Verfasst von: Enrico Kosmus | 14. März 2015

Buddha und Dzogchen

Samantabhadra_1Damit diese Linie des Dzogchen direkt in den menschlichen Bereich gelangen kann, schickte der uranfängliche Buddha ein Bildnis des Buddhas – eine außergewöhnliche, aus 101 Juwelen gefertigte Statue – in diesen Bereich. Als nächstes sandte er ein selbst entstandenes Schriftstück der Belehrungen des Geheimen Mantras und einen Dharmata-Vajra. Diese drei – die Statue, die Schrift und der Vajra – symbolisieren den erleuchteten Körper, die erleuchtete Rede und den erleuchteten Geist. Fühlende Wesen auf den höheren Bhumis, die das Karma besaßen, trafen auf diese Belehrungen und erhielten sie von diesen drei Stützen, wodurch ihr Gewahrsein gehoben wurde.
Der erste Buddha, der in diesem lichtvollen Zeitalter in unsere Welt kam, war Buddha Ngönpar Drenpa Gon. Er lehrte die Große Vollkommenheit / Atiyoga und 700.000 Wesen fanden Erleuchtung. Der nächste Buddha war Buddha Trakpa Dzedpay. Er lehrte ebenfalls die Große Vollkommenheit und 900.000 Wesen wurden erleuchtet. Dann kam Buddha Sangye Kalpa’i Gönpo und mit ihm kamen 65 andere Buddhas. Sie gaben ebenfalls viele Belehrungen von der Großen Vollkommenheit / Atiyoga, und zahllose fühlende Wesen verwirklichten den Zustand der Buddhaschaft.

Weltsystem

Als dieser Erdenplanet – unser Platz des Verweilens in diesem Weltsystem – am Anfang dieses Zeitalters in Erscheinung trat, kam die selbst entstandene Manifestation von Buddha Vajradhara, geboren aus einer Lotusblüte, in diese Welt. Er lehrte ebenfalls die Große Vollkommenheit / Atiyoga und er übertrug diese Belehrungen an Vajrasattva und Vajrapani. Dies waren alles Belehrungen durch die Übertragung von Geist zu Geist. Dann verwandelte er sich in ein kostbares Kind und wurde als Nangwa Dampa bekannt. In diesem Aspekt sandte er zahllose Manifestationen von seiner selbst aus, um die 17 Tantras der Großen Vollkommenheit / Atiyoga, die komplette Dzogchen-Lehre den 100.000 Buddhas dieses gegenwärtigen Zeitalters zu lehren.
In unserer Welt gab es zwölf große Dzogchen-Lehrer, die ursprünglich für die Übertragung der Dzogchen-Belehrungen kamen. Die ersten beiden Vajradhara und seine Manifestation Nangwa Dampa. Der dritte war Oma’i Dragpa, der vierte war Gegpa Gyok, der fünfte war Shönnu Rölpa, der sechste war der Lehrer Chagna Dorje der siebente war Shönnu Pawo Tobden, der achte war Drang Song Tröpa’i Gyalpo, der neunte war Seru Dampa der zehnte war Seru Rolpa’i Lodrö, der elfte war Öd Sung Dreipo und der zwölfte war Buddha Shakyamuni.
Diese zwölf ursprünglichen Lehrer waren Nirmanakaya-Buddhas, schon bevor sie in einem menschlichen Körper unsere Welt betraten, aber sie gaben Übertragungen im Sambhogakaya-Aspekt, nicht im Nirmanakaya-Aspekt. Nur solche Wesen, die Sambhogakaya-Körper wahrnehmen konnten, erhielten diese Übertragungen. Selbst wenn man Buddha Shakyamuni in seinem Nirmanakaya-Körper sehen konnte, erhielt man noch nicht die Dzogchen-Belehrungen von ihm.
Die Leute glauben oft, Buddha Shakyamuni war ein einfacher Mönch, der safranfärbige Roben trug, Belehrungen über Wahrheit usw. gab und sonst nichts. Man sollte verstehen, dass er ein erleuchtetes Wesen im Nirmanakaya war, aber auch Dharmakaya und Sambhogakaya. Solch ein Wesen gibt beständig Belehrungen, wie früher bei den sechs Übertragungslinien erklärt wurde. Viele von euch können sich nur auf die mündliche Überlieferung der Belehrungen beziehen, aber es gibt viele andere Wesen, die beständig Belehrungen durch Zeichen und Symbole und direkt von Geist zu Geist erhalten. Dies geschieht auf vielen verschiedenen Ebenen, denen man sich oft nicht bewusst ist. Man sollte sich selbst immer an die wirklich unvorstellbaren Qualitäten des Buddhas zu erinnern versuchen. Zusätzlich zum Belehren auf außergewöhnlichen Ebenen, manifestieren sich Nirmanakaya-Buddhas in den Bereichen der gewöhnlichen Wesen und sind in der Lage, diese gewöhnlichen Wesen in diesen Bereichen gleichzeitig zu unterweisen. Diese Unterweisungen sind als der Tripitaka bekannt, die Drei Körbe von Vinaya, Sutra und Abidharma.

Dargelegt von Gyatrul Rinpoche. Übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus) damit Praktizierende Vertrauen in diese erhabene Praxis erlangen. Möge es von Nutzen sein! Sarva Mangalam!

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