Verfasst von: Enrico Kosmus | 26. November 2016

Lichtkanal – selbstloses Selbst

black-26070_1920Dinge werden hochkommen. Wir haben eine Menge negativen Karmas ausgeführt. Erinnerungen aus der Kindheit werden auftauchen. Die kommen nicht daher, um euch zu unterhalten, sondern um selbstbefreit zu werden. Ihr müsst euch selbst beraten. Ihr müsst euch erinnern, wie glücklich ihr seid, diese Lehren erhalten zu haben, an euren Lehrer und alle die Freiheiten und Reichtümer, die notwendig sind, um den Dharma zu würdigen. Betrügerische, zerstreute, traurige und reumütige Gedanken werden hochkommen. Aber zum ersten Mal beachtet ihr diese Gedanken. Wenn ihr in betrügerischen Erfahrungen gefangen seid, dann seid ihr verloren. Ihr müsst in der Spur bleiben. Niemand anderer kann dies für euch machen. Was immer geschieht, betet zu Guru Rinpoche, zu Buddha Shakyamuni und/oder zu eurem Guru. Beachtet eine einzige verdreht Idee nicht allzu sehr. Das wird euch nicht befreien. Falls ihr das macht, werden sie euch an eurem schwachen Punkt fangen und anfangen, zu voll aufgeblühten Gebilden anzuwachsen.

Rechte Bedingungen

Wenn ihr euch dumpf oder übel fühlt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Winde schwach sind. Diese Meditation wird eine Menge an Energie verbrauchen. Versucht, etwas Rindsuppe mit Knochen zu bekommen – das wird helfen. Auch Agar 35 ist eine gute tibetische Medizin, die ihr einnehmen könnt, um den Wind zu stärken. S.H. Dudjom Rinpoche hat auch geraten, wenn ihr euch traurig fühlt, dass ihr dann die Meditation beendet. Es würde nichts helfen. Stattdessen würdet ihr nur auf eure negativen Gefühle und Sichtweisen meditieren. Guter Humor ist wichtig. Auch müsst ihr die Unterstützung der richtigen Kleidung haben, damit eure Körpertemperatur genau richtig ist.

Selbstermächtigung

Diese Praxis, wenn sie richtig gemacht wird, ist eine Selbstermächtigung in den Dzogchen-Kanal (tib., rigpa’i sel wang). Alle Unreinheiten und Hindernisse werden beseitigt. Nichts kann feiner sein, als das Erlernen, wie ihr euch selbst in euren eigenen Kanal aus dem Letztendlichen einweiht. Wenn diese Art der Ermächtigung im Hinblick auf jedes Zentrum geschehen ist, dann ist jedes Chakra gereinigt. Verschleierungen des Relativen sind beseitigt. Blickt auf dieses Licht. Freundet euch damit an. Das ist euer Lichtkörper, der Hauptnerv und der Pfad, der pfadlos ist. Alle diese Praktiken entwickeln sich aus dem Zentralkanal heraus. Es ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Das ist der Zentralkanal.

Lichtkanal – selbstloses Selbst

Anstatt den groben Körper als sich selbst zu erkennen, lernt, wie man den Lichtkanal als das selbstlose Selbst erkennt. Er ist die Essenz aller fünf Elemente, Kanäle, Räume und Buddha-Familien. Jede Ermächtigung, die ihr erhalten habt und auch bei Phowa wird das durch den Zentralkanal gemacht. Am Bedeutsamsten ist, dass es der Lichtkörper ist, mit dem wir Wiedergeburt annehmen. Seine Natur ist unzerstörbar.
Wenn ihr visualisiert, dass das Licht in euch hinein kommt, dann wird aus jedem eurer fünf Zentren Licht wieder zurückkehren, um mit jeder dieser Sphären verbunden zu sein und deren jeweiligen uranfänglichen Raum. Daher müsst ihr in diesen Lichtaustausch eingetaucht sein. Dann gibt es keinen Raum, wo gewöhnliche Konzepte entstehen können. Ihr seid schon in den strahlenden Raum hineingezogen. Praktiziert das. Dabei kann man viel gewinnen, indem man das macht.

Visualisation

Zuerst könnt ihr damit beginnen, das AH als ein rundes, vielfarbiges Licht zu visualisieren. Zusätzlich könnt ihr, indem ihr das AH sagt, sozusagen wie mit einem Fallschirm in die Meditation selbst hineinspringen. Einige von euch sehen vielleicht, dass das AH nicht länger mehr außerhalb von ihnen ist, sondern dass ihr nur mit eurem Geist darauf meditiert. Das ist aber kein Problem. Der Zentralkanal ist nun zum AH geworden und hat sich mit dem Zentralkanal selbst verbunden. Sucht nicht mehr danach. Entspannt euch einfach im Vertrauen, ob es nun außen oder innen ist, dass es dort ist, wo es sein sollte – im geheimen Ort eures Geistes. Wie schon erwähnt, das wird Selbstermächtigung genannt. Es ist der letztendliche Buddha. Das ist von tiefgründiger Einfachheit. Der Punkt ist, dass es so einfach ist, dass man ganz leicht den Punkt verpasst. Das ist das Problem bei der Großen Vollkommenheit. Sorgt euch nicht wegen der Einfachheit.

Als zweites visualisiert ein rotes Licht in Größe einer Erbse im Zentrum des Scheitels und ein weiteres in der Kehle und eines im Herzen. Diese Meditation richtet sich auf ein inneres Licht aus, nicht so, wie in der vorigen Praxis beschrieben. Der Punkt hier ist, stufenweise den Lichtfokus im Scheitel mit der Kehle und dann mit dem Herzen zu vermischen. Aber zuerst konzentriert euch auf den roten Punkt im Scheitel und stabilisiert diesen. Dieser rote Bindu im Scheitel ist die männliche und weibliche Essenz. Lasst euren Fokus mit den drei Kayas verschmelzen. Wenn ihr lange Zeit darauf meditiert, dann wir die Konzentration im Scheitel mit dem der Kehle verschmelzen. Das ist das Verschmelzen von Dharmakaya und Sambhogakaya. Wenn diese sich vermischen, dann seid ihr an die Grenze zu Rigpa gelangt. Hier gibt es nichts, worauf man hinweisen könnte oder dessen man sich gewahr sein sollte. Gewahrsein ist lebendig. Wenn es in diesen Raum geht, ist es der Raum des Dharmakaya. Ihr werdet nicht in der Lage sein, lange dort zu bleiben. Viele Gedanken werden kommen. Der Gedanke des Leuchtens im Herzen, der Kehle und im Scheitel wird auftauchen und dann werden von dort aus grobe Gedanken auftreten. Es wird diesen Weg nehmen. Wir sind nicht in der Lage, lange in diesem reinen, lebhaften Gewahrsein zu verweilen. Nein, wir haben zunächst nicht diese Fähigkeit. Gute Praktizierende sind fähig, in diesem Raum zu verweilen. Ihr könnt von Glück sprechen, wenn ihr etwas mehr als ein paar Sekunden dort verbleiben könnt.

Die dritte Konzentration ist auf diese Blume hier auf meinem Tisch. Ich möchte, dass ihr euch entspannt. Bitte versucht nicht herauszufinden, was für eine Blume das ist oder welche Vase das ist. Sondern ich möchte nur, dass ihr darauf schaut. Beurteilt nichts dabei. Sondern schaut aus einer entspannten Haltung heraus, wo ihr ein- und ausatmet und wie das einfach natürlich funktioniert und schaut einfach hier her. Schaut weiter darauf. Ihr seht die Blätter, die Blumen und die wunderschöne Anordnung der verschiedenen Farben. Haltet nichts fest, weist nichts zurück. Beobachtet einfach. Das ist alles. Also blickt einfach darauf. Nun werden einige von euch spüren, wie eure Augen angestrengt sind und es nicht so angenehm ist, da drauf zu blicken. Der Geist muss immer eine Entschuldigung finden. Einige von euch werden spüren, dass eure Augen zu brennen beginnen und die Tränen kommen. Das sind alles eure Hindernisse, nichts geschieht euren Augen. Sie haben immer so gesehen, warum also sollte jetzt ein Problem sein? Aber der Punkt ist, euer Geist kann nicht dortbleiben, wo er ist. Er schleudert immer seine Blicke herum und nun auf einmal ist es für ihn ungemütlich, sich nur auf ein einziges Objekt zu konzentrieren und sonst nichts. Nichtsdestotrotz blickt einfach darauf. Wenn ihr darauf blickt, dann ist euer Geist vielleicht daran interessiert, die Blätter zu zählen und die Details zu untersuchen. Macht das nicht. Niemand bittet euch, irgendetwas zu zählen. Schaut einfach da drauf. Alle Phänomene sind genauso. Sie erscheinen einfach, aber wir sind nicht fähig, sie einfach erscheinen zu lassen, wir greifen nach dem Phänomen. Die Blume wird nicht in eure Augen springen. Meistens schaut es so aus, dass euer Geist in die Blume springt. Wenn ihr darauf blickt und weiter dranbleibt, dann wird es beizeiten verschwommen und beizeiten scharf sein. Das hat nun nichts mit einem Fehler eurer Augen zu tun oder sonst etwas, es hat mit eurem Geist zu tun. Wenn euer Geist denkt: „Ich schaue dort hin.“ Dann wird das Bild scharf werden, weil es dann zurück in euren Fokus gekommen ist, auf den ihr blickt. Aber wenn der Geist nicht interessiert ist, dann driftet er ab und die Blume wird unscharf. Es wird nicht innewohnend klar sein, so wie es war. Es wird nur färbig sein, aber ohne zu wissen, welche Farbe.


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