Verfasst von: Enrico Kosmus | 20. Juni 2017

Bardo des Träumens

cat-2288075_1920(Dann) drittens der trügerische Bardo der Träume erscheint folgendermaßen. Einige Leute sagen, dass die Erscheinungen am Tag wie Traumerscheinungen sind. Jedoch vom uranfänglichen Beginn der Zeit an ist das Antlitz der grundlegenden absoluten Natur, frei von den acht Extremen der begrifflichen Ausschmückung und der Ausdruck von göttlichen Körper und ursprünglichen Weisheiten wurde von Nichtgewahrsein verschleiert. Dann wird man von den vergifteten Dämonen der drei Bereiche Samsaras, dem großen Unhold der karmischen Energien besessen, welcher den inneren Geist des Greifens erlaubt, als Hauptursache und das äußere ergriffene Objekt als begleitende Umstände zu agieren. Erscheinungen am Tag treten dann aufgrund der Verdinglichung der Erscheinungen der fünf Sinne hervor und sobald sie sich in die absolute Natur aufgelöst haben, tauchen Träume auf. Die Erscheinungen dieses Lebens und alles was folgt weisen auf den Trugschluss der Vorstellung hin, dass Erscheinungen am Tag wahr und Traumerscheinungen falsch wären. Was die Ursachen und Bedingungen sowohl der Erscheinungen am Tag wie auch der Traumerscheinungen angeht, so ist das, was als Usache für dient, das Schlafbewusstsein, das identitätslos abhängige bezogene Ereignisse wahrnimmt, die ihre eigene Identität beinhalten. Das, was die Fähigkeit hat, klar-deutliche Objekte aufkommen zu lassen, dient als mitwirkende Bedingung. Aufgrund des Zusammentreffens dieser Ursachen und Bedingungen bringt eine ungetrennte, beständige Sammlung täuschende Erscheinungen hervor, die eigentlich nicht existieren.
Mach dieses Verständnis zu deiner Grundlage, übe dich darin, alle Erscheinungen als Träume zu betrachten und identifiziere dann Traumerscheinungen selbst. Wenn du zunehmend Vertrauen darin erlangst, Gewahrsein als die eigene Grundlage zu halten, werden die Erscheinungen des Bardo durchtrennt und du wirst Meisterschaft über die große Belohnung der Dharmata gewinnen.

Aus dem Vajra-Herz-Tantra des natürlichen Verweilens (gnas lugs rang byung gi rgyud rdo rje’i snying po) von Dudjom Lingpa; übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus, 2014)

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