Verfasst von: Enrico Kosmus | 1. März 2015

Glück – Mahasukha oder auch Große Glückseligkeit genannt

KTT_1Im Khandro Thugthig – dem tiefgründigen Pfad der Herzessenz der Dakini wird gesagt, dass „es insbesondere einen Praxispfad gibt, der mit der kostbaren Wort-Einweihung verbunden ist und der den ursprünglichen Zustand[1] betrifft, die höchste und unwandelbare Große Freude oder Große Glückseligkeit, die ursprünglich rein ist und ohne Anstrengung realisiert wird. Es ist Samantabhadra. Es ist dieses unbefleckte, angeborene Gewahrsein[2], das unverändert und nicht verunreinigt von irgendwelchen diskursiven Gedanken ist, die zu den drei Zeiten auftauchen. Seine Essenz ist frei von allen begrifflichen Vorstellungen und sie ist wie ein verwundertes Gewahrsein[3]. Seine Natur ist innewohnende Klarheit und leuchtende Helligkeit. Seine Energie des Mitgefühls ist alles durchdringend und frei vom Fallen in irgendeine Parteilichkeit oder Einseitigkeit. Diese Klarheit und diese Leerheit sind untrennbar und direkt durchdringend. Diese innere Veranlagung, die dieses nackte, innewohnende Gewahrsein und Leerheit untrennbar ist, wird vom gewöhnlichen Geist nicht erdacht. Diese Natur, die eine völlige Transzendenz des Intellekts bedeutet, befindet sich in der Essenz, die die Große Mutter, der Dharmakaya selbst ist. Dabei entfernt sie sich dennoch nicht auch nur eine Haaresbreite aus dem natürlichen Zustand der Dharmata, egal was erscheint, ungeachtet was sich manifestiert. Und sie transzendiert alles Bangen und Hoffen und alle Objekte, die als gut oder schlecht betrachtet werden. Was immer erscheint, tut dies ganz natürlich im Zustand dieses Glanzes und man führt Handlungen aus, wobei das eigene Verhalten weder gebunden noch beliebig ist.“

Soviel zur abstrakten Theorie als Blaupause. Dazu mag ich euch nun dasselbe, jedoch mit anderen Worte von Matthieu Ricard aus seinem Buch „Glück“ zitieren: „Im Unterschied zum Vergnügen hängt eine wirkliche Glückserfahrung, obgleich sie ebenfalls von äußeren Umständen beeinflusst sein kann, keineswegs von diesen ab. Sie verwandelt sich nicht in ihr Gegenteil, sondern hält an und wächst mit der Dauer der Erfahrung. Dieses Gefühl des Erfülltseins wird einem mit der Zeit zur zweiten Natur. Wahres Glück ist nicht an eine Aktivität gebunden, sondern ein Seinszustand, ein tief im Inneren gründender emotionaler Gleichgewichtszustand. Damit einhergehend stellt sich ein subtiles Verständnis ein, wie der Geist arbeitet. Während gewöhnliches Vergnügen durch den Kontakt mit angenehmen oder erwünschten Objekten ausgelöst wird und endet, sobald der Kontakt abbricht, empfinden wir sukha, dauerhaftes Glück, solange wir in Einklang mit der Natur des Geistes bleiben. Eines seiner wesentlichen Merkmale ist Selbstlosigkeit, die von innen nach außen strahlt, statt in Selbstbezogenheit zu verharren. Ein Mensch, der in sich selbst Frieden gefunden hat, trägt spontan zum Frieden in seiner Familie, seiner Nachbarschaft und, wenn es die Umstände erlauben, in der Gesellschaft bei.“

—-

[1] dgongs pa
[2] rig pa
[3] had de ba


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