht in die andere richtung – wie meinst du das?

      • wenn ein vajra-meister einen schüler damit beauftrag, dann wird er/sie einen sinn darin sehen… auch milarepa musste vier häuser mit eigenen händen bauen und wieder abreißen. weder marpa noch milarepa haben jemals darin gewohnt.
        und letztendlich ist das alphabet, das in einem text von rumsfeld verwendet wird dasselbe wie in einem text von buddha… einfach buchstaben, tinte auf papier, frei von konzepten…


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