Verfasst von: Enrico Kosmus | 18. April 2015

Anzeichen des Todes

FeuerPuja_DrubwangWir gehen nicht weiter weg von unserem Tod sondern mit jedem Tag, jeder Woche, rücken wir unserem Tod näher.
Zum Beispiel sind Todeszeichen, wenn wir im Traum erleben, dass wir uns oft in unbekannten Orten aufhalten und dass wir mit Leuten zusammentreffen, die bereits gestorben sind, dass wir uns mit ihnen unterhalten und mit ihnen essen. Wenn das nur manchmal vorkommt, dann ist es nicht gefährlich, sondern wenn es sich wiederholt. Also ein zwei Träume dieser Art soll euch noch nicht beängstigen.

Zeichen des Todes

Wir sagen auch – es steht zwar nicht ausdrücklich in den Texten – dass es ein Todeszeichen ist, wenn sich die Persönlichkeit ändert. Also eine Person, die sonst immer freundlich und gutherzig ist, ändert sich plötzlich, wird kompliziert und unangenehm. Oder es kann auch sein, dass eine Person, die sonst immer nur unwirsch war, plötzlich nett, freundlich und gut wird. Und oft, wenn wir krank werden und zwar lange und schwer krank, dann sind wir nicht sicher, ob wir wieder gesund werden und je wieder vom Krankenbett aufstehen können und so ist es ein Todeszeichen, dass es nicht ganz bestimmt ist. Jigten Sumgön sagt, dass ein ganz sicheres Zeichen ist, das jeder von euch jeden Tag überprüfen kann, dass man mit dem Finger über die Augen fährt. Normalerweise wenn man es macht (bis zur Nasenwurzel) sieht man ein Licht. Wenn das Licht nicht mehr da ist, ist es ein Zeichen, dass man bald stirbt. Wenn man in der Früh aufsteht, ist es vielleicht besser, es zu probieren. Oder was leichteres: Wenn man die Ohren zustopft, hört man ein Rauschen. Wenn man nichts hört, ist es auch ein Todeszeichen. Es sind Todeszeichen, die sich zeigen, selbst wenn wir nicht krank sind, ungefähr 2 – 3 Tage vor dem Tod. Und selbst wenn man nicht stirbt, ist ein Zeichen, dass man sehr schwer erkranken wird.

Prüfung der Zeichen

Eine andere Möglichkeit ist zu überprüfen an Hand des Schattens, den man wirft. Man schaut den Schatten an im Sonnenlicht und es soll aus dem Kopf eine Art Dampf hervorkommen. Wenn dieser Dampf nicht mehr austritt aus dem Schatten, ist es auch ein Todeszeichen. Aber man muß wahrscheinlich speziell hinschauen, denn ich selbst bin nicht imstande, den Dampf aus meinem Kopfschatten zu sehen. Also es ist leichter, die Ohren und die Augen zu prüfen. Diese Hinweise sind sehr nützlich vor allem für euch, dann könnt ihr euch voll konzentrieren auf Meditation wie Mahamudra, Phowa und das Bewusstsein auf die Ebene des Sambhogakaya einrichten oder über die entsprechende Gottheit meditieren.
Reinigungspraktiken sind auch sehr wichtig, dass man sich löst von jeder Art von störenden Gefühlen und man muß schauen, dass man sich so frei wie möglich macht. Ein ganz klares Zeichen des Todes ist, dass keine Medikamente mehr wirken.

Diese Unterweisungen wurden von Khenchen Könchog Gyaltsen gegeben.


Responses

  1. Wenn das nur manchmal vorkommt, dann ist es nicht gefährlich, sondern … GEFÄHRLICH?

    • Im Terma-Zyklus des Zhitro Gongpa Rangdrol (das „tibetische Totenbuch“ ist ein Bestandteil davon) wird eine ganze Reihe von äußeren, inneren und geheimen Anzeichen aufgezählt. Um mit diesen umzugehen, gibt’s die Praxis des „Täuschen des Todes“ oder eben auch einfach Langlebenspraktiken. Je nachdem sollte man eben die eine oder andere Praxis selbst ausführen oder einen Lama darum bitten, solch eine Praxis für einen zu machen. Jedenfalls kennt man in der tibetischen Dharma-Tradition solche Zeichen und weiß, wie man weiter verfahren soll. Das gibt schon mal Perspektive.


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