Verfasst von: Enrico Kosmus | 13. Mai 2017

Vajrayogini – die unzerstörbare Raumtänzerin

close-1755959_1920Weil wir heuer beim Ngakpa-Retreat im Sommer uns auch damit beschäftigen, hier ein kleiner Appetithappen aus der langen Praxis der Vajrayogini. Eine sehr spezielle Visualisationsanleitung aus der Nyingma-Tradition. Es ist übrigens wirklich eine sehr schöne und inspirierende Meditation, in der es um die Verkörperung der Buddha-Weisheiten und Vier Unermesslichen geht. Allerdings nur für jene, die auch dabei sein werden.

Als Vorbereitung zur Praxis wird im Terma folgendes empfohlen:
In den letzten 500 Jahren (des Zeitalter des Niedergangs), wenn die Lehren des Geheimen Mantras degenerieren, die Rezitation (von Mantras) nichts anderes als bloße Lippenbekenntnisse sind, es nur mehr wenig wirklich praktiziert wird, werden daher die Zeichen der (erfolgreichen) Praxis selten sein. Vor vielen Zeitaltern haben aufgrund der Fülle an karmischen Resten aus Ansammlungen von Wunschgebeten vom Glück begünstigte Kinder die Essenz des Herzens nicht aufgegeben. Zuerst die Reifung durch die Ermächtigung, damit die Anweisungen für die Befreiung verstanden werden. In einem Hain frei von der Beschäftigung mit den acht weltlichen Dharmas bemüht man sich fleißig in der Essenz der Praxis an. Man macht ein schön angeordnetes Mandala mit Toren, Ecken usw. wird der übliche himmlische Palast mit Linien aus farbigem Sand mit den genauen Merkmalen und vollständig, überragend und vortrefflich.“


དེ་ནས་ཚོགས་བསགས་ཡན་ལག་བདུན་པ་ལ༔
Dann das Gebet der sieben Zweige um Verdienst anzusammeln.

ཧོཿ སྐུ་གསུམ་མཁའ་འགྲོའི་གྲོང་ཁྱེར་ལ༔ རྣམ་གསུམ་དད་པས་ཕྱག་འཚལ་ལོ༔
HO – KU SUM KHA DRO’I DRONG KHYER LA / NAM SUM DÄ PE CHAG TSHAL LO /
HO – Vor der Zitadelle der drei Kayas der Dakini verbeuge ich mich voller Respekt in dreifacher Weise.
ལུས་དང་ལོངས་སྤྱོད་མཆོད་པ་འབུལ༔ དུས་གསུམ་བསགས་པའི་སྡིག་པ་གཤགས༔ རྣམ་དཀར་དགེ་ལ་རྗེས་ཡི་རང༔
LÜ DANG LONG CHÖ CHÖ PA BUL / DÜ SUM SAG PA’I DIG PA SHAG / NAM KAR GE LE JE YI RANG /
Meine Körper und all meinen Besitz bringe ich als Gaben dar. Die in den drei Zeiten angesammelten Übeltaten bekenne ich. An den drei Arten des Heilsamen und Tugendhaften erfreue ich mich.
གང་འདུལ་ཆོས་འཁོར་བསྐོར་བ་དང༔ མྱ་ངན་མི་འདའ་བཞུགས་གསོལ་འདེབས༔
GANG DUL CHÖ KHOR KOR WA DANG / NYA NGÄN MI DA ZHUG SÖL DEB /
Für jene, die gezähmt werden müssen, dreht bitte das Rad des Dharma. Bitte geht nicht ein in Nirvana, sondern verbleibt hier.
དགེ་ཚོགས་འགྲོ་ཀུན་ཡོངས་ལ་བསྔོ༔ ཐམས་ཅད་ཕྱམ་གཅིག་སངས་རྒྱས་ཤོག༔
GE TSHOG DRO KÜN YONG LA NGO / THAM CHÄ CHAM CHIG SANG GYE SHOG //
Das angesammelte Heilsame widme ich allen Wesen, (damit) alle gleichzeitig erwachen mögen.

Und am Ende des Schatztextes ist folgendes Versprechen vermerkt:
Einsgerichtet und fleißig praktiziere, Yogi und vom Glück begünstigtes Kind! Wenn du die Visualisation und Vollendung ausgestattet mit den wesentlichen Punkten praktizierst, dann werden die Feinde, die Angelegenheiten der acht weltlichen Dharmas, beseitigt werden. Bleibe freudvoll an einem entlegenen Ort. Verbindest du beständig unendliche Reinheit von Erscheinung und Dasein mit dem Schlüsselpunkt der Klarheit, dann wirst du so vollständige Befreiung erlangen.“


Entnommen der langen Sadhana der Vajrayogini. Aus den gesammelten Werken von Dudjom Lingpa; Band 12 (na), Seite 473 – 494
Übersetzung: Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2017)

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