Verfasst von: Enrico Kosmus | 14. Februar 2015

Phowa – Bewusstseinsübertragung

LongsalNyingpoDas Phowa wird in verschieden Texten abgehandelt. In Tibet gibt es verschiedene Traditionen, deren hauptsächlichen sind: Nyingmapa, Sakyapa, Kagyüpa und Gelugpa. Sie unterscheiden sich in den Linien, doch die Lehren sind überall gleich. Sie haben alle Phowa in ihrer Tradition. Innerhalb der Linien gibt es auch noch unterschiedliche Entwicklungen.

Phowa-Arten

Es gibt fünf verschiedene Arten des Phowa. Das erste ist das Phowa des Dharmakaya, das zweite ist das Sambhogakaya-Phowa, das dritte ist das Nirmanakaya-Phowa, das vierte ist das Phowa in drei Abschnitten und das fünfte ist das Phowa für andere, für andere Situationen wird es auch genannt.
Dharmakaya-Phowa bedeutet das Erkennen des Wesens des Geistes, das ungeschaffene und nicht zusammengesetzte Wesen des Geistes. Die die Mahamudra oder Maha-Ati verstehen, sind damit gemeint.
Sambhogakaya-Phowa, daß man vor allem die Entstehungs- und Vollendungsstufen der Meditation genau praktizieren kann.
Das Nirmanakaya-Phowa ist für die gemeint, die die Gelübde, die sie Vajrayana-Einweihungen gemacht haben, unverletzt halten können und gehalten haben, die Entstehungs- und Vollendungsstufen der Meditation etwas kennen und außerdem die Unterweisungen über das Bardo genau kennen.
Das vierte Phowa mit Hilfe der drei Arten der Konzentration. Für das, was hiermit gemeint ist, dieses Beispiel: Jemand möchte einen bestimmten Weg gehen, den er nicht kennt. Dafür braucht man jemand, der einem den Weg zeigt, der wegkundig ist. Weiter braucht er einen Weg und zum dritten ein Mittel, um diesen Weg zu begehen. Mit diesem Beispiel ist gemeint, dass der Wegkundige das eigenen Bewusstsein ist, der Weg selbst ist der Zentrale Kanal, das Ziel des Weges ist die Buddha-Sphäre, Dewachen.
Phowa für andere ist das fünfte. Wenn in Tibet jemand stirbt, wird sehr schnell ein Lama gebeten, für den Sterbenden den Phowa zu machen. Durch den Segen, die Kraft des Lamas, wird es möglich, dass das Bewusstsein des Gestorbenen in das Reine Land Buddhas Dewachen gelangt.

Vorzüge des Phowa

Phowa ist für Wesen, die viel und außerordentlich viel negatives Karma angehäuft haben, von ganz besonderer Bedeutung. Denn es ist die schnellste und sicherste Methode, zu verhindern, auf Grund des schlechten Karmas in den drei niederen Bereichen wiedergeboren zu werden, was sonst unvermeidbar wäre, und stattdessen in einem menschlichen Bereich wiedergeboren zu werden.
Es gibt von vielen Buddhas und Bodhisattvas Ausführungen, dass diejenigen, die das Phowa der drei Arten praktizieren, nicht mehr in die drei niederen Bereiche wie Höllenwelt, niederen Geister oder Tierwelt gehen.
Von Vajradhara gibt es eine Aussage, die sich auch in anderen Texten findet, daß selbst diejenigen, die sehr viel Negatives angehäuft haben und auch die, die die fünf unheilvollsten negativen Handlungen begangen haben, werden mit dem Phowa der drei Arten davon befreit, in die drei niederen Bereiche gehen zu müssen.
Guru Rinpoche und Marpa haben gesagt, dass im allgemeinen alle durch die Praxis vom Dharma zur letztendlichen Frucht, der Erlangung der Buddhaschaft geführt werden. Unter allen Belehrungen ist das Ausüben des Phowa eine Methode, bei der man ohne langes Üben, diese Frucht verwirklichen kann. Die Aussage, dass·es eine Meditation sei, die man nicht üben muss, um die Frucht davon zu erhalten, ist nicht gemeint, dass, wenn man schläft, man Buddhaschaft verwirklicht. Damit soll lediglich der Unterschied bezeichnet werden, so gegenüber Mahamudra oder Maha-Ati, wo man viel Fleiß und lange Ausdauer im Üben benötigt, um die Frucht zu empfangen. Beim Phowa erhalten manche Leute das Zeichen bereits beim Lung, d.h. beim ersten Anhören der Texterlaubnis.
Andere erhalten die Zeichen in den ersten drei Tagen ihrer Phowa-Praxis. Diese Menschen haben ein sehr gutes Karma weil sie die Frucht so schnell erhalten. Das soll das heißen, wenn man sagt, dass man nicht üben müsse; ganz ohne Bemühen geht es sicherlich nicht.

Vom 9. – 11. Dez. 2016 wird die Chagdud Khadro im Ngakpa-Zentrum eine Amitabha-Einweihung von Dudjom Lingpa und das Phowa aus der Linie des Longsal Nyingpo geben.

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