Verfasst von: Enrico Kosmus | 23. Oktober 2012

Von Schatzvasen, Reichtumswesen und dem Heilen der äußeren und inneren Elemente

Um die Harmonie zwischen innen und außen wieder herzustellen, erschien Guru Rinpoche zum Wohle der Wesen in Gestalt des Ogyen Norlha. Versteht man den Zusammenhang zwischen den inneren und äußeren Elementen, dann kann man das Leiden der gegenwärtigen Unausgeglichenheit abwenden.
Die inneren Elemente unseres Körpers sind Fleisch, Blut, Hitze, Atem und Geist und deren makrokosmische Entsprechungen finden sich in den äußeren Elementen. Das Fleisch entspricht dem Element Erde, das Blut dem Wasser, die Hitze dem Feuer, der Atem dem Wind und der Geist dem Raum bzw. dem Himmel. Ebenso existieren diese Elemente in drei Daseinskreisläufen. Über der Erde wohnen die Devas, unter der Erde die Nagas und auf der Erde die Menschen.
Diese drei Bereiche haben genau dieselben inneren und äußeren Elemente, die sich manifestieren. Wenn irgendeiner dieser drei Bereiche Glück oder Leiden erfährt, dann wirkt sich das auch auf die beiden anderen aus. Und besonders auf den Bereich der Menschen! Ohne ein Wissen um und Vertrauen in diese wechselseitige Verbundenheit gibt es keine Achtung. Mit unserer kleingeistigen Sicht verunreinigen wir auf verschiedene Arten, sowohl körperlich wie auch geistig, wodurch die äußeren und inneren Elemente in allen Bereichen beschädigt werden. Erdbeben, Wirbelstürme, Flutwellen und Feuersbrünste entstehen aus denselben Ungleichgewichten, die auch Armut im Menschenbereich verursachen. Es wirkt also in beide Richtungen. Wenn beispielsweise der Naga des Wasser-Elements geheilt wird, dann kommen auch Regen und Wohlstand zu den Menschen.
Wohlstand wird durch positive Tugenden verursacht – körperlich, geistig und sprachlich. Reichtum entsteht aufgrund der Ursachen und Bedingungen, die auf Verdienst beruhen. Ein Mangel an Großzügigkeit lässt Verdienst abnehmen und bewirkt Armut. Großzügigkeit vermehrt Verdienst und bewirkt Wohlstand. Doch hängt Großzügigkeit nicht vom der Gabenmenge, sondern von der Reinheit der Motivation des Gebens ab. Es gibt eine Geschichte aus der Zeit Buddha Shakyamunis, wo ihm viele Menschen kostbare Butterlampen mit der Absicht opferten, dadurch Verdienst anzusammeln. Eine alte, arme Frau konnte nicht viel mehr als eine kleine Butterlampe darbringen und da sie schäbig aussah musste sie ganz hinten Platz nehmen. Plötzlich kam ein Windstoß und blies alle Butterlampe aus. Nur die eine kleine Lampe der armen Frau brannte noch weiter. Der Buddha sagte: „Seht ihr, diese Lampe brennt noch immer, da sie aus reiner Motivation dargebracht wurde. Diese Frau hat heute all ihre Ersparnisse zusammengesammelt und in diese eine Lampe investiert. Diese hat sie mit der reinen Motivation der selbstlosen Großzügigkeit dargebracht. Daher übertrifft ihre Verdienstansammlung die eure und ist dauerhaft.“ Andererseits kann man ohne eine reine Motivation aber auch negative Umstände für sich vermehren. Daher ist die Ansammlung von Verdienst immer mit Weisheit verbunden und der „Erfolg“ hängt von der altruistischen Motivation ab.

Norlha und Schatzvasen

Durch die Einweihung und Praxis des Ogyen Norlha schaffen wir positives Karma für uns und unsere Umgebung. Wenn man noch dazu in der Lage ist bei sich zu Hause eine gesegnete Schatzvase auf dem Altar aufzustellen, wirkt diese als Fokus dieser Verdienstansammlung und vermehrt den Segen. Man soll nicht meinen, dass durch das Nehmen von Geld dafür ein Missbrauch betrieben wird oder die Lamas dies zu ihrem eigenen Vorteil machen. Die Einweihung, die Vasen und die eigenen Opfergaben pflanzen Wurzelursachen und Bedingungen. Mit den Opfergaben werden die Aktivitäten der Drei Juwelen unterstützt und gefördert. Mit diesem Verdienst und dem inneren Reichtum erzeugt man durch eine geringfügige Anstrengung eine große Auswirkung! Manchmal arbeitet man sehr angestrengt und man erlangt dennoch keinen Wohlstand. Aber mit dem rechten Verdienst und dem inneren Reichtum kann eine kleine Arbeit ein großes äußeres Ergebnis erzielen.
Schatzvasen harmonisieren und heilen die äußere Umgebung. In Zeiten des Niedergangs leiden die Wesen an drei „durukas“: Krankheit und Gebrechen, Armut und Hunger, Waffen und Krieg. Guru Rinpoche gab uns diese tiefgründigen Anweisungen und Details darüber, wie man jeden Bereich heilt, besonders aber den der Menschen und der Nagas. Jeder Bereich hat eine unterschiedliche Lebensessenz und die Schatzvasen beinhalten jede Substanz – Kristalle für den Bereich der Götter, Türkise für den Bereich der Menschen und Muschel für den Bereich der Nagas. Jede Vase sollte auch Yantras, Mantras und unvorstellbare Substanzen verborgener Schätze von verwirklichten Wesen, von Guru Rinpoche und anderen Lamas der Vergangenheit bis zum heutigen Wurzellama herauf beinhalten. In einer Schatzvase sollten auch Medizinpillen und Kräuter sowie andere gesegnete Substanzen sein.
An jedem Platz, auf den man solch eine Schatzvase stellt, ob man sie im Boden vergräbt oder ins Wasser stellt, in einen See oder ins Meer, werden die äußeren Elemente geheilt. Wenn man sie zuhause auf den Altar stellt oder an einen sauberen, schönen Ort, dann werden die Elemente gereinigt, und zwar besonders jene, die inneren und äußeren Wohlstand betreffen. Solch eine Schatzvase ist tatsächlich ein heil(iges) Objekt.

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