Verfasst von: Enrico Kosmus | 20. Dezember 2012

Begleitende Praktiken im Chöd

LichtopferIn einem Chöd-Retreat wird das Ausführen der Vier Festmahle gefordert, das Opfern des Körpers viermal tagsüber mit der nachfolgenden Widmung des Verdienstes für die Befreiung aller Wesen. Nach dem Weißen Festmahl am Morgen ist es sehr gut, ein friedvolles Rauchopfer zu machen. Dabei verbrennt und opfert man die drei süßen Substanzen und die drei weißen Substanzen. Man macht eine Menge an Rauch aus Wacholder, sodass die friedvollen Geister herbei kommen und teilnehmen können. Nach dem Roten Festmahl in der Nacht macht man eine zornvolle Räucherung, […]. Es muss nicht viel sein, nur ein wenig. Zu allen Zeiten und allen Gelegenheiten sollte ein Chöd-Praktizierender einfach auf die Reaktionen des Geistes achten, besonders Furcht, Erwartung und Enttäuschung und die Sicht der Leerheit darin, sowie dass sonst ein Dämon aus dem Geist wird. Dies wird von großem Nutzen sein.
Götter und Geister kommen nur nachts hervor, wenn es dunkel ist. Sie sind vom Geruch […] angezogen. Wenn man etwas Medizin – Dütsi men – in die Substanzen hinein  gibt, die man verbrennt, dann werden sie die Dharma-Medizin riechen und Bodhicitta wird sofort in ihrem Geist entstehen. Ansonsten haben sie nur negative Gesinnungen. Daher soll man auch immer „OM MANI PADME HUNG“ rezitieren, nachdem man diese Opfergaben oder die Opferung des Körpers gemacht hat. Der abschließende Teil der Chöd-Praxis ist die Rezitation von „OM MANI PADME HUNG“. Dies bringt riesengroßen Verdienst für alle fühlenden Wesen. Dies wird Befreiung durch Hören genannt und so ist es wirklich. Daher sollten wir verstehen, dass der Geruch der Dharma-Medizin, das Hören des Mantra-Klanges und ebenso die Verbindung zum eigenen Bodhicitta sehr machtvolle Praktiken sind. Diese sollten immer dabei sein.
Schließlich sollten wir uns selbst jeden Tag durch Beobachtung überprüfen, ob nach einiger Zeit der Chöd-Praxis unsere weltlichen Belange abgenommen haben, ob das Verhätscheln unseres Körpers abgenommen hat, ob die störenden Gefühle weniger wurden, ob Phänomene als wahrhaft und inhärent existent wahrgenommen werden, ob Götter und Dämonen als real angesehen werden usw. Wenn man sieht, dass diese Dinge abgenommen haben, dann bedeutet das, dass Chöd zum Pfad und der Pfad wirklich zur Praxis geworden ist. Wenn dies der Fall ist, sollte man Tröma, die schwarze Dakini, als die eigene Meditationsgottheit bewahren und ihr Mantra wiederholen. Man sollte versuchen, das Wesen des Pfades zu verwirklichen und den Segen der Dakinis  zu erhalten, damit das eigene Weisheitsgewahrsein zunimmt. In diese Richtung sollte man große Anstrengungen unternehmen, besonders wenn man diese Zeichen der Vollendung hat.

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Responses

  1. […] https://enricokosmus.wordpress.com/2012/12/20/begleitende-praktiken-im-chod/ […]


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