Verfasst von: Enrico Kosmus | 15. Oktober 2013

Sangcho – Rauchopfer

SONY DSCAllgemeine Bemerkungen zu Rauchopfern

Einige behaupten, dass die Praxis der Rauchopfer nicht den Lehren der Sutras oder Tantras entspringt. Aber andere verweisen wieder auf Textbestandteile in den Sutras, wo Förderer und Gönner des Buddha Shakyamuni ihn mit dem Verbrennen von Räucherwerk auf ihren Dächern oder ihn mit Räucherwerk in ihren Händen begrüßen. So gesehen sind dies die ersten Formen von Rauchopfer.
Die Opfergabe von Räucherwerk geschieht in der tantrischen Praxis zu verschiedenen Anlässen. Neben der allgemein verbreiteten Rauchopferung am Altar, wird auch zum Beseitigen von Verunreinigung eines Gegenstandes ein Rauchopfer durchgeführt. Dies wird „Nöl Sang“ (tib.; mnol bsang) genannt. Zur Bereinigung von spirituellen Unreinheiten oder Blockaden wird wiederum ein „Drib Sang“ (tib.; grib bsang) ausgeführt. Doch diese beiden Formen sind manchmal schwer als Opfergaben anzusehen.
Wenn wir die Ursprünge der Rauchopferung näher untersuchen, dann steht der Aspekt der Opferung mit den oben erwähnten ursprünglichen Quellen im Einklang. Der Aspekt der Reinigung ist dann ein Ausdruck der geschickten Mittel und zeichnet sich durch großes Mitgefühl aus. Im Fall der geschickten Mittel bieten die vier Elementen – Erde, Wasser, Feuer und Luft –  eine Vielzahl an Methoden der Reinigung. Allgemeine Hinweise dazu finden sich z.B. in den Versen von Shrigupta für die Reinigung von giftiger Nahrung. Shrigupta wurde durch einen falschen Lehrer angehalten, dem Buddha eine Falle zu stellen und ihm giftige Nahrung anzubieten. Als aber der Buddha seinen Plan vereitelte, bekannte Shrigupta reumütig und der Buddha ließ ihn die folgenden Verse dreimal wiederholen: „Anhaftung, Ablehung und Uwissenheit – diese drei sind die drei weltlichen Gifte. Die siegreichen Buddhas haben keines dieser Gifte. Die Erleuchteten besiegen Gift durch Wahrheit. [Dieser Vers wird noch zweimal wiederholt und dabei werden die „siegreichen Buddhas“ durch den Dharma und die Sangha ausgetauscht.] All das ist giftig und jedes Lebewesen hat dieses Gift – all das entsteht aufgrund des Gifts der Anhaftung. Anhaftung ist das größte aller Gifte. [Dann wird dies auch wiederholt und „Anhaftung“ wird durch Ablehung und Unwissenheit ersetzt.]“
In den Texten des Geheimen Mantrayana findet man zahllose Methoden der Reinigung, die sich auf die Verwendung der Elemente stützen, alles entsprechend der speziellen Erfahrung und der Stufe des Praktizierenden. Die Kriya-Tantras lehren Reinigungen durch Erde und Wasser. Und die Tantras im Allgemeinen lehren eine große Zahl an Methoden, wie befriedende Riten durch Feuer, Räucherwerk, das vom Wind verblasen wird usw. Daher ist die Echtheit dieser Praktiken außer Zweifel.

Dies ist frei nach einer Belehrung von Gyalse Shenpen Thaye.

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