Verfasst von: Enrico Kosmus | 7. November 2012

Der dreifache Raum

Lopon_1Beim Thema der Anweisungen für den dreifachen Raum ist der äußere Raum der leere Bereich des Horizonts. Der innere Raum wird erblickt, wenn man die Meditationshaltung einnimmt, ruht und in den äußeren Raum gafft, als ob man ihn mit den Augen durchdringen wolle: der innere Raum ruht klar ohne Gedanke, inmitten der Natur des Geistes. Obwohl dies Gewahrsein (rigpa) ist, das sich auf den Grund ausrichtet, transzendiert es zu dieser Zeit nicht das grundlegende Bewusstsein, da dieses nicht im eigentlichen Gewahrsein ruht. Im inneren Raum ist Gewahrsein vom geistigen Klammern und von der Anhaftung an meditativer Erfahrung verunreinigt.
Es ist unnötig, dass alle Umgebungen und Wesen, die im äußeren Raum erscheinen – dieser Torma mit seiner Platte, dieses Mäusehaus – verschwinden. Notwendig ist, dass das geistige Klammern oder die Bezugspunkte in Bezug zum Raum etc. zerstört werden.
Der geheime Raum erwacht aus dem Wissensaspekt des Gewahrseins innerhalb des Nicht-Begrifflichen. In der selbstentstandenen, großen, alles durchdringenden, lichten Weite des Gewahrseins, frei von der Umklammerung der Anhaftung an meditative Erfahrung zu ruhen, verwirklicht den geheimen Raum.
Man sagt, dass im Allgemeinen von der Zeit in der man ein gewöhnliches Individuum ist, in der man mit den eigenen Wasserblasen-Augen gafft und im äußeren Raum in Meditation ruht, dass  dies einen auf natürliche Weise zu den inneren und geheimen Räumen führen kann. Deshalb sagt man:

„Beim Meditieren, meditiere auf gar nichts:
es ist für deine Augen ausreichend, in den Raum zu blicken.“

Man sagt, dass „Beim Meditieren“ sich auf den äußeren und inneren Raum bezieht. „Meditiere auf gar nichts“ bezieht sich auf den geheimen Raum, auf jenen Punkt, den man nicht meditiert.

Dies sind die unverfälschten mündlichen Anweisungen von Thragthung Dudjom Lingpa, als ein Kommentar niedergeschrieben, basierend auf der mündlichen Linie meines Lamas [Gyurme Ngedön Wangpo], von Jigdral Yeshe Dorje.

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Responses

  1. Schwierig, um intelektuell zu verstehen. Längst klar, was das „Intuitive“ betrifft. 😉

  2. Wer seinen inneren Meister oder Guru finden will, schaut einfach sanft ins 3. Auge und singt das uralte Mantra ‚HU‘ (Hiuuuuuuuu gesungen). Es kann sein, dass man dabei die inneren Welten betritt, ihr Licht sieht und ihre Töne/Klänge hört.
    Das HU ist ein uralter Name für Gott, der universell ist und von Anhängern aller Religionen und Systeme benutzt werden kann, es wird sie voranbringen.


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