Verfasst von: Enrico Kosmus | 21. August 2014

Dharma – einmal praktisch

SamanthabadraZunächst soll man durch den Dharma lernen, die eigenen Fehler zu erkennen, die durch die drei Gifte – Nichtgewahrsein, Verlangen, Ablehnung – entstehen. Daher soll man sich selbst prüfen und die eigenen Fehler finden, anstatt immer auf die Fehler der anderen zu zeigen. Wenn man immer auf die Fehler der anderen zeigt, dann schafft man bloß für sich selbst schlechtes Karma, aber das Tun der anderen ändert sich dennoch nicht. Deshalb beachtet bis ihr letztendliche Erleuchtung erlangt hab, was anzunehmen und was aufzugeben ist.
Die Bedeutung von Dharma ist „es zu machen“. Dharma bedeutet nicht nur „Lehre des Buddha“, sondern kann auch als „befreiende Information“ übersetzt werden. Nur der Dharma ist in der Lage, den eigenen negativen Geist ins Positive zu wandeln. Wenn der Dharma, den man praktiziert, das Negative nicht ins Positive verwandelt, dann sollte man einmal darüber nachdenken, dass das Opfern von Butterlampen (oder Kerzen), das Rezitieren von Mantras und das Beten im Tempel nicht Dharma ist, sondern Anbetung, um lediglich die eigenen Wünsche zu erfüllen. Wahrer Dharma ist, dass man zuerst nach dem Ego und Ärger sucht und deren Natur ergründet und unter Kontrolle bringt. Das wird Dharma genannt. Deshalb versucht die Natur des Geistes und der Phänomene zu ergründen und zu verstehen.
Dieses Leben ist wie ein Seifenblase, wie ein morgendlicher Tautropfen an einem Grashalm. Die Zeit des Todes ist ungewiss und der Tod kann immer eintreten. Deshalb ist es nicht wert, sich an die Früchte der Welt festzuklammern. Denn im Moment mag das vielleicht köstlich sein, aber langfristig bringt es nur Kummer und Qual. Deshalb haltet nicht zu sehr an weltlichen Dingen fest.
Um ein Buddha zu werden, strebt danach, die Anhaftung diese Welt aufzugeben. Um die Anhaftung an diese Welt aufzugeben, versucht das Leiden in dieser Welt zu erkennen. Deshalb seid euch immer der letztendlichen Unzulänglichkeit alles Zusammengesetzten bewusst.
Wir lernen den Dharma, um die Natur des Geistes zu ergründen und um Hass, Begierde, geistige Faulheit, Leidenschaften, Neid, Eifersucht und Stolz aufzugeben. Diese sind nur die antreibenden Kräfte für intensive Erfahrungen in der zyklischen Existenz. Deshalb seid euch eurer eigenen geistigen Färbungen bewusst und gebt sie auf. Sie führen nur zu einer Wiedergeburt in den sechs leidvollen Existenzen.
Die fühlenden Wesen, die in zahllosen Wiedergeburten unsere Eltern und Geschwister gewesen sind, heute nah oder morgen fern, wandern getäuscht aufgrund von Nichtgewahrsein in wiederkehrenden Qualen und Leiden umher. Wieso sollten wir, auch wenn wir uns heute einander nicht mehr erkennen, nicht füreinander da sein? Deshalb bedenkt immer die Güte, die sie uns zuteil werden haben lassen und handelt zum Wohle aller ohne Ausnahme.
Obwohl unsere leiblichen Eltern uns die menschliche Geburt geschenkt haben, so ist die Güte des Wurzel-Gurus dennoch dem überlegen. Wir sind diejenigen, die den Guru nach gewissenhafter Überlegung und reiflicher Prüfung erwählen. Wenn wir mit seinen/ihren Anweisungen nicht einverstanden sind, warum haben wir uns dann ihn/sie ausgesucht? Aufgrund unserer Unwissenheit erkennen wir nicht die Fehler, die wir mit Körper, Rede und Geist begehen. Er/sie ist der/die jenige, der/die uns darauf hinweist, uns lehrt und die Natur des Geistes aufzeigt. Ohne die dreifache Güte das äußeren Gurus sind wir nicht in der Lage, zu reifen und zur letztendlichen Befreiung zu gelangen. Deshalb sollen wir seinen/ihren Herzensrat ernstnehmen und diesen mit unserem ganzen Eifer praktizieren.

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