Verfasst von: Enrico Kosmus | 24. Juni 2017

Verdienst – konstruktives Potential

Alles was ihr machen könnt, um Verdienst anzusammeln, macht auch. Ihr könnt niemals zu viel Verdienst haben. Macht jegliche gemeinnützige Tätigkeit, um Verdienst anzusammeln. Je mehr Verdienst ihr durch gemeinnützige Tätigkeit macht, was andere vom Leiden befreit, will euch einen leichteren Übergang ins nächste Leben geben, wenn der Tod kommt. Weil zu diesem Zeitpunkt werdet ihr erkennen, dass ihr nichts machen könnt, um Verdienst anzusammeln, außer ihr habt es schon gemacht. Wenn ihr irgendwelche Belehrungen über den Tod und das Sterben gelesen habt, dann werdet ihr gelesen haben, dass wir im Bardo Verdienst möchten, aber wir keinen Verdienst haben. Das fehlt uns dann. Dann hofft ihr, dass eure Verwandten zu dieser Zeit irgendeine gemeinnützige Tätigkeit für euch machen. Aber nein, sie werden nichts für euch auf diese Weise machen. Ihr könnt euch schon glücklich schätzen, wenn euer Körper für einen Tag lang in eurem Haus belassen wird. Euer toter Körper wird bloß als Leichnam angesehen und wird hinausgebracht werden. Wenn ihr ein großes Vermögen habt, dann werdet ihr auch noch im Bardo gestört werden, wenn große Kämpfe um euren Besitz ausbrechen. Wenn ihr das seht, dass es euer Vermögen ist, das nun so viel Unglück in der Familie verursacht, dann werdet ihr nicht glücklich sein. Am allerschlimmsten ist es dann, wenn euer Vermögen, um das ihr euch in eurem Leben so abgemüht habt, es anzusammeln, an die falsche Person geht. Die meiste Zeit passiert das. Es wird für den falschen Zweck verwendet.

Erzeugt Verdienst

Während ihr also lebt, ist das die Zeit, Verdienst zu erzeugen. Verdienst wird nicht kurz mal angesammelt. Verdienst wird über die Zeit hinweg angesammelt. Bereitet euren Weg jetzt vor. Von nun an bereitet ihn vor. Ihr werdet nicht für immer leben. Niemand macht das, also bereitet euch vor. Euer Greifen nach eurem Selbst ist wie das Denken: „Ich werde nicht jetzt sterben.“ Ein guter Praktizierender ist jemand, der bedenkt, dass dieses Leben vergänglich ist, dass er oder sie jederzeit sterben könnte, in jedem Moment. Auf das müsst ihr schauen. Ihr müsst dem Tod ins Gesicht schauen und nicht ihn abwehren. Versucht nicht, ihn zuzudecken und denkt, dass dies etwas ist, was eines Tages jemand anderem, aber „nicht mir, zumindest nicht in diesem Jahr“ geschehen wird. Der Tod kommt unangekündigt. Durch ein gutes Essen könnt ihr sterben. Wenn ihr schläft, könnt ihr vielleicht sterben, bevor ihr wieder aufwacht. Es ist wie ein Blitzschlag, wie eine Blase auf dem Wasser. Es wurden euch von euren Lehrern eine Menge Beispiele gegeben. Das Leben ist kurz. Als Praktizierende sollten wir das bedenken.

Von Lama Shenphen Dawa Rinpoche; übersetzt vom Ngak’chang Rangdrol Dorje (Enrico Kosmus)

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