Verfasst von: Enrico Kosmus | 23. August 2013

Die fünf Gefährtinnen von Guru Rinpoche

MandaravaIm vorigen Beitrag auf rangdrol’s Blog habe ich etwas über Yeshe Tsogyal geschrieben. Aber Guru Rinpoche hatte mehrere Gefährtinnen und hier folgt nun eine kurze Beschreibung der weiteren vier.
Es gab fünf Emanationen von Vajra Varahi, die sich als Gefährtinnen von Guru Rinpoche manifestierten, um ihm zu dienen und seine Lehren zu beschützen. Der Körper der Emanation war Mandarava, die Rede-Emanation war Yeshe Tsogyal, die Geist-Emanation war Shakya Dema, die Qualitäts-Emanation war Kalasiddhi und die Aktivitäts-Emanation war Tashi Chidren.

Mandarava

Mandarava wurde inmitten von wunderbaren Zeichen in Sahor (Indien) geboren. Ihr Name bezieht sich auf den Korallenbaum, einen der fünf Bäume des Paradieses mit leuchtenden scharlachroten Blüten. Angelockt von vielen Freiern, entkam sie der Ehe, indem sie Nonne wurde.
Guru Rinpoche suchte sie aus und begann ihr Belehrungen zu geben. Dies schuf einen großen Aufruhr, sodass ihr Vater – der König – Guru Rinpoche in einem riesigen Scheiterhaufen verbrennen und Mandarava in eine Dornengrube werfen ließ. Guru Rinpoche verwandelte das Feuer in einen See und erschien sitzend auf einem Lotus inmitten des Sees, der heute als Rewalsar Tso Pema bekannt ist. Mandaravas Vater bereute und brachte sein Königreich sowohl Mandarava als auch Guru Rinpoche dar. Sie wurde Guru Rinpoches Gefährtin und beide reisten zur Maratika-Höhle in Nepal, wo sie eine Vision von Buddha Amitayus empfingen und Kontrolle über ihre Lebensspanne erlangten.
Nachdem Guru Rinpoche nach Tibet ging, fuhr Mandarava fort, seinen Schülern in Indien zu nützen. Zweimal reiste sie nach Tibet in Gestalt eines Lichtkörpers, traf Yeshe Tsogyal und vereinte sich wieder mit Guru Rinpoche. Später erschien sie in vielen weiblichen Gestalten, eine der beachtenswertensten ist die Weisheits-Dakini Niguma. Ihre Biographie – versiegelt als ein Schatz – wurde von Taksham Nüden Dorje im 17. Jhdt. entdeckt und ist als „Die Leben und die Befreiung der Prinzessin Mandarava: Die indische Gefährtin von Padmasambhava“ erhältlich.

Shakya Dema

Sie war eine nepalesische Prinzessin, deren Mutter bei ihrer Geburt starb. Wie Kalasiddhi wurde sie auf einen Leichenplatz gelegt. Von Affen aufgezogen, überlebte sie und wurde später von Guru Rinpoche gefunden, der sie als eine Dakini erkannte. Sie praktizierte als seine Gefährtin in Yangleshö (Pharping) und mit ihrer Unterstützung manifestierte sich Guru Rinpoche in vielen Gestalten, um Schülern zu nützen. Viele Jahre später, während ihres ersten Besuchs in Nepal, traf Yeshe Tsogal mit Shakya Dewa zusammen, die noch immer als Yogini praktizierte. Es wird gesagt, dass Shakya Dewa die Errungenschaften von Mamaki und natürlich auch den Regenbogenkörper erlangte.

Tashi Chidren

Tashi Chidren war eine Prinzessin, die in Mon nahe der Grenze zu Nepal geboren wurde. Fähig, sich an ihre früheren Leben zu erinnern, reiste sie im Alter von 13 Jahren auf der Suche nach Yeshe Tsogyal ins südliche Tibet. Sie begleitete Yeshe Tsogyal nach Onphu Taktsang, wo sie Guru Rinpoche traf und als seine erwählte Gefährtin Vajrakilaya praktizierte. Später in Paro Taktsang verwandelte sie sich in die Tigerin, die Guru Rinpoche ritt, als er sich als Dorje Drolod manifestierte. Sie assistierte beim Verbergen der Schätze und blieb eine hingebungsvolle Schülerin von Yeshe Tsogyal, bis sie den Regenbogenkörper in Shang Zabbulung in Begleitung von Tsogyal und Kalasiddhi erlangte. Man nimmt an, dass sie später als Tochter von Machik Labdrön wiedergeboren wurde.

Kalasiddhi

Kalasiddhi wurde in Indien geboren. Ihre Mutter starb bei der Geburt und sie wurde auf einen Leichenplatz weggelegt, wo sie von Mandarava gefunden und aufgezogen wurde, die sich selbst in eine Tigerin verwandelte. Sie wurde eine Baumwollspinnerin und traf im Alter von 14 Jahren in Nepal Yeshe Tsogyal. Sie begleitete Yeshe Tsogyal nach Samye und Chimphu, wo sie zu Guru Rinpoches Gefährtin wurde. Später wurde sie Yeshe Tsogyal anvertraut und erlangte Erleuchtung, indem sie auf die Leerheit der Elemente (kala) ihres menschlichen Körpers meditierte. Sie hinterließ keine sterblichen Überreste, als sie den Regenbogenkörper in Shang Zabbulung in Begleitung von Tsogyal und Tashi Chidren erlangte.

Das englische Original steht auf Jnanasukha als Download zur Verfügung.


Responses

  1. sehr beeindruckend


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