Verfasst von: Enrico Kosmus | 4. Februar 2016

Vajrakila – Praxisarten

Gyulug_KilaDa gibt es äußere, innere, geheime und äußerst geheime Vollendungen. Jede korrespondiert mit Praktiken mit vielen Einzelheiten, Praktiken ohne genauere Angaben und Praktiken, die äußerst wenig detailliert sind.
Die Praxis mit vielen Ausschmückungen bezieht sich auf die äußere Vollendung. Die schließt den Aufbau eines vollständigen Mandalas mit ein, eines großen Mandalas im Zusammenhang mit einem Drubchen (tib., große Übung). Die Gottheit kann dabei 26 Köpfe und 42 Arme haben oder vielleicht neun Köpfe und 18 Arme. Es können auch 725 Gottheiten im vollständigen Mandala der ausführlichen Phurba-Vollendung sein, die dann alle männlichen und weiblichen Manifestationen der Hauptgottheit beinhaltet. Viele Lamas und idealerweise eine Versammlung männlicher und weiblicher Praktikanten versammelt sich in einem Vajra-Mandala. Wenn dies nicht möglich ist, dann sollten es zumindest 20 bis 30 männliche Praktikanten sein, die zusammenkommen. Einige von ihnen praktizieren das Wurzel-Mantra, einige das Vollendungs-Mantra und andere Zweige der Praxis. Auf diese Weise ist eine kontinuierliche Praxis ohne eine Pause gegeben. Dies wird „Drubpa Chenpo“ – ein großes Vollendungsmandala – genannt.
Wenn die Praxis zur inneren Art der Übungen zählt, welche weniger Einzelheiten hat, dann ist die Gottheit auch weniger ausgeschmückt, mit drei Köpfen und sechs Armen. Das Mandala ist dann ebenfalls weniger detailliert. Dies kann eine Person allein ausüben. In der äußerst geheimen Praxis, die keine Ausschmückungen hat, ist dann die Gottheit mit einem Gesicht und zwei Armen. Der Praktizierende muss dann einen Phurba als materielle Unterstützung für das gesamte Mandala haben. Wenn jemand mit dieser Praxis beginnt, setzt er sie dann für den Rest seines Lebens fort.
Dies sind die Unterschiede zwischen äußeren, inneren, geheimen und äußerst geheimen Praktiken hinsichtlich der Ausschmückung. In der besonders äußerst geheimen Praxis ist die Gottheit ein wenig ausgeschmückt als Vajrakilaya mit drei Köpfen und sechs Armen. Dieses Merkmal ist speziell in dieser besonderen Praxis.

 

A Bolt of Lightning from the Blue: The vast commentary on Vajrakila that clearly defines the essential points (Khordong Commentary Series)

A Bolt of Lightning from the Blue: The vast commentary on Vajrakila that clearly defines the essential points (Khordong Commentary Series) Martin Boord macht durch seine Übersetzung ins Englische erstmals das Phur ‘grel ‘bum nag und andere verwandte Texte einer größeren Öffentlichkeit zugänglich. Das Phur ‘grel ‘bum nag besteht aus Erläuterungen von Padmasambhava, Vimalamitra und Shilamanju. Es entstand während einer konzentrierten religiösen Klausur der drei Acarya in Nepal vor mehr als zwölfhundert Jahren und wurde an Yeshe Tsogyal überliefert. Dieser bemerkenswerte enzyklopädische Text markiert den Beginn der tantrisch-buddhistischen Praxis der zornvollen Visualisationsgottheit Vajrakila. Er stellt den wichtigsten Kommentar zu den Kila-Riten dar. Eingeschlossen in diese Publikation sin(…)

 


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